© Sarah Coates

"The Sugar Hit" Ohne Bowl, aber mit Bumms

Fotos von grünen, möglichst kalorienfreien Speisen in Schüsseln sind auf Instagram der Hit. Sarah Coates kann damit wenig anfangen und feiert auf ihrem Blog die Völlerei. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Alle lieben Abundance Bowls. Foodblogger rund um die Welt inszenieren Gemüse in fotogenen "Schüsseln des Überflusses", in die man alles wirft, was man an Grünzeug zu Hause hat. Dabei sind die Brokkoli-, Rote-Bete- und Sprossenberge mit Tahinidressing vor allem eines: gesund. Das Universum von Sarah Coates funktioniert jedoch nach anderen Regeln.

Auf The Sugar Hit zelebriert die 25-Jährige eine fett- und, wie der Name schon sagt, zuckeraffine Ernährungsweise. Auch optisch ist ihre Seite angenehm weit vom Zuckerbäckervokabular vieler anderer Blogs entfernt: Bei Sarah knallt es farblich und im Geschmack. Bonker treats – beknackte Leckereien – nennt die Australierin ihre Rezepte. The Sugar Hit ist wie eine gute Freundin, in deren Kühlschrank immer ein gut durchgezogener Kuchen wartet, wenn es wirklich wichtig ist. Anders als Chiasamen-zählende, glutenfrei knabbernde Modelblogger genießt Sarah die Vorzüge von Süße.

Auch beim Sonntagsessen wird nicht an guter Laune oder Kalorien gespart. Los geht es mit Ricotta-Waffeln. Wer kein Waffeleisen hat, leiht es sich einfach von den Nachbarn – getreu Sarahs Motto: no problemo. Mehl, Zucker, Speisestärke und Salz werden in einer Schüssel vermischt. In einer zweiten gibt man geschmolzene Butter zu mit Wasser verdünntem Ricotta. Anschließend kommen Eier und Vanilleextrakt dazu. Die trockenen Zutaten werden nun vorsichtig unter die flüssigen gehoben. Wichtig: Es soll keine homogene Masse entstehen! Nur so werden die Waffeln knusprig-teigig. Als Topping schlägt Sarah Sirup und Speck oder Blaubeeren mit Schlagsahne vor.

Als Katerfrühstück kommen Huevos Rancheros auf den Tisch, eine klassische Eierspeise, die mit Avocado und Koriander verfeinert wird. Für die Salsa Zwiebeln, Salz, Chili, Tomaten und Knoblauch in Olivenöl erhitzen und nach zehn Minuten Worcestersauce und Koriander einrühren. In der Zwischenzeit die Eier braten. Die fertigen Tortillas werden lediglich erwärmt und danach gedippt: in Ei, Avocado, Feta und rote Bohnen. Der Kater verschwindet während des Essens ganz von allein.

Wenn es um Burger geht, liebt es Sarah klassisch, was man jedoch nicht mit bescheiden verwechseln darf. Ihr Sexy Bacon-Cheese-Burger mit Spezialsauce vereint die besten Burgerzutaten. Beim Fleisch, das medium gebraten wird, rät sie zu Bioqualität. Der Bacon sollte geräuchert sein. Obwohl sie Sauerteig mag, greift sie beim Burgerbrötchen auf normales Weißbrot zurück. Entscheidend sei vor allem die Sauce, die sie aus Senf, Mayonnaise, Chilis und Worcestersauce selbst herstellt. Getoppt wird das Glück zwischen Brötchenhälften mit Zwiebeln, Pickles und Schweizer Käse.

Und dann kommen wir auch schon zu den wirklich wichtigen Fragen des Lebens: Was ist ein Gaytime Cake? Der australische Kuchenklassiker ist so gehaltvoll, dass man ihn unmöglich allein, sondern nur in Gesellschaft essen kann. Für den Teig die trockenen Zutaten wie Mehl, braunen und weißen Zucker, Kakao- und Espressopulver mit Eiern, Buttermilch, Vanillepaste und heißem Wasser mischen. Diese Menge reicht für zwei Kuchenformen, die jeweils 35 bis 40 Minuten backen. In der Zwischenzeit kann die Füllung zubereitet werden. Dafür die Dulce de leche erhitzen und mit Gelatine sowie geschlagener Sahne verrühren. Ist der Kuchenteig abgekühlt, schichtet man Böden und Füllung abwechselnd. Danach muss der kleine Turm für mindestens vier Stunden kühlen. Vor dem Servieren bekommt der Kuchen ein Topping aus flüssiger Schokolade, Sahne und zerkrümelten Crunchies, einem britischen Schokoriegel mit Toffee- und Honigfüllung. Dieser lässt sich hierzulande durch Twix ersetzen.

Für den Fall, dass das Food Coma noch nicht eingesetzt hat, verrät Sarah ihr Rezept für das perfekte Sundae Hot Fudge. Eine Mischung aus Eis und Schokoladenfondant, die hin und wieder Leben retten kann: bei Trennungen, der Apokalypse und akuter Angst vor dem nächsten Montag. Dafür werden Kakao, Sahne, Zucker und Sirup in einer Pfanne erhitzt und anschließend 70-prozentige Schokolade zugegeben, bis eine dickflüssige Sauce entsteht. Warm oder kalt über das Eis geben und eventuelle Reste im Kühlschrank lagern. Für die nächste Apokalypsenwarnung oder Besuch.

Ricotta-Waffeln mit Blaubeeren und Sahne © Sarah Coates
Huevos Rancheros mit Avocado und Tomate
Sexy Bacon-Cheese-Burger mit Spezialsauce © Sarah Coates
Das perfekte Hot Fudge © Sarah Coates



Kommentare

2 Kommentare Kommentieren

Zum Gaytime-cake: Ein crunchie bar ist auf keinen Fall durch Twix ersetzbar! Honeycomb toffee (die Füllung dieses zuckrigen Vergnügens) ist eine Art aufgeschäumtes knuspriges Karamell aus braunem Zucker oder Melasse und hat ausser dem Namen nichts mit Honig zu tun. Da es in Deutschland keinen vergleichbaren Schokoriegel gibt empfiehlt sich der Besuch eines Britischen Supermarktes (soll es ja in manchen Städten geben) um das Original zu erwerben, es lohnt sich nämlich- der gute Laune-Zuckerschock ist garantiert! Wenn schon Ersatz, dann lieber Krokant/ Crisp. Nix klebrig-flüssiges, das wäre die absolut falsche Konsistenz! :)

Zum Gaytime-cake: Ein crunchie bar ist auf keinen Fall durch Twix ersetzbar. Honeycomb toffee (die Füllung dieses zuckrigen Vergnügens) ist eine Art aufgeschäumtes knuspriges Karamell aus braunem Zucker oder Melasse und hat ausser dem Namen nichts mit Honig zu tun. Da es in Deutschland keinen vergleichbaren Schokoriegel gibt empfiehlt sich der Besuch eines Britischen Supermarktes (soll es ja in manchen Städten geben) um das Original zu erwerben, es lohnt sich nämlich- der gute Laune-Zuckerschock ist garantiert! Wenn schon Ersatz, dann lieber Krokant/ Crisp. Nix klebrig-flüssiges, das wäre die absolut falsche Konsistenz. :)