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Sonntagsessen Süßes Nichtstun

Man sitzt bequem und schnabuliert. Klingt wie ein guter Sommertag. Diese fünf Desserts könnten ihn perfekt machen. Für beste Laune müssen Sie jedoch selbst sorgen. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Dolce far niente sagen die Italiener, wenn sie sich die Sonne auf den gut gefüllten Bauch scheinen lassen. An dieser Lebensphilosophie sollten wir uns jetzt, da der Sommer auch bei uns angekommen ist, ein Beispiel nehmen. Damit das Nichtstun auch wirklich süß wird, verrät uns Iris Schwarz an diesem Sonntag ausschließlich Rezepte für Desserts. 2014 gründete die Schweizerin ihren Blog Table Tales mit dem Ziel, "endlich alle lose herumflatternden Rezepte zu ordnen." Damals wie heute lebt sie mit ihrem Mann in Zürich, obwohl sie eigener Aussage zufolge nie aufgehört hat, von Paris zu träumen. Offenbar ebenso wenig vom europäischen Süden, denn von dort kommen die meisten der Rezepte auf ihrem Blog. Liegt man nur faul in der Sonne, wird man allerdings nicht satt.

Weil deren Zubereitung ein wenig Geduld erfordert, beginnen wir hochmotiviert mit den luftigen Topfenknödeln mit Zwetschgenkompott. Butter und Eigelb verrühren, Quark sowie Gries und Salz zugeben, dann das steif geschlagene Eiweiß unterheben und im Kühlschrank ruhen lassen. Den Teig zu Kugeln formen, im siedenden Wasser ziehen lassen, dann in flüssiger Butter, Zucker und Semmelbröseln wälzen. Mit einem Kompott aus Zwetschgen, Zimt,  braunem Zucker und Vanillezucker servieren.

Von der böhmischen Küche geht es weiter nach Südfrankreich. Übersetzt bedeutet Mendiants "Bettelmönch". Traditionell wird dieses Konfekt zu Weihnachten gebacken, wir leben jedoch in modernen Zeiten und lassen es uns auch im Sommer schmecken. Dunkle Schokolade im Wasserbad schmelzen, kreisförmig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech gleiten lassen. Vor dem Erkalten nach Geschmack mit Nüssen, Kokosraspeln, getrockneten oder kandierten Früchten, Fleur de Sel oder rosa Pfeffer bestreuen.

Wer fürchtet, vor lauter Hitze nicht mehr vom Stuhl hochzukommen, greift am besten auf einen italienischen Klassiker zurück, der übersetzt "Zieh mich hoch" heißt. Iris' Tiramisu kommt ohne Ei aus und schmeckt trotzdem wie das aus Venedig stammende Original. Espresso mit Kaffeelikör mischen, in einem zweiten Gefäß Sahne und Mascarpone. Abwechselnd in den Espresso-Likör getränkte Löffelbisquits und Mascarponecreme in Gläser schichten, mit der Creme abschließen und für einige Stunden kalt stellen. Vor dem Servieren mit Kakaopulver bestreuen.

Ob Tarte aux framboises oder Himbeertarte, Hauptsache die Beeren sind frisch und am besten selbst gepflückt. Wichtig ist Iris zufolge auch, erst den Boden zu backen, bevor man ihn mit den Früchten belegt. Aus Mehl, Butter, Salz, Zucker, gemahlenen Mandeln, Puderzucker und einem Ei den Teig herstellen, zu einer Kugel formen und kalt stellen. In eine Tarteform geben und zehn Minuten blind backen. Blind backen bedeutet, man gibt getrocknete Linsen, Erbsen oder Bohnen auf den Teig, wenn man ihn backt, bevor man ihn belegt. Durch das Backen bekommt der Teig Stabilität, die Hülsenfrüchte sorgen dafür, dass er seine Form behält. Man entfernt sie nach dem Backen wieder vom Teig. Auf diesen streut man dann Zucker und belegt ihn mit Himbeeren. Darüber kommt noch ein weiterer Esslöffel Zucker. Aus Crème Fraîche, Zucker, Vanillezucker und Eigelb einen Guss herstellen, den noch nicht ganz fertigen Kuchen damit begießen und eine weitere halbe Stunde im Ofen backen. Mit Puderzucker bestreut servieren.

Die letzte Station unserer kulinarischen Rundreise ist Griechenland. Was wäre ein Sommermenü ohne Eis? Dafür griechischen Joghurt mit Zucker verrühren, geschlagene Sahne unterheben und einige Minuten ruhen lassen. Anschließend die Masse in eine Eismaschine füllen, gefrieren lassen und bis zum Servieren in der Tiefkühltruhe aufbewahren.

Zwetschgenkompott © TableTales
Mendiants © TableTales
Tiramisu © TableTales
Joghurt-Eis © TableTales

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Tiramisù stammt nicht aus Venedig, sondern aus Friaul, wo dieses Dessert Ende der 60er-Jahre der vorigen Jahrhunderts aufkam. Umstritten ist bis heute, ob das erste Tiramisù in Treviso, Görz oder Tolmein hergestellt wurde. Auf jeden Fall vereint es in sich Elemente der böhmisch-mitteleuropäischen und der norditalienisch-savoischen Küche. Ab den 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat sich das Dessert zunächst auf den Großteil Italiens (außer den Süden) und dann international ausgebreitet.