© Emily Arden Wells

Sonntagsessen: Cocktail o'Clock

In der Silvesternacht sind die Getränke wichtiger als das Essen. Bloggerin Emily Wells von "Gastronomista" führt mit ausgefallenen Drinks durch die Jahreswende. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Silvester kommt, Dinner for One läuft im Fernsehen. Miss Sophie lädt wieder einmal ihre vier engsten Freunde zu ihrem 90. Geburtstag. Ihre Weggefährten sind mittlerweile verstorben. Trotzdem gibt es – wie jedes Jahr – Sherry, Weißwein, Champagner und Portwein.

Die in Brooklyn lebende Bloggerin Emily Arden Wells hat für den Silvesterabend eine andere Getränkefolge vorgesehen. Seit 2009 sucht sie auf Gastronomista nach dem perfekten Drink. Dies ist ihr Cocktailmenü.

Den Abend beginnt Wells mit Champagner. Sie sagt, "ein bisschen Pathos ist an diesem Abend angebracht." Deshalb empfiehlt sie, die Flasche auch mit einem Säbel zu öffnen – wie ein napoleonischer Offizier. Hierzu gibt es einige Videos auf YouTube. Aber es ist weder einfach, noch komplett ungefährlich. Den Exzentrikern rät Wells, einen Turm aus Champagnergläsern zu bauen und die Gläser von oben mit dem prickelnden Wein zu füllen. Dazu benötigt man allerdings Champagnerschalen, keine Tulpen oder Flöten.

Als zweiten Aperitif schlägt Wells Negroni mit Blutorangen vor. Sie legt dazu filetierte Blutorangen mit Gin in einen verschweißten Vakuumbeutel und gart die eingelegte Frucht in einem Sous Vide, einer speziellen Vakuumgarmaschine. Die meisten von Ihnen besitzen wahrscheinlich keinen Sous Vide. Kein Problem: Legen Sie einfach zwei filetierte Blutorangen in ein mit Gin gefülltes Marmeladenglas, verschließen Sie es, und lagern es dann für mindestens einen Tag im Kühlschrank. Danach werden die beiden Zutaten mit Campari und Punt e Mes, einem italienischen Wermut, vermixt.

Gastronomista hat noch ein alternatives Negronirezept für den Abend: mit Cynar, Cocchi Americano und in Gin eingelegte oder vakuumgegarte Artischocken. Mit den Artischocken wird beim Einlegen wie mit den Blutorangen verfahren. Allerdings muss das in Gin getauchte Gemüse dabei nicht in den Kühlschrank gestellt werden. Garniert wird der Cocktail mit Grapefruitschale, die man über dem Drink auspressen sollte.

Als Begleitung zum Essen entscheidet sich Wells für Wein. Sie rät zu einem Sauvignon Blanc aus Neuseeland, wie dem Cloudy Bay, oder zu einem leichten Rotwein, zum Beispiel einen Beaujolais. Nach dem Essen serviert sie Eis mit Scotch, das mit Milch, Zucker, Eigelb, Schlagsahne, Vanillestangen und einem torfigen Scotch wie einem Ardberg Single Malt auch zu Hause herstellbar ist.

Wir nähern uns Mitternacht – zum Anstoßen ist für die Bloggerin Champagner die erste Wahl. Der letzte Teil des Abends beginnt mit einem Dark Chocolate Old Fashioned. Hierfür mixt sie schwarzen Walnusslikör mit Kakaolikör, Bourbon, Tabasco mit Himbeer und Chipotle-Geschmack, garniert mit einem Stück Schokolade und Zitronenschale.

In der späten Nacht steigt Wells dann auf Whiskey um. Freunden von Torfrauchgeschmack, rät sie zu Ardbeg Uigeadail. Für einen Scotch mit Karamell-, Kokosnuss- und Pralinengeschmack tendiert sie zu Glenlivet 18. Ein leichterer Scotch mit weniger Torfaroma ist laut Wells der Hakushu 18. Die Hollywood Ikone James Stewart sagte mal, Champagner sei wie Nebel vor den Augen, Whiskey dagegen wie ein kräftiges Klopfen auf den Rücken. Das ein oder andere Klopfen dürfte zu diesem Zeitpunkt gerade recht kommen.

Negroni mit Artischocken © Emily Arden Wells
Eis mit Scotch © Emily Arden Wells
Dark Chocolate Old Fashioned © Emily Arden Wells
Scotch © Emily Arden Wells

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