© Sabine Steffens

Sonntagsessen Er kocht, sie schreibt mit

Kochen kann Sabine Steffens wirklich nicht. Dennoch betreibt die 47-Jährige das Foodblog "Held am Herd". Die Rezepte dafür liefert ihr Mann Walter. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Sabine und Walter Steffens sind so in etwa wie Superman und Lois Lane: ein perfektes Team. Walter kocht, Sabine macht die Küchenschabe, wie sie sagt. Sie hält die Küche in Ordnung. Backen liegt ihr schon eher. Auch das Schreiben und Fotografieren übernimmt sie für ihr gemeinsames Foodblog Held am Herd. Während Walter von der Vorspeise bis zur Nachspeise alle Rezepte kreiert, setzt Sabine sie ins Szene und steuert ab und zu eines ihrer Backrezepte bei. Der Name ist also ein Liebesbeweis von Sabine an ihren Helden Walter. Seine Mutter war's, eine Belgierin, die ihr Talent den Kindern vererbt hat. Aber Walter beschränkt sich nicht auf belgische Küche. Gekocht wird alles, was gut schmeckt.

Die Steffens wohnen mit ihren Töchtern und einem Hund auf einem alten Hof in einem Vorort von Wiesbaden. Freunden und Bekannten steht ihre Türe immer offen. Koch trifft Autor, trifft Küchenplaner, trifft Bühnenbildner. Einige Gäste dieser kulinarischen Gelage, stellt Sabine auf ihrem Blog dann auch vor. "Unser Kühlschrank ist immer proppenvoll", sagt sie. "Damit wir jeden Überraschungsbesuch bewirten können."

Wer die Osterwoche bei einem ausgiebigem Sonntagsessen ausklingen lassen möchte, der orientiere sich an diesem Menü. Weil Walter gerne kocht, aber genauso gern in Ruhe mit Freunden zusammensitzt, hat sich das Paar für den Abend mit Freunden Gerichte überlegt, die gut vorbereitet werden können und nur noch wenig Aufwand machen, wenn die Gäste einmal da sind. 

Der Mango-Basilikum-Dip mit Rosmarincrackern zum Beispiel, den die Steffens zum Aperitif reichen. Dafür püriert Walter gewürfelte Mango, geröstete Pinienkerne, frisches Basilikum, Knoblauch, Zitronensaft und Olivenöl und würzt die Mischung mit Salz, rotem und schwarzem Pfeffer.

Ein leichtes Entree ist der Rote-Bete-Salat mit überbackenem Ziegenkäse und Walnüssen. Während der Ofen vorheizt, schneidet Walter Ziegenkäse in großzügige Scheiben und verteilt diese auf einem Backblech, das mit Backpapier ausgelegt ist. Darüber kommen Kräuter der Provence, Walnüsse und Honig. Der Käse kann dann aus dem Ofen, wenn er anfängt, leicht zu zerlaufen.

Sie lassen sich schnell zubereiten und regen den Appetit an: Chiligarnelen. Mit Ingwer und Knoblauch auf Baguette sorgen sie für gute Laune bei den Gästen. Sabine behauptet, dass man dieses Gericht gar nicht unfallfrei mit Messer und Gabel essen könne. Sie empfiehlt, diese Vorspeise unbedingt mit der Hand zu sich zu nehmen. Soll es elegant zugehen, ist dieses Gericht wohl eher etwas für fortgeschrittene Esser.

Ein Hauptgericht, das noch lange im Gespräch bleibt? Steffens fällt da Hirschfilet mit Aal ein. Wild und der fettige Fisch – eine ungewohnte Kombination, das gibt auch Sabine zu. Für die Zubereitung muss der Koch etwas Zeit mitbringen. Das Hirschfilet wird in einer Pfanne angebraten, anschließend im Ofen in Butter, Thymian und Wacholderbeeren gebacken und zuletzt mit Räucheraal belegt. Dazu gibt es geschmorten Chicorée und Rosenkohlpüree in Essigkaramellsauce mit Trockenobst.

Nachdem der Held der Küche für das Menü gesorgt hat, ist Sabine mit einem ihrer Backrezepte an der Reihe. Apfel-Krümel-Muffins runden das Menü ab. Sabine drückt dazu einen dünnen Teigrand in eine Muffin-Backform und füllt sie mit Apfelstückchen aus. Wer es besonders knusprig mag, versieht die Muffins vor dem Backen mit Mandelsplittern.

Rote-Bete-Salat, mit Honig überbackener Ziegenkäse und Walnüsse © Sabine Steffens
Chiligarnelen mit Ingwer und Knoblauch auf Baguette © Sabine Steffens
Hirschfilet mit Räucheraal und geschmortem Chicorée © Sabine Steffens
Apfel-Muffins mit Mandelsplittern © Sabine Steffens

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