© Hetty McKinnon

Sonntagsessen Bunt ins neue Jahr

Hetty McKinnon von "Arthur Street Kitchen" kreiert herzhafte Salate und Gemüsegratins, die alle gleichzeitig auf den Tisch kommen. Ein unkomplizierter Silvesterschmaus. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Hetty McKinnon liebt Salate. Aber nicht im herkömmlichen Sinne einer vollen Schüssel, die mit nichts als Blättern und etwas Rohkost gefüllt ist. Die Varianten, die die Australierin zubereitet, sind herzhaft und für manch einen vielleicht schon zu deftig, um als Salat durchzugehen. Es ist auch vielmehr die Art und Weise, wie man einen Salat isst, die McKinnon so schätzt. Nämlich aus einer großen Schüssel, von der sich jeder so viel nehmen kann wie er möchte. Bei der Australierin sind es meist mehrere Köstlichkeiten, die – ungeachtet der traditionellen Abfolge von Vor-, Haupt- und Nachspeise – gleichzeitig auf den Tisch kommen. So nimmt sich jeder, was er möchte, und wird am Ende von bunten Tellern satt.

Vor vier Jahren fing McKinnon an, ihre Nachbarschaft in Sydney mit ihren Gerichten zu beliefern. Mit einem Fahrrad fuhr sie die Bestellungen aus, die Nachfrage wuchs, und aus ihrer Heimküche wurde ein kleines Unternehmen. Inzwischen ist die Arthur Street Kitchen allerdings umgezogen. Vor einem Jahr packte McKinnon ihre Sachen und zog mit Mann und Kindern von Sydney nach New York. Seitdem dürfen sich die Bewohner Brooklyns an ihren Salat-Kreationen erfreuen, die sie jeden Sonntag in ihrem Pop-up-Restaurant verkauft.

Das Essen nicht in Gängen zu servieren, ist unkompliziert und eignet sich deshalb geradezu perfekt für Silvester. So kann man den Abend mit seinen Gästen anstatt in der Küche verbringen. Vollkommen egal, ob diese kurzfristig ab- oder zusagen: Einfach ein bisschen mehr kochen, denn mit einem Kater schmecken die Reste an Neujahr noch ein bisschen besser.

Dass bei McKinnon nur Gemüse auf den Tisch kommt, werden Fleischesser kaum merken. So geschmacksintensiv sind ihre Kreationen. Außerdem passen die Salate auch wunderbar als Beilage zu Fleisch oder Fisch. 

Bei unserem Silvestermenü gibt es Rosenkohl mal zwei: einmal als Gratin, aber auch karamellisiert mit Linsen und grünen Bohnen. Für die erste Variante wird Sahne in einem Topf erhitzt und mit Salz, Pfeffer, Lorbeerblättern, Muskat, Zitronenschale, Zimtstange und Knoblauch gewürzt. Dann die Rosenkohlröschen, etwas Brühe und die Hälfte des Käses hinzugeben und für fünf Minuten bei milder Hitze kochen lassen. Anschließend die Mischung in eine Gratinform füllen, mit dem restlichen Käse bestreuen und für 20 Minuten in den Ofen schieben.

Für das zweite Rosenkohl-Gericht werden die Röschen halbiert und mit Olivenöl, Salz und Pfeffer auf einem Backblech verteilt, das so lange in den Ofen kommt, wie die Linsen brauchen, um bissfest zu sein. Anschließend die mitgekochte Knoblauchzehe zerdrücken und die Knoblauchmousse unter die abgegossenen Linsen rühren. Während die grünen Bohnen in einer Pfanne anrösten, kann das Dressing angerührt werden. Auch hier kommt eine Pfanne zum Einsatz: Die Senfkörner werden geröstet, bevor sie mit Ahornsirup, Knoblauch, Apfelessig, Olivenöl und Salz zu einer Soße verrührt werden. Dann das noch warme Gemüse anrichten, mit dem Dressing übergießen und gleich servieren.

