© twofoodieseating.com

Sonntagsessen So schmeckt Liebe

Sie kommt aus Peru, er aus Norwegen. Und gemeinsam kochen Andrea Talavera und Anders Husa in Oslo. Leidenschaftlich abwechslungsreich für ihr Blog "Two Foodies Eating". Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Pärchen, die gemeinsam kochen, und sich danach noch gut verstehen, gibt es. Aber meist nur mit dem stillen Einverständnis, dass der eine das Sagen hat und der andere den ausführenden Part übernimmt. Bei Anders Husa und Andrea Talavera aus Oslo, beide Mitte 30, ist das anders. Sie lieben gutes Essen und stehen gerne in der Küche. Und das am liebsten zusammen. Auf Two Foodies Eating teilen sie, was ihnen schmeckt.

Ihre Neugierde und die Leidenschaft zum Kochen haben sie jeweils ihrem Vater zu verdanken. Obwohl sie unterschiedlicher nicht hätten aufwachsen können: Andrea kommt aus Peru und lebte erst zehn Jahre in Deutschland, bevor es sie nach Oslo zog. Anders ist gebürtiger Norweger. Trotzdem schätzen sie das Gleiche am Kochen: "Essen spricht so viele Sinne gleichzeitig an. Wir können uns in der Küche austoben und das Ergebnis dann mit Auge und Zunge genießen. Essen macht uns glücklich und Kochen erlaubt uns, auch andere glücklich zu machen."

Während sie es unter der Woche eher einfach halten, ist das Wochenende dazu da neue aufwendigere Gerichte auszuprobieren. Dann gibt es zum Beispiel selbstgemachte asiatische Dampfbrötchen mit Schweinebauch, Pasta mit Hackbällchen oder ein traditionelles Gericht aus Andreas Heimat. Im besten Fall jeden Tag etwas anderes. Wie ständige Abwechslung schmeckt, lässt das heutige Sonntagsessen erahnen, für das uns das Paar zwei Vorspeisen, zwei Hauptgerichte und eine Nachspeise empfiehlt.

Als Vorspeise gibt es ganz italienisch Nudeln. Da Anders Trüffelsauce besonders cremig ist, sollte die Portion aber wirklich klein sein. So bleibt Platz für den nächsten Gang, süße chinesische Pfannkuchen (Jian Bing), gefüllt mit Entenconfit und Hoisinsauce. Für die Zubereitung braucht man noch Eier, Zucker, Salz, Mehl, Milch und Frühlingszwiebeln.

In puncto Lieblingsgericht unterscheiden sie sich. Während Andrea Schweinshaxe mit Bratkartoffeln liebt, würde Anders niemals ein Entrecôte mit Pommes Frites und Béarnaise stehen lassen. Wenn man so will, sind die zwei Hauptgerichte des heutigen Sonntagsessens eine Kreuzung aus beidem. Fleisch spielt auf jeden Fall die Hauptrolle.

Als erstes gibt es ein Stück vom dry-aged Schwein mit Karotten-Süßkartoffel-Püree und Grünkohl. Kocht man wie Andrea und Anders oft Fleisch, empfiehlt es sich, sich einen Metzger zu suchen, dem man vertrauen kann. Ihr Metzger in Oslo hat auch mal ausgefallenere Produkte wie Entenherzen oder dry-aged Lamm- und Schweinefleisch, was für ihre Hauptspeisen wichtig ist.

Bevor das Schweinefleisch in einer Mischung aus Olivenöl und Balsamico bei 140 Grad für drei Stunden in den Ofen kommt, wird es mit Thymian, grobem Salz und Pfeffer einmassiert. Kurz in der Pfanne von beiden Seiten scharf anbraten, dann ab in den Ofen damit. Während es dort langsam durchgart, können die Karotten und Süßkartoffeln kochen und zu einem Püree weiterverarbeitet werden. Das übrig gebliebene Fett vom Fleisch eignet sich perfekt, um den Grünkohl darin anzubraten. Das Schöne an dem Rezept – die Sauce ergibt sich von selbst: Die Mischung aus Öl und Balsamico, in der das Fleisch gegart und in die es seinen Saft abgegeben hat, schmeckt fantastisch.

Die zweite Hauptspeise – dry-aged Lamm mit einem Dreierlei der Topinamburwurzel– ist etwas aufwendiger. Denn die Wurzel kommt gebraten, gekocht und als Püree auf den Teller. Verfeinert wird das Gericht durch in Rapsöl eingelegte und im Ofen gebackene Schalotten und einem Rhabarber-Chutney.

Das Dessert Suspiro al la Limeña ist ein Klassiker aus Andreas Heimat, das mit "Das Seufzen der Frauen von Lima" übersetzt werden kann. Diesen Namen trägt die Kombination der beiden Cremes auf Kondensmilch- und Portwein-Basis aus gutem Grund, findet Andrea: "Es raubt einem wirklich den Atem, so gut schmeckt das Dessert." Mit solch einem zufriedenen Seufzer darf jedes Sonntagsessen enden.

Jian Bing mit Entenconfit, Frühlingszwiebeln und Hoisinsauce © twofoodieseating.com
Stück vom dry-aged Schwein mit Süßkartoffel-Karotten-Püree und Grünkohl © twofoodieseating.com
Stück vom dry-aged Lamm mit einem Dreierlei der Topinamburwurzel © twofoodieseating.com
Suspiro al la Limeña © twofoodieseating.com


Kommentare

1 Kommentar Kommentieren

So schmeckt Liebe.. Wir waren zu sechst, Gunnar und Wolli ein Paar, Selmi und ich (ebenfalls Paar) und Peter und Lisa ein heterosexuelles Paar. Man unterhielt sich war lustig und Lisa brachte wirklich leceres auf den Tisch für uns. Dann tönte Peter: "Lisa kann sehr gut kochen"
Sein Blick glitt so ein bisschen provozirend in unsere Richtung!

Und dann sagte Wolli ganz laut: Tja Gunnar auch!

Soviel zu "liebe geht durch den Magen!" :-)

Anmerkung: Bitte nutzen Sie den Kommentarbereich, um sich konstruktiv zum Artikel zu äußern. Danke, die Redaktion/lh