© Ariane Bille/Verlagshaus Jacoby Stuart

Kreolische Rezepte Tropen auf der Zunge

Kurkuma, Kakao, Koriander, Kokos und natürlich Vanille: Die kreolische Küche besticht durch ihre vielen Gewürze. Exotisch kochen ist einfach – exotisch trinken auch. Von

Der Sommer will nicht so, wie er soll und das Flugticket gen Süden hat jemand anderes eingesteckt? Ein idealer Moment für Das kreolische Kochbuch von Birgit Weidt. Mit den darin enthaltenen Rezepten aus La Réunion, Guadalupe und Martinique wird Fernweh zum Vergnügen.

Wobei es die eine kreolische Küche gar nicht gibt, sondern viele verschiedene weltweit. Dieses Kochbuch versammelt Rezepte jener drei Inseln, die bis heute als sogenannte Überseedépartements zu Frankreich gehören. Die karibischen, Guadeloupe und Martinique, sind Nachbarn, La Réunion liegt rund 13.000 Kilometer entfernt vor der Ostküste Afrikas. Trotzdem haben sie einiges gemeinsam.

Aber genug des Lexikalischen, auch die Inselporträts im Buch sind eine eher überflüssige Beilage, klingen zu sehr nach Wikipedia oder Reiseveranstalter. Lieber gleich weiter ins Herz der Küche: den Gewürzmischungen. Je nach Insel tragen sie unterschiedliche Namen wie Colombo und Massalé, ähneln sich aber in vielen ihrer Zutaten. Koriander, Kreuzkümmel, Kardamom, Chili, Kurkuma, Zimt, Nelken und natürlich Pfeffer. Essenziell sind auch Kokos, Vanille und Limette. So macht Abschmecken Spaß und ist zugleich eine Herausforderung für die Geschmacksknospen.

Häufig kommen Fisch und Meeresfrüchte auf den Tisch oder in den Picknickkorb, denn das Sonntagsessen im Freien ist Inseltradition. Zahlreiche andere Rezepte basieren auf Schweinefleisch oder Hühnchen, dazu gibt es Reis oder Süßkartoffeln. Für Vegetarier ist dieses Kochbuch leider eher ungeeignet.

Birgit Weidt: "Das kreolische Kochbuch" © Ariane Bille/Verlagshaus Jacoby Stuart

Hat man erst die Gewürze beisammen, ist der Rest so einfach wie die Zubereitung eines Kokoshühnchens: Hühnchenteile anbraten, anschließend Zwiebeln, Knoblauch und Gewürze kurz schmoren, Tomatenmark hinzugeben und mit Kokosmilch ablöschen. In dem Sud köcheln die Hühnchenteile, bis sie gar und aromatisch sind. Dazu werden auf Martinique Reis oder Püree aus Yamswurzeln und eine Kräutersauce gereicht. Ähnlich unkompliziert lassen sich zum Beispiel eine kreolische Fischsuppe, Dorade mit Vanille oder Kaninchen in Senf-Kakaocreme zubereiten. Zum Schluss greift man zum Ananaskuchen oder lässt Kokosbonbons auf der Zunge zergehen.

Ein gesondertes, ausführliches Kapitel entfällt auf Getränke, allen voran Rum. Gemixt wird der Zuckerrohrschnaps mit dem, was auf den Inseln wächst, wo er produziert wird. Wie wäre es mit einem Kokos- oder Tamarindenpunsch? Mit Vanille-Papayapunsch oder Orangenrum? Wer lieber alkoholfreie Cocktails trinkt, greift zu Ananas-Milchshake oder Ingwerpunsch. Der sogenannte Liebestrunk Caresse des Antilles aus Bananen, Ananas-, Guaven-, Papayasaft und Minzsirup ist übrigens jugendfrei. 

Kokoshühnchen für 4 Personen

2 kleine Hühnchen, küchenfertig und in Brust und Keulen zerlegt
4 EL Sonnenblumenöl
1 große Zwiebel, feingehackt
2 Knoblauchzehen, feingehackt
½ TL Kurkumapulver
½ TL Korianderpulver
½ TL Currypulver
½ TL gemahlener Zimt
1 Prise Cayennepfeffer
Salz
2 Fleischtomaten, gewürfelt
2 EL Tomatenmark
400 ml ungesüßte Kokosmilch

Das Öl in einem großen Topf erhitzen und die Hühnchenteile darin von allen Seiten anbraten. Die Hühnchenteile aus dem Topf nehmen und beiseitestellen. Die Hitze reduzieren, Zwiebeln und Knoblauch anschwitzen. Gewürze und Tomaten dazugeben und 5 Minuten unter Rühren anbraten. Anschließend das Tomatenmark unterrühren und mit Kokosmilch ablöschen. Nun die Hühnchenteile zurück in den Topf geben und zugedeckt 35 Minuten köcheln lassen. Auf Martinique werden dazu Reis, Jamspüree und würzige Kräutersauce serviert.

Birgit Weidt: "Das kreolische Kochbuch", Verlagshaus Jacoby Stuart, 19,95 Euro

Kommentare

2 Kommentare Kommentieren

Bei dieser Aufzählung der leckeren Gewürze läuft schon das Wasser im Munde zusammen. Koriander, Kreuzkümmel, Kardamom, Chili, Kurkuma, Zimt, Nelken und natürlich Pfeffer, Kokos, Vanille und Limette. Es hört sich exotisch an, aber es sind Gewürze die sehr gut in unsere mitteleuropäische Küche passen. Nicht zu extrem scharf und seht aromatisch würzig. Lecker, lecker, lecker. Dem Koch sind hier keine Grenzen gesetzt zu experimentieren. Ran an die Gewürze! LG falkochblog
Koriander, Kreuzkümmel, Kardamom, Chili, Kurkuma, Zimt, Nelken und natürlich Pfeffer. Essenziell sind auch Kokos, Vanille und Limette. So macht Abschmecken Spaß und ist