Arabische Küche Erfrischender Mittag

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Mittagessen, selbst gekocht? In der Selfkantine zeigen wir, wie einfach das geht. An Tag 3: leckeres Taboulé, zubereitet von Moder Sheek von "Über den Tellerrand kochen". Von
Aus der Serie: Selbstkochen

Gerichte aus der arabischen Küche entfalten nicht nur besondere Geschmackswelten, sondern oft ganze Geschichten. Für Auberginengerichte muss regelmäßig der Imam in Ohnmacht fallen oder der Papa beleidigt sein (so die Übersetzung für das Auberginenpüree Baba Ghanoush). Der Taboulé-Salat, den der 30-jährige Moder Sheek für die dritte Folge unserer Selfkantine zubereitet, hat zwar keinen so sprechenden Namen. Für den syrischen Koch ist er trotzdem mehr als nur ein Salat, das Gericht erinnert ihn an das gemeinsame Kochen mit seiner großen Familie.  

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Sheek kommt aus Aleppo und ist vor etwas mehr als einem Jahr über die Türkei nach Deutschland geflüchtet. In Syrien war er Arabisch-Lehrer, nun gibt er im Rahmen des Projekts Über den Tellerrand kochen syrische Kochkurse. Im Oktober 2013 hatten vier Berliner Studenten die Idee, für Flüchtlinge und Deutsche einen Raum für Begegnungen auf Augenhöhe zu schaffen, erzählt Lisa Thaens: "Der Andrang ist inzwischen viel größer als die Plätze, die wir anbieten können." Gemeinsam mit Flüchtlingen aus 14 Ländern, die in ganz Deutschland wohnen, haben die Mitarbeiter von Über den Tellerrand inzwischen auch ein Kochbuch herausgegeben. Die Anleitung für den Taboulé-Salat, den ZEIT-ONLINE-Leser und ZEIT-ONLINE-Redakteure unter Sheeks Anleitung am dritten Tag der Selfkantine zubereiten, findet sich aber nur hier: 



Taboulé

Zutaten (für 8 Personen): 2 Tassen Bulgur, 4 Bund glatte Petersilie, 1 Bund frische Minze, 4 große Tomaten, 1 Salatgurke, 2 Zwiebeln, 2 Romanasalate, Saft von 4 Zitronen, Salz, Olivenöl.

Zunächst den Bulgur ansetzen: Er muss in 2 Tassen kochendem Wasser 30 Minuten lang quellen. Währenddessen müssen die vielen Kräuter fein geschnitten werden und die Tomaten, Gurken und Zwiebeln klein gewürfelt. Alles muss in ganz, ganz kleine Stücke gehackt werden, – so könne sich der frische Geschmack besser entfalten. Vom Romanasalat schneiden wir nur die äußeren Blätter klein, in den Inneren wird später der fertige Salat in Schiffchen angerichtet, von denen sich gut abbeißen lässt.

Moder ist ein Flüchtling aus Syrien. Und er will in Deutschland ankommen, deswegen ist er einer der Köche von “Über den Tellerrand kochen”. Bei ZEIT ONLINE hat er innerhalb von 30 Minuten für 10 Leute Tabouleh mit arabischem Brot zubereitet. Was Sie beim Nachkochen beachten müssen, zeigt das Video.

"Ein richtiges Sommeressen", findet unsere ZEIT-ONLINE-Leserin Adrienne Zeidler, die als Szenenbildnerin sonst häufig in den Genuss von ausladenden Caterings kommt – "oft viel zu üppig". Dieses Problem gibt es heute nicht. Der Taboulé-Salat schmeckt erfrischend und sättigt, ohne dass man sich danach erst mal eine Stunde hinlegen muss.

Den fertigen Bulgur nach 30 Minuten mit dem Salat vermischen und alles mit Zitronensaft und Olivenöl abschmecken. Sheek gießt das Olivenöl über den Schüsselinhalt, er zieht mehrere Kreise. Bis es "richtig shiny" wird.

Unser Taboulé hat letztendlich ein ganz anderes Farbverhältnis als das, was man aus den Fertigpackungen deutscher Bäckereien kennt. Viel mehr Gemüse, viel mehr Kräuter, alles bunt, kaum Getreideanteil.    

Da ist es nicht verwunderlich, dass Sheek kein Fan der deutschen Version von Taboulé ist. Hat er denn sonst schon ein gutes deutsches Gericht entdeckt? "Nein, leider gar keins." Immerhin hat er in Hamburg, wo er gerade wohnt, keine Probleme, alle Zutaten für seine eigenen Leibgerichte zu finden. Mindestens eines davon, das hat Sheek bewiesen, ist für Büroküchen auf jeden Fall gut geeignet.

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