© Fackelträger Verlag/Maria Brinkop

Amuse Buch Die Einstiegsdroge des Veganers

Aus der Serie: Amuse Buch
Weihnachten heißt jetzt x-mas und Plätzchen sind jetzt vegan. Mit dem Backbuch von Stina Spiegelberg kann an den Feiertagen trendbewusst gefuttert werden. Von Kirsten Haake

Fabelwesen haben in der dunklen Jahreszeit bekanntermaßen Hochsaison. Ok, meistens spuken da Wichtel herum. Aber wir sind ja offen für Neues, Küchenfeen zum Beispiel. Stina Spiegelberg ist so eine, behauptet jedenfalls ihr Verlag. Aber anders als Wichtel und Weihnachtsmann, die ein eher konservativ-erdverbundenes Image pflegen und wahrscheinlich nicht mal vor Weihnachten zum Friseur gehen, geht Spiegelberg mit der Zeit.

Worum also geht es? Die Plätzchenbäckerei ist eine der wenigen Traditionen, die landauf landab die Menschen durch die Weihnachtszeit begleiten. Abgesehen von denjenigen, die keine Plätzchen mögen – oder sie aufgrund ungeliebter tierischer Zutaten ablehnen. 

Hier will die in Frankreich zwischen Eclair und Madeleine aufgewachsene Bloggerin Spiegelberg mit ihrem Backbuch vegan x-mas (Edition Fackelträger) Abhilfe schaffen. Bei ihr kommen nur Plätzchen, Pralinen und Kuchen ohne tierische Produkte wie Butter, Honig, Eier und Milch auf den Tisch.

Den Traditionalisten am Herd kommt sie dabei ziemlich weit entgegen. Viele Klassiker müssen nur wenig abgewandelt werden, um veganen Kriterien zu genügen. In den Bethmännchen ersetzt Pfeilwurzelmehl das Ei, die Mandelspekulatius enthalten Margarine statt Butter, Agavendicksaft an Stelle von Honig, und die Milch ist in allen Rezepten aus Reis, Hafer, Mandeln oder Sojabohnen.

Zimt und Mandelmilch

Meistens unterscheidet sich die Liste der Zutaten nur wenig von dem, was die klassische Weihnachtsbäckerei verlangt: Mehl, Mandeln und Zucker, Gewürze wie Kardamom und Zimt, Vanille und Orangenschalen. So lassen sich Zitronen-Pistazien-Knoten, Mandelkringel mit Nougatfüllung und Spitzbuben auch denen unterjubeln, die beim Wort vegan sonst vermutlich abwinken würden. Plätzchen sind sozusagen die Einstiegsdroge des Veganers.

Gestaltet ist das etwa 140 Seiten dicke Buch in luftig-zarter Optik mit viel Pastell und einem Faible für verspielte Elemente. Eine Prise Salz hätte dieser allzu süßen Optik nicht geschadet. Aber das mögen Küchenfeen wohl so.

Stina Spiegelberg: "vegan x-mas" © Edition Fackelträger/Maria Brinkop

Neben ganz klassischem Gebäck kennt vegan x-mas auch Rezepte für die besonders festliche Weihnachtsschlemmerei: Punschpralinen, Apfelbrot und Salbei-Sahne-Trüffel oder Christmas Pudding und Bûche de Noël, eine französische Biscuitrolle.   

Gebacken habe ich die Marmorkipferl mit Tonka. Die Grundlage dafür ist ein ganz schlichtes Mürbteig-Rezept, veredelt durch die aromatische Tonkabohne und Zartbitterkuvertüre. Meine sind ein bisschen trocken geraten, schmeckten in Tee, Kaffee oder Glühwein getaucht aber trotzdem gut – auch das ist schließlich Tradition.

Kommentare

1 Kommentar Kommentieren

Plätzchenbacken ist nun wirklich sehr simpel als vegan. Die meisten Plätzchenteige sind Mürbeteige. Egal ob Vanillekipferl oder Butterplätzchen. Der braucht ursprünglich sogar gar kein Ei, nur dafür ein wenig mehr Fett. Etwas genauer hier erklärt: http://goccus.com/campus....

So kann man sich jedes bekannte Rezept sehr leicht selbst umbasteln. Butter in Margarine "umzuwandeln" ist nun kein ernstes Problem. Pfeilwurzmehl, das eher der Bindung dient, ist da eigentlich kein wirklich adäquater Ersatz.