© Aileen Kapitza

Sonntagsessen Schöne Grüße von der Salatfraktion

Vegetarier essen immer nur das eine? Quatsch, findet Aileen Kapitza. Die Rezeptauswahl auf ihrem Blog "Minzgrün" reicht von Auberginenpommes bis Radieschenrisotto. Von

"Und was isst du dann noch?" Nachdem Aileen Kapitza sich entschieden hatte, Vegetarierin zu werden, hörte sie diese Frage ständig. Um zu beweisen, dass sie sich nicht ausschließlich von Salat ernährt und wie lecker vegetarische und vegane Rezepte sein können, startete sie 2013 ihr Blog Minzgrün. Gutes Essen ist für sie seither nicht nur fleischlos, sondern auch so frisch und regional wie möglich. Seit einem Jahr besitzt die angehende Ingenieurin einen eigenen Garten, fünf Minuten von ihrer Leipziger Wohnung entfernt. Frischer und regionaler geht es kaum. Bislang hat sie Tomaten, Mangold, Kartoffeln, Spinat, Beeren und Birnen geernet – und sich viele Besuche beim Gemüsehändler erspart. Viele der Zutaten für das heutige Sonntagsessen stammen aus Eigenanbau. 

Zwar ärgert sich Kapitza, wenn Vegetarier als Salatesser belächelt werden. Das heißt allerdings nicht, dass sie auf Salat verzichtet. Schon gar nicht, wenn er so raffiniert und bunt ist wie der Sommersalat mit Mango-Chili-Dressing. Dafür sammelt sie möglichst viele verschiedene Beeren in ihrem Garten und mischt sie mit Pfirsichen und Feldsalat. Das Dressing aus Mango, Ingwer, Erdnussbutter, Kokosmilch, Chilisoße, Balsamicoessig und Basilikum erfüllt zwar nicht die regionalen Kriterien, schmeckt aber so gut, dass eine Ausnahme erlaubt ist.

Kapitzas zweiter Gang widmet sich einem heimischen, gemeinhin vernachlässigten Gewächs: dem Radieschen. Wie als Entschädigung verwendet sie für das Grüne Radieschenpesto-Risotto die ganze Pflanze von der Knolle bis zu den Blättern. Als erstes stellt sie aus dem Radieschengrün ein Pesto her. Dafür püriert sie die Blätter zusammen mit blanchierten Mandeln, Öl, Mandelmus, Hefeflocken, Chili und Zitronensaft. Anschließend kocht sie ein traditionelles Risotto, dem sie gegen Ende der Kochzeit dünn geschnittene Radieschenscheiben zufügt. Sobald das Risotto seine cremige Konsistenz erreicht hat, serviert sie es zusammen mit dem Pesto.

Fast Food heißt nicht zwangsläufig ungesund, auf die Zutaten kommt es an. Für ihre knusprigen Auberginen-Pommes schneidet Kapitza Auberginen in fingerbreite Stücke, übergießt sie mit Zitronensaft und Milch und lässt die Mischung 30 bis 60 Minuten ziehen, so werden den Auberginen die Bitterstoffe entzogen. Anschließend paniert sie die Stücke in Polentagrieß und backt sie im Ofen, bis sie leicht gebräunt sind. Als Dip schmeckt Ketchup oder Honig.

Auch die Reiswraps mit Tomatenmayonnaise gehören zu jener Sorte Fast Food, bei der man sich nicht zurückhalten muss. Für den Teig verwendet man Reismehl, so wird das Gericht glutenfrei. Die fertig gebackenen Fladen bestreicht man mit Erdnussbutter und belegt sie mit Edamame-Bohnen, Tomaten, Gurken, Zwiebeln, Blattspinat und Brunnenkresse. Vor dem Zusammenrollen das Ganze mit selbstgemachter Tomatenmayonnaise beträufeln.

Gegen den Durst hilft ein Glas Erdbeer-Gurken-Wasser. Dafür schneidet man Erdbeeren und jeweils eine halbe Salatgurke und Zitrone in Scheiben und gibt alles zusammen mit Pfefferminzblättern in eine Karaffe voll Wasser. Je länger die Mischung zieht, desto intensiver wird ihr Geschmack. Mit Eiswürfeln servieren und bei Bedarf mit frischem Wasser aufgießen.

Beim Dessert ist ein wenig handwerkliches Geschick gefragt. Die Äpfel in den Apfel-Kokos-Muffins werden nicht gerieben, sondern gerollt. Zunächst den Teig, eine Mischung aus Weizen- und Kokosmehl, in Muffinförmchen füllen und zehn Minuten vorbacken. Währenddessen die Äpfel in dünne Scheiben schneiden und mit Zitronensaft beträufeln. Nun jeweils zwölf Scheiben überlappend aneinanderlegen und zu rosenblütenförmigen Ringen zusammenrollen. Die Apfelrosen in die Mitte der Muffins setzen und mit Erdbeermarmelade bestreichen. Nach weiteren 15 Minuten Backzeit lauwarm essen.

Sommersalat mit Mango-Chili-Dressing © Aileen Kapitza
Risotto mit Pesto aus dem Radieschengrün © Aileen Kapitza
Knusprige Auberginen-Pommes mit Polentagrieß © Aileen Kapitza
Reiswraps mit Tomatenmayonnaise © Aileen Kapitza
Erdbeer-Gurken-Wasser © Aileen Kapitza
Apfel-Kokos-Muffins © Aileen Kapitza

Kommentare

4 Kommentare Kommentieren

Wirklich, welch schlechte Textdramaturgie ... wird sowas nur so hingehustet, oder bemüht sich hinterher noch ein Lektor, den Inhalt auf Stringenz zu überprüfen?

"Fast Food heißt nicht zwangsläufig ungesund, [...] lässt die Mischung 30 bis 60 Minuten ziehen, [...]"

Fast Food heißt aber auch nicht, dass die Zubereitung 30-60 Minuten dauert. Mal vom Panieren und Backen im Ofen danach noch ganz abgesehen. Hier wird eine Definition nach der anderen missbraucht, um vermutlich wieder per Native Advertising für irgendwen Werbung zu machen. Leute, lernt wenigstens Texte schreiben!

Die redaktionelle Qualität dieses Artikels ist wirklich nicht pulitzerpreisverdächtig. Aber dafür kann ja Aileen Kapitza nichts. Schade, dass der Beitrag sich darauf beschränkt, Rezepte runterzuleiern, die kann der interessierte Leser auch auf dem Blog nachlesen. Interessanter wäre es gewesen, warum jemand sich vegan ernährt (im Blog schreibt sie übrigens, dass sie keineswegs nur vegan und vegatarisch kocht und isst und dass sie Nichtveganer/-vegetarier nicht missionieren will), sondern, warum sie sich dafür entschieden hat, wie sie persönlich sich damit fühlt, welche Tipps sie für Interessenten und Anfänger hat (Wo bekommt man eigentlich all diese Zutaten? Ist vegan teurer als "normal"? ...) usw. Schade um die verpasste Chance ... Der Blog ist trotzdem sehr sehenswert! Liebe ZEIT-Redaktion, Kochrezepte bringt jedes 50-Cent-Blättchen. Von Euch erwartet man etwas mehr Substanz und Beschäftigung mit einem Thema. Das könnt Ihr ganz bestimmt besser.