© Marie-Louise Crona

Sonntagsessen Lecker, lecker, Käse-Plättar

Die Stockholmerin Marie-Louise Crona stellt auf ihrem Blog "Makki's Mash" vegetarische Varianten der traditionellen schwedischen Küche vor. Das ist ihr Sonntagsmenü. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Marie-Louise Crona begann mit dem Kochen erst, als sie musste. Solange sie bei ihren Eltern wohnte, übernahm das ihre Mutter: eine hervorragende Köchin, die kein Einmischen duldete. Als sie auszog, blieb Crona keine Wahl, als selbst zu kochen. Nach und nach wurde aus der Not eine Tugend. Während ihres Kunstgeschichtsstudiums entwickelte die Stockholmerin einigen Ehrgeiz darin, mit möglichst wenig Geld möglichst dekadente Menüs zuzubereiten. Vor dreieinhalb Jahren zog es sie nach Berlin, wo sie beschloss, das Kochen professionell anzugehen. Auf Berliner Wochenmärkten verkaufte sie selbst gebackene Zimtschnecken, organisierte Pop-up-Dinner und startete ihr eigenes Blog Makki’s Mash. Hier stellt sie, oft in Form kleiner Videos, ihre neuesten kulinarischen Kreationen vor. Häufig lässt sich Crona von der klassischen schwedischen Küche inspirieren, allerdings mit einer Einschränkung: Seit 13 Jahren isst die 29-Jährige weder Fisch noch Fleisch. Schweden ohne Köttbullar? Kein Problem! Passend zur guten Wetterlage schlägt Crona für das heutige Sonntagsessen ein schwedisches Sommermenü vor.

Kurz ist die Zeit, in der es in Schweden wirklich heiß ist, vielleicht genießt man sie deshalb umso intensiver. Im Sommer gibt Crona sich nicht mit einem gewöhnlichen Drink zufrieden. Es muss schon Erdbeer-Prosecco-Eis am Stil sein. Dafür püriert sie Erdbeeren mit frischer Minze, geriebener Zitronenschale und Honig und fügt anschließend Prosecco hinzu. Anschließend die Mischung abfüllen und ins Gefrierfach stellen. Dann heißt es: warten.

Zu einem stilechten schwedischen Essen gehört eigentlich Fisch. Als Vegetarierin denkt Crona sich ständig Alternativen aus. Eine ihrer Entdeckungen ist vegetarischer Kaviar, der aus Seetang hergestellt wird. Am liebsten kombiniert sie ihn mit Käse-Plättar, kleinen Pfannkuchen, ähnlich wie russische Blini. Klassischerweise verwendet man dafür Västerbotten, einen schwedischen Hartkäse. Ersatzweise schmeckt auch Manchego oder Parmesan. Den Käse mit Kartoffeln reiben und mit Buchweizenmehl, Ei und Milch vermischen. Aus der Masse kleine Pfannkuchen formen und in einer Pfanne goldbraun backen. Zum Schluss die Plättar mit frischen roten Zwiebeln, Dill, Crème fraîche und dem vegetarischen Kaviar anrichten.  

Auch der nächste Gang, Hering in Senfsauce, basiert auf einem traditionellen schwedischen Fischrezept. Anstelle des Fisches greift Crona zu festem Tofu. Zunächst Zucker, Senf, Essig und Öl zu einer Soße vermischen. Anschließend mit dem kleingeschnittenen Tofu, Lauch und Dill verrühren. 

Normalerweise serviert Crona den Hering mit Kartoffeln oder Brot. In den Sommermonaten isst sie dazu aber meistens Salat, am liebsten einen bunten Gartensalat. Dabei handelt es sich um einen Mix aus verschiedenen Salatsorten, hauchdünnen Zucchinischeiben, essbaren Blüten und frischem Schnittlauch. Die Mischung mit Macadamia- oder Haselnüssen bestreuen und Saft und Schale einer Zitrone dazugeben. Zum Schluss gibt Crona in einer Pfanne zerlassene Butter über den Salat – zu gesund sollte auch der Sommer nicht schmecken.

Eine Mischung aus mächtig und leicht ist auch die Panna cotta mit karamellisierten Haferflocken und Heidelbeeren. Dazu die Sahne mit Zucker, Kardamomsamen, Vanille und Agar-Agar, einer Art vegetarischer Gelatine, vermischen und etwa fünf Minuten köcheln lassen. Die angedickte Masse durch ein Sieb streichen, in Förmchen füllen und kalt stellen. Nun die Haferflocken mit Butter, Zuckerrübensirup und etwas Salz in einer Pfanne erhitzen, bis sie braun und knusprig sind. Vor dem Servieren erst eine Schicht Heidelbeeren und dann eine Schicht Haferflocken auf der Panna cotta anrichten. 

Mini-Pfannkuchen aus Västerbotten-Käse mit vegetarischem Kaviar © Marie-Louise Crona
Vegetarischer Hering-Salat © Marie-Louise Crona
Bunter Gartensalat mit hauchdünnen Zucchinischeiben, essbaren Blüten und zerlaufener Butter © Marie-Louise Crona
Panna cotta mit karamellisierten Haferflocken und Heidelbeeren © Marie-Louise Crona

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