Die Aubergine in der Parmigiana ersetzt McKinnon durch Babyblumenkohl. Außerdem fügt sie eine Geheimzutat hinzu: Semmelbrösel. Die machen einen Gemüseauflauf erst unvergesslich, sagt sie. Während die Tomatensoße vor sich hin köchelt, wird der eingeölte Blumenkohl in einer Mischung aus Semmelbröseln und Parmesan gewendet und anschließend in der Pfanne geröstet. Dann eine Schicht Tomatensoße in eine Auflaufform geben, darauf die Röschen verteilen und mit der restlichen Soße, Semmelbröseln und Mozzarella belegen und in den Ofen schieben.

Blumenkohl spielt auch beim nächsten Gericht die Hauptrolle. Auf einem selbst gemachten Kürbispüree wird er mit weißen Bohnen serviert. Für das orangefarbene Püree lässt McKinnon den Kürbis in einer Pfanne mit Wasser so lange kochen, bis er beim Umrühren zerfällt. Ist der Kürbis abgekühlt, wird er zusammen mit Tahini, Knoblauch, Zitronensaft, Olivenöl und Salz zu einem Hummus verrührt. Währenddessen kann der zerteilte Blumenkohl scharf in einer Grillpfanne angebraten werden. Anschließend kommen die weißen Bohnen mit Olivenöl, Kreuzkümmel, Knoblauch und Koriander in die Pfanne. Dann den gegrillten Blumenkohl mit den weißen Bohnen vermengen und frische Kräuter unterheben. Das weiße Gemüse wird auf einem Bett aus Kürbis-Hummus angerichtet.

Aber auch aus dem Ofen schmeckt Kürbis wunderbar. Vor allem, wenn man ihn wie McKinnon mit Kreuzkümmel im Ofen röstet. Dazu gibt es in Harissa-Paste geschwenkte Kichererbsen und einen Klecks griechischen Joghurt, der mit einem Spritzer Zitronensaft besonders frisch schmeckt.

Das letzte Gericht lebt von seiner geschmacklichen Vielfalt. Frisch-erdiger Grünkohl und süßsaure Blutorangen treffen auf nussige Ofenkarotten und Grünkern. Als Erstes wird ein Dressing aus Ahornsirup, frischem Blutorangensaft, Knoblauch, Essig, Dill und Olivenöl angerührt. Danach die längs geviertelten Karotten auf einem Blech mit Olivenöl in den Ofen schieben. Eine Viertelstunde später werden die halbierten roten Zwiebeln hinzugegeben. Fängt die Haut der Karotten an zu brutzeln, das Blech herausnehmen und mit Zitronensaft und der Zatar-Mischung würzen. Während der Grünkern al dente kocht, den zerkleinerten Grünkohl in einer Pfanne anschwitzen. Am Ende alles in einer großen Schüssel zusammenrühren und mit dem Blutorangen-Ahornsirup-Dressing vermengen.

Rosenkohl-Gratin © Hetty McKinnon
Karamellisierter Rosenkohl mit Linsen und grünen Bohnen © Hetty McKinnon
Gegrillter Blumenkohl und weiße Bohnen auf Kürbispüree © Luisa Brimble
Ofenkürbis mit Kreuzkümmel, Harissa-Kichererbsen und Zitronen-Joghurt © Hetty McKinnon
Ofenkarotten mit sautiertem Grünkohl und Grünkern © Luisa Brimble

Kommentare

6 Kommentare Kommentieren

Vielleicht sollten Sie für den Anfang mal probieren, einfach in der ersten Person zu sprechen. Könnte sein, dass die Welt dann schon etwas weihnachtlicher aussieht!

Ich habe mir gleich den ganzen Link rauskopiert - für mich fantastisch leckere Kombinationen, vor allem Blutorange-Ahornsirup-Dressing und die Blumenkohlvarianten - Gratin: lecker lecker.