© Madeline Jia Lu

Sonntagsessen Hungrige Kinder machen erfinderisch

Die Neu-Stuttgarterin Madeline Jia Lu verrät auf ihrem Blog nicht nur, wie sie ihren Kindern Rote Bete schmackhaft macht, sondern auch, wie man Kimchi selbst fermentiert. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Jeder Umzug ändert die Kochgewohnheiten. Die gebürtige Chinesin Madeline Jia Lu weiß, wovon die Rede ist. Erst lebte sie in Kanada und in der Schweiz, arbeitete dann in London bei einer Investmentbank und zog schließlich mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern nach Stuttgart. Auf ihrem Blog Madeline Lu überwiegen die Einflüsse der asiatischen Küche, etwa vietnamesische Nudelsuppen, sogenannte Phởs, und hausgemachtes Kimchi – aber es finden sich auch Rezepte für belegte Brote oder spanische Paella. Auffallend viele dieser Rezepte fallen in die Kategorie comfort food, sind also ideal für den beginnenden Herbst. Auf Fleisch verzichtet die 37-Jährige, nicht aber auf intensiven Geschmack.

Ein sättigendes und zugleich leichtes Gericht ist die chinesische Nudelsuppe mit Pak Choi und Shiitakepilzen. Madeline empfiehlt dafür breite chinesische Nudeln mit einer Garzeit von ein bis zwei Minuten. Sie erhitzt Öl in einem Wok und gibt Knoblauch und Ingwer hinzu. Dann rührt sie Pilze und Pak Choi unter und löscht das Ganze mit Reisessig ab. Zum Anrichten gibt sie erst die Nudeln in eine Schüssel, übergießt sie mit Gemüsebrühe und dann mit dem Wokgemüse.

Ähnlich wärmend, aber noch geschmacksintensiver ist Madelines Kimchi-Eintopf. Ginge es nach ihr, würden ihre Leser den Kohl selbst fermentieren. Warum nicht? Der Vorgang ist simpel, braucht allerdings Zeit. Erst nach einer Woche ist der Gärprozess abgeschlossen. Wer nicht so lange warten möchte, kauft fertiges Kimchi im asiatischen Supermarkt. Für den Eintopf das Kimchi mit Zwiebeln anbraten. Anschließend den aufgehobenen Kimchisaft sowie Chiliflocken und -paste dazu geben, bei geschlossenem Deckel zum Kochen bringen und bei mittlerer Hitze für 15 Minuten einkochen lassen. Zum Schluss den gewürfelten Tofu unterheben und nach fünf Minuten heiß servieren. Statt Tofu kann man auch Fisch oder Fleisch verwenden.

Beim thailändischen Pomelosalat sollten aber auch Nicht-Vegetarier dem Tofu unbedingt eine Chance geben. Sein mild-nussiger Geschmack ergänzt die süße Säure der Pomelo perfekt. Als erstes rührt man aus thailändischer Fischsauce, Zucker, Knoblauch, Chili und Limettensaft ein Dressing an. Anschließend dämpft man den Tofu fünf Minuten lang mit Zitronengras und Kaffir-Limettenblättern und verrührt ihn nach dem Abkühlen mit der geschälten Pomelo. Sobald der Salat mit dem Dressing vermischt ist, sollte man ihn sofort mit Koriander und gerösteten Cashewnüssen servieren.

Bei der Gemüsezubereitung müssen alle Eltern erfinderisch werden. Damit Süßkartoffeln und Rote Bete nicht auf den Kindertellern liegen bleiben, röstet Madeline sie im Ofen zu Chips. Alles, was sie dafür braucht, sind ein feiner Hobel, Olivenöl, gutes Salz und Rosmarin.

Rote Bete spielt auch im nächsten Gericht die Hauptrolle. Durch sie bekommt Madelines Risotto einen erdigen Geschmack und eine leuchtend rosa Farbe. Selbst das Blattgrün wird hier verwendet. Mit Olivenöl und etwas Knoblauch angeschwitzt wird es zur herzhaften Beilage.

Zum Nachttisch gibt es Pistazieneis. Madeline verwendet lieber Kokos- statt Kuhmilch, so wird es cremiger. Den Zucker ersetzt sie durch Agavendicksaft. Seinen besonderen Geschmack erhält das Eis aber vor allem durch Beigabe von Kardamom und Rosenwasser. Zunächst die Pistazien für mindestens vier Stunden in Wasser einweichen, dann im Mixer mit der Kokosmilch zu einer cremigen Paste verrühren. Anschließend die Maisstärke mit dem Rest der Kokosmilch aufkochen, Kardamompulver, Agavendicksaft und Salz unterrühren. Dann die Pistaziencreme dazu geben und weitere fünf bis acht Minuten eindicken lassen. Ist sie abgekühlt, kommt die Creme für eine Stunde in den Kühlschrank. Erst dann hat sie die richtige Konsistenz für die Eismaschine.

Wer es zum Nachtisch einfacher mag, sollte die Schoko-Kokos-Brownies probieren. Madeline nimmt als Basis gemahlene Zwerghirse, aber auch mit herkömmlichem Mehl gelingt das Rezept. Eis, Brownies oder einfach beides – dann kann der Herbst kommen.

Eintopf mit selbsgemachtem Kimchi © Madeline Jia Lu
Pomelosalat mit Tofu und Koriander © Madeline Jia Lu
Gemüsechips aus Süßkartoffeln und roter Bete © Madeline Jia Lu
Rote-Bete-Risotto © Madeline Jia Lu
Pistazieneis mit Kardamom © Madeline Jia Lu
Schoko-Kokos-Brownies © Madeline Jia Lu

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