Sommersalat Das Multitalent unter den Salaten

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Linsen werden unterschätzt. Dabei beherrschen die zart-erdigen Hülsenfrüchte Bescheidenheit genauso wie den großen Auftritt. Hier harmonieren sie mit Feta und Rosinen. Von
Aus der Serie: Irgendwas mit Knack

Sommerzeit ist Salatzeit. Niemals im Jahr schmeckt gesund so gut. Mit steigenden Temperaturen liegt die Herausforderung in der Variation. Immer nur Tomate Mozzarella oder Kopfsalat mit Essig-Öl-Dressing ist fad. In unserer Serie Irgendwas mit Knack verraten wir die Lieblingsrezepte aus der ZEIT-ONLINE-Redaktion. Ob mediterran oder orientalisch, mit Fisch, Fleisch oder vegetarisch: Hauptsache, es knackt.

Linsen sind die perfekte Grundzutat für einen sättigenden Salat. Wie Lego-Steine lassen sie sich unendlich verschieden kombinieren und das Ergebnis schmeckt jedes Mal anders. Leider wird diese Hülsenfrucht oft unterschätzt. Sie ist ja auch sehr bescheiden, wächst auf kargen Böden, kostet nicht die Welt und hat optisch wenig zu bieten. Ich liebe sie trotzdem. Dafür gibt es mehrere Gründe: Sie ist ein Superfood voller Proteine und Mineralien. Sie freundet sich mit allem an, was man zu ihr in die Schüssel gibt. Besonders gut zu ihrem zart-erdigen Aroma passen scharfe und saure Kontraste. Außerdem ist sie wenig anspruchsvoll, lässt sich als Salat gut vorbereiten und schmeckt auch noch am zweiten Tag. Und schließlich liebe ich ihre Anpassungsfähigkeit: Sogar mit Hummer verträgt sie sich.

Was ich ihr nicht schon alles untergejubelt habe: karamellisierten Spargel, Frühlingszwiebeln und Ingwer im Frühling. Gebratene Pilze, Rote Bete, Kichererbsen, Koriander im Herbst. Im Winter Granatapfelkerne, Nüsse, Kreuzkümmel und Rinderfilet. Jetzt im Sommer passen Tomaten, geraspelte Möhren, Zuckerschoten, Avocado und Aprikosen. Oder Zitrone, Feta und Basilikum wie in diesem Rezept.

Zutaten für zwei Personen als Hauptgericht oder vier Personen als Vorspeise

250 Gramm Linsen (Berg-, Beluga oder Puy-Linsen)
Eine Handvoll Rosinen
Schale von einer Zitrone und gegebenenfalls auch den Saft
1 Chilischote
1 rote Paprika
3 Lauchzwiebeln
1-2 Pfirsiche oder Nektarinen
100 Gramm Fetakäse
Geröstete Sonnenblumenkerne
Basilikum
Knoblauchsalz, Pfeffer

Für die Vinaigrette

4 Esslöffel Olivenöl
1 Esslöffel Haselnussöl
3 Esslöffel Sherry-Essig
Nach Geschmack Saft von 1/2 Zitrone
Knoblauchsalz, Pfeffer

Rosinen in warmem Wasser einweichen. Die Linsen nach Packungsanleitung mit einem Lorbeerblatt kochen. Zwischendurch öfter probieren, ob die Linsen gar sind, sie sollten nicht zerfallen. Salz erst kurz vor dem Abgießen zugeben. Für die Vinaigrette alle Zutaten verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Rosinen und Zitronenzeste untermischen und, wenn es ein bisschen mehr Flüssigkeit sein soll, auch den Zitronensaft.

Zerbröckelten Fetakäse zugeben. Paprika würfeln, Lauchzwiebeln in feine Ringe schneiden. Alles untermischen und mindestens eine Stunde ziehen lassen. Kurz vor dem Servieren die Pfirsiche oder Nektarinen in Scheiben schneiden und untermischen. Sonnenblumenkerne und Basilikumblätter über den Salat streuen.

Kommentare

3 Kommentare Kommentieren

Die Linsen waren in früheren Zeiten ein wertvoller Eiweiß-Lieferant. Sie galten lange Zeit als Arme-Leute-Essen. Das ändert sich zwar allmählich seit manche Sorten mit so edlen Namen wie "Le Puy" oder "Beluga" daherkommen. Aber trotzdem haftet ein Makel an ihnen. Warum?

1. Ihre Kochzeit ist - gerade für eine Salatzubereitung - doch recht lang. Manche Sorten muss man vorher 3 Std. einweichen und dann noch 45 Min. kochen.
2. Die Nachwirkungen in Form von Blähungen sind halt recht unangenehm.

Aber es gibt einen Ausweg, vor allem für Linsen-Anfänger: Die roten und die gelben Linsen sind in 10 Min. ruck-zuck weich. Und da sie geschält sind, erzeugen sie keine unangenehmen Nachwirkungen. Ich habe immer ein Päckchen als Notvorrat zu Hause.

Der Variantenreichtum ist in der Tat schier unendlich, von deftig deutsch bis zu indisch interessant.

Damit die Linsen sich flatulenzmäßig nicht so sehr bemerkbar machen und auch um die Kochzeit zu verringern gebe einfach etwas NATRON ins Kochwasser. [...]

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