© Lindsey Silverman Love

Sonntagsessen Es ist Porridge, sagt die Liebe

Lindsey S. Love pickte jahrelang lustlos im Essen herum. Ihre Rettung? Die Haferflocke. Auf "Dolly and Oatmeal" sammelt sie nun bekömmliche Rezepte – mit und ohne Flocke. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Man kann behaupten, Lebensmittelunverträglichkeiten sind heute mehr Trend als ernstzunehmende Diagnose. Doch die Rebellion des Magens ist für viele Menschen der erste Anlass, sich intensiver damit zu befassen, was der eigene Körper braucht und was nicht. So auch bei Lindsey Silverman Love, die die Hälfte ihres Lebens lustlos im Essen herumpickte. Nicht, weil sie wählerisch war – sie fühlte sich danach einfach oft nicht gut.

Die durch ihre Ernährungsumstellung dazugewonnene Lebensqualität wollte Silverman Love unbedingt mit anderen teilen und gründete den Foodblog Dolly and Oatmeal. Dass die 32-Jährige bei ihren Rezepten vorwiegend auf Gluten und tierische Eiweiße verzichtet bei Eiern macht sie eine Ausnahme – fällt kaum auf, ihre Gerichte sehen lecker und vielseitig aus.

Da Haferflocken – die Basis für Porridge, das die New Yorkerin seit ihrer Kindheit liebt – von den meisten glutenintoleranten Menschen vertragen werden, musste sie für ihr liebstes Frühstück nur eine Alternative für die Milch finden. Heute mixt sie ihr selbstgemachtes Müsli meist mit Mandelmilch. Aus dem Ritual der Kindheit entsprang auch der Name des Blogs: Ihre Mutter nannte Lindsey immer Dolly, oatmeal heißt auf Deutsch Haferflocken.

Die vielen Jahre Erfahrung mit dem Getreide zahlen sich aus. Denn Loves Frühstücksempfehlung für das heutige Sonntagsessen sieht ganz und gar nicht nach Haferbrei aus. Um ihr Granola mit selbstgemachter Mandel-Macadamia-Milch zu genießen, bedarf es ein wenig Vorbereitung. Für das knusprige Müsli röstet Love spätestens am Vorabend alle Nüsse und Kerne, die sie zu Hause finden kann, verrührt sie mit Haferflocken und süßt das Ganze mit ein wenig Ahornsirup und Zimt. Auch die Macadamianüsse und Mandeln müssen über Nacht einweichen, erst dann kann man sie weiter zu Milch verarbeiten.

Dass Love aber auch Alternativen zu Porridge kennt, zeigen ihre himmlischen Pancakes mit Kokosnussjoghurt und Granatapfelkernen. Die Basis des Teigs sind allerdings auch, klar, Haferflocken. Gemahlen eignen sie sich genauso gut wie herkömmliches Mehl.

Salziger und wärmer wird es mit einem vegetarischen Chilieintopf, mit Kichererbsen und Kürbis. Mit Harissapaste, Kreuzkümmel und Petersilie bekommt er eine orientalische Note. Dazu gibt es Quinoa mit Rosinen und gerösteten Mandeln.

Die Tage zwischen den Jahreszeiten mag Love am liebsten – wenn für einige noch Winter und für andere schon Frühling ist. In dieser Zeit kocht die 32-Jährige gerne Suppen, zum Beispiel eine aus Kürbis mit Fenchel und Kokosmilch. Hat sie Lust auf  Frühlingsgefühle, kommt ein bisschen mehr Limonensaft hinein. Fühlt es sich noch nach Winter an, wird die Suppe mit einem Schuss mehr Kokosmilch noch cremiger.

Kartoffeln sind der Hauptdarsteller des gerösteten Kartoffelsalats. Wer jetzt an verschmierte Mayoschalen mit Kartoffelscheiben denkt, wird zum Glück eines Besseren belehrt. Für die lovesche Version nimmt man idealerweise winzige Kartoffeln – größere Knollen werden einfach halbiert – und röstet sie eine dreiviertel Stunde im Ofen. Während dessen ist Zeit für die Romesco-Sauce, selbstgemacht aus gerösteten Paprika, geschälten Haselnüssen, Olivenöl und Apfelessig. Sind die Kartoffeln fertig, mischt Love noch Quinoa mit Kräutern unter.

Ein etwas leichterer, aber trotzdem wintertauglicher Salat ist der Kale-Salat mit warmen Trauben und Edamame-Bohnen. Isst man den Grünkohl wie in diesem Fall roh, empfiehlt Love kleinere Blätter zu wählen. Damit die Trauben ihren besonderen Geschmack entfalten, werden sie in Öl, Knoblauch und Pinienkernen kurz sautiert. Anschließend kann der Salat mit einem selbstgemachten Shisodressing angerichtet werden. 

Auch wenn die Engländer das Sandwich erfunden haben, hat es sich in Amerika zu einem abwechslungsreichen Allroundtalent entwickelt. Loves Sammie ist mit selbstgemachten Süßkartoffelchips und Avocado belegt, cremig und scharf wird es dank einer Sauce aus Mayonnaise, thailändischer Sriracha, Ketchup und Ahornsirup.

Auch hoch getürmt, dafür aber süß, ist zum Abschluss die Haselnuss-Feigen-Torte für besondere Tage. Dafür röstet Love die Haselnüsse, bevor sie zu Mehl weiterverarbeitet werden. Für die zart-süße Schicht zwischen den beiden Teigböden macht sie Kompott aus Feigen.

Granola mit selbstgemachter Macadamianuss-Mandel-Milch © Lindsey Silverman Love
Vegetarischer Chilieintopf, mit Kichererbsen und Kürbis © Lindsey Silverman Love
Kürbissuppe mit Fenchel und Kokosmilch © Lindsey Silverman Love
Gerösteter Kartoffelsalat mit Romesco-Sauce © Lindsey Silverman Love
Grünkohlsalat mit sautierten Trauben und Edamame-Bohnen © Lindsey Silverman Love
Haselnusskuchen mit Feigenkompott © Lindsey Silverman Love

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