© Patrick Rosenthal

Sonntagsessen Beste Reste

Das Gute am Gastgeben? Für die nächste Mahlzeit ist schon vorgesorgt. Auf "Ich mach's mir einfach" teilt Patrick Rosenthal Rezepte für jetzt, gleich und später. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Manchmal muss man einfach mal machen. Oder gute Freunde haben, die einen dazu ermutigen. In Patrick Rosenthals Fall war es seine beste Freundin Sarah, die ihn überredete, einen eigenen Foodblog zu gründen. Die Gerichte auf Ich mach's mir einfach erfordern weder spezielle Küchengeräte noch ausgefallene Zutaten und sollen vor allem leicht nachzumachen sein. Oft lädt der Frankfurter Bekannte zu sich ein, damit sie seine neuesten Kreationen probieren. Bei gutem Essen und einem Glas Wein sprechen sie über Foodtrends oder blättern gemeinsam durch Kochbücher. Sind die Gäste weg und die Teller leer, freut sich der Gastgeber bereits auf das Frühstück am nächsten Morgen. Umso besser, wenn vom Abendbrot etwas übrig bleibt.

So wie vom Trauben-Walnuss-Brot, das Rosenthal abends noch ofenwarm mit Camembert und Ziegenkäse belegte. Für ein herzhaft-süßes Frühstück am Morgen danach reichte ein Stück Butter und Meersalz. Die Zubereitung ist einfach. Nach einer Stunde Ruhezeit den Hefeteig halbieren und beide Hälften mit einer Mischung aus Trauben, Walnüssen, Zucker und Rosmarin belegen. Anschließend die Hälften zusammenklappen, zu einem runden Laib formen, die restliche Trauben-Walnuss-Mischung darauf verteilen und im Ofen backen.

Seitdem er seine Gerichte auf einem Blog veröffentlicht, achtet der 39-Jährige noch mehr auf die Saisonalität seiner Zutaten. Jetzt im Herbst ist Kürbiszeit. Von einer Reise in die hessische Rhön brachte er besonders große Exemplare vom Bauern mit. Anstatt daraus eine standardisierte Kürbissuppe zu machen, kochte er sie nach seiner Rückkehr zu Püree ein. 500 Gramm Kürbis ergeben etwa 150 Gramm Püree, der, in einen Gefrierbeutel gefüllt, bis zu einem halben Jahr im Eisfach gelagert werden kann. Rosenthal backt daraus ein Kürbis-Käsebrot, für das er einem traditionellen Hefeteig das Kürbispüree und Cheddarkäse untermischt. Bevor das Brot in der Kastenform goldbraun bäckt, schneidet er den Teig einmal längs ein, so geht es leichter auf.

Als Hauptgang schlägt er mit Blätterteig überbackenen Salbei-Kürbis vor. Dafür den Kürbis klein würfeln und mit Knoblauch, Zwiebeln, Olivenöl und Salbei im Ofen vorbacken. Nach 15 Minuten kommen Gemüsebrühe und Feta hinzu. Ist der Käse geschmolzen, die Kürbismischung aus dem Ofen nehmen und in kleine Auflaufformen füllen. Jede Mulde mit einem Stück Blätterteig bedecken und für weitere 10 Minuten backen.

Dass der Kürbis auch eine süße Seite hat, beweisen die Schwedischen Zimtrollen mit Kürbis, die in der kalten Jahreszeit regelmäßig auf Rosenthals Teller landen. Auch dieser Teig enthält Kürbispüree, für etwas Frische sorgt eine Glasur auf Frischkäsebasis.

Hat er genug von Kürbis, gibt es zum Nachtisch kleine Rum Babas, Rosenthals Interpretation des französischen Napfkuchens Baba au rhum. Zugegeben, die Zubereitung ist recht zeitaufwendig: Nachdem der Hefeteig eine Stunde geruht hat, wird er zu Kugeln gerollt, in kleine Muffinformen gefüllt und nach einer Stunde Ruhezeit 20 Minuten im Ofen gebacken. Sind sie abgekühlt, werden die Kugeln eine Stunde in selbstgemachtem Rumsirup getränkt. Anschließend kommen sie für weitere 60 Minuten in den Kühlschrank. Rosenthal empfiehlt, sie mit Orangenschale zu garnieren.

Und auch wenn man als Foodblogger den Rührkuchen nicht neu erfinden kann, so kann man ihm zumindest etwas hinzufügen. Sonntags bekommt der klassische Apfelkuchen eine selbstgemachte Honig-Whiskey-Glasur.

Trauben-Walnuss-Brot © Patrick Rosenthal
Salbei-Kürbis-Pie © Patrick Rosenthal
Schwedische Zimtschnecke mit Kürbis © Patrick Rosenthal
Rum Babas - eine Abwandlung des französischen Napfkuchens „Baba au rhum“ © Patrick Rosenthal
Apfelkuchen mit Honig-Whiskey-Glasur © Patrick Rosenthal

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