© Annette Sandner

Sonntagsessen Von der Hand in den Mund

Heiß, fettig und gerne im Stehen: Annette Sandner schwärmt für Streetfood. Auf ihrem Blog "Culinary Pixel" zeigt sie, wie man aus einem Imbiss einen Gourmet-Happen macht. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Essen bringt Menschen zusammen, das hat Annette Sandner schon früh verstanden. Aufgewachsen im familieneigenen Hotel, waren Kochen und Geselligkeit seit jeher ein Teil ihres Lebens. Auf ihrem Blog Culinary Pixel verbindet sie seit nunmehr drei Jahren die Dinge, die ihr am meisten Spaß machen: Kochen, Fotografieren und Schreiben.

Weil Sandner am liebsten für Gäste kocht und weil es auch ruhig mal ein paar mehr Leute sein dürfen, hat sie eine besondere Vorliebe für Gerichte, die man im Stehen und von der Hand essen kann. Damit ist sie freilich nicht allein. Streetfood kommt an, das zeigt das große Angebot an Food Trucks und Streetfood-Festivals. Wenn ein Besuch dort nicht reicht, denkt Sandner zurück an ihre Asienreisen, am liebsten an die Straßenimbisse in Vietnam und Thailand. Für das heutige Sonntagsessen verspricht uns Sandner Streetfood Deluxe. Denn nur weil etwas schnell zu verspeisen ist, heißt es noch lange nicht, dass es nicht raffiniert sein kann.

Dass das kein leeres Versprechen ist, beweist sie schon mit dem ersten Gang: Es gibt Austern mit Dill und Weintrauben. Für den süß-sauren Snack einfach kernlose weiße Trauben in Scheiben schneiden, Dill, Zitronensaft und Honig vermischen und über die Austern geben.

Etwas bodenständiger, aber nicht weniger lecker sind die Kürbis-Süßkartoffel-Puffer. Süßkartoffeln und Kürbis reiben, Eier, Mehl und Gewürze hinzufügen und vermengen. Dann die Masse zu kleinen Puffern formen und goldgelb backen. Wer mag, kann das Ganze noch mit Wildkräutersalat und einer Scheibe Parmaschinken garnieren.   

Es hilft nicht, sich etwas vorzumachen: ordentliches Streetfood muss triefen vor Fett. Sandners Fisch-Burger-Rezept erfüllt diese Bedingung vortrefflich. Von Fastfood kann hier allerdings keine Rede sein, denn Sandner stellt vom Brötchen bis zur Remoulade alles selbst her. Ist das vollbracht, den Fisch (Wels oder Goldbarsch) durch Bierteig ziehen und in der Fritteuse oder im Topf knusprig backen. Zum Schluss mit Radieschen und Wildkräutern servieren. 

Kross und saftig ist auch das nächste Gericht: Asiatischer Schweinebauch mit Reisnudeln, Koriander und Chili. Ist das Fleisch mariniert, lässt Sandner es etwa zweieinhalb Stunden im Ofen schmoren. So bleibt ihr reichlich Zeit um eine Soße aus Sesam- und Rapsöl, Reiswein, Miso-Paste, Honig, Limettensaft, Soja- und Hoisin-Soße anzurühren. Wenn das Fleisch gar ist, grillt man es noch etwa 10 Minuten bis die Schwarte Blasen wirft – so wird es besonders knusprig. Schließlich den Braten in Scheiben schneiden und mit der Soße, Reisnudeln, Koriander, Sesam und Chili anrichten.

Wer bei all diesen schmackhaften Kleinigkeiten durstig wird, dem legt Sandner ihr Rezept für Whisky Sour mit Blutorange und Basilikum ans Herz. Einfach Whisky, frisch gepressten Blutorangensaft und Orangensirup vermischen und mit Basilikumblättchen und kandierten Orangenschalen servieren.

Süß wird es zum Schluss, mit Karottenkuchen mit Frischkäse-Frosting. Frische Vanilleschote und eine Prise Muskatnuss geben dem Kuchen eine besonders würzige Note. Der Frischkäse ist eine Variante zum klassischen Cupcake-Frosting aus Butter und Zucker. Sandner, für die Backen nicht zu den Lieblingsaktivitäten in der Küche gehört, versichert: "Sehr einfach und sehr lecker."

Austern mit weißen Weintrauben und Dill © Annette Sandner
Kürbis-Süßkartoffel-Puffer mit Serranoschinken und Wildkräutersalat © Annette Sandner
Asiatischer Schweinebauch mit Reisnudeln, Koriander und Chili © Annette Sandner
Whisky Sour mit Blutorange und Basilikum © Annette Sandner
Karottenkuchen mit Frischkäse-Frosting © Annette Sandner

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