Sonntagsessen Die beste Wegzehrung

© Lauren Grier
Es gibt kaum eine bessere Zeit, als im frühen Herbst durch die Berge und Wälder zu streifen. Damit die Kraft nicht ausgeht, empfehlen wir diese Rezepte. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Zuerst war es ein Schock. Lauren Grier verlor im Zuge der Finanzkrise ihren Job. Sie tingelte von Vorstellungsgespräch zu Vorstellungsgespräch, die Zeit dazwischen vertrieb sie sich in ihrer Küche. Sie experimentierte und kochte, mittlerweile lebt sie davon. Ihr Blog Climbing Grier Mountain ist ihr Hobby und ihr Job, besonders gerne kocht sie auch für die Bewohner ihrer Heimatstadt Denver, die sie bei regelmäßigen Treffen zusammenbringt.

Schon vor ihrem unfreiwilligen Sabbatical liebte es Lauren zu wandern, etwa in den nahe gelegenen Rocky Mountains. Für ihr Sonntagsessen nimmt sie uns mit auf eine herbstliche Tour durch Colorados Gebirge, all diese Speisen lassen sich vorbereiten und mitnehmen oder zur Stärkung bzw. Belohnung essen.

Zur ersten Stärkung wird eine Cajun-Kürbissuppe mit Andouille und würzigen Brotkrümeln gereicht. Die Cajun sind eine frankophone Bevölkerungsgruppe im US-Bundesstadt Louisiana, bekannt für ihre rustikale Küche. Ihre gleichnamige Gewürzmischung enthält Pfeffer, Zwiebel, Thymian, Majoran, Cayenne-Pfeffer, Salz, Knoblauch und Paprika. Andouille ist der Name einer französischen Wurstspezialität aus Innereien. Für die Suppe den Kürbis mit Pfeffer, Salz und Olivenöl im Ofen rösten, abkühlen lassen und das Kürbisfleisch herauskratzen. Zwiebeln, Knoblauch, Chili, Sellerie, Wurst und Cajun-Gewürz in Butter anbräunen. Kürbisfleisch und einen Becher Bier zugeben. Das Bier zur Hälfte verdunsten lassen und dann Hühnerbrühe dazugeben. Pürieren und mit Crème fraîche verfeinern. In einer Schüssel Brotkrümel mit Cayennepfeffer mischen und über die gekochte Suppe geben. Das übrige Bier darf zur Erfrischung getrunken werden.

Bestimmt haben einige Wanderer das Frühstück ausfallen lassen. Deswegen eignen sich die Apfel-Ingwerkeks-Pancakes mit knusprigem Apfel-Granola und Ahornsirup besonders gut, um sie mitzunehmen oder sich nach einer kurzen Wanderung zu belohnen. Von den sogenannten Gingersnaps, knusprigen Ingwerkeksen, hat Lauren im Herbst immer welche vorrätig. Man kann sie selbst backen oder einfach kaufen. In einer Schüssel Mehl mit Backpulver, Ei, Salz, Zucker, Butter und zerkrümelten Ingwerkeksen verrühren. Portionsweise in einer Pfanne beidseitig braten. Nun entweder einpacken und später mit Obst verzehren oder die fertigen Pancakes übereinander schichten und mit Ahornsirup und Granola sofort genießen.

Zugegeben, die Kürbispasta mit Kräutern und knusprigem Speck ist nichts, was man unterwegs mal eben zubereitet. Umso besser schmeckt sie nach einer anstrengenden Bergtour als Abendessen oder aus der Lunchbox unterwegs. Rigatoni kochen und in einem Backblech aufstellen. In einer Schüssel Kürbispüree mit Sahne, Rosmarin, Thymian, Salbei, einem Ei, Gruyère und einer Prise Salz und Pfeffer mischen. Knoblauch und Schalotten in Olivenöl anschwitzen, erst die Kürbismischung dazu geben, dann die Hühnerbrühe. Nach einigen Minuten Kochzeit über die Nudeln gießen. Mozzarella darauf verteilen, im Ofen backen. Vor dem Servieren mit knusprig gebratenem Speck und frischen Kräutern servieren.

Es gibt kaum etwas Besseres, als nach Hause zu kommen und ein frischer Kuchen steht parat. Lauren serviert einen Whisky-Karamell-Kuchen mit gerösteten Marshmallows. Die kauft sie nicht, sondern macht den Belag selbst. Den Teig gibt es in den USA fertig zu kaufen, Lauren rollt ihn in eine Kuchenform, gibt ein verquirltes Ei darüber und backt ihn vor. In der Zwischenzeit Schokolade schmelzen und vollständig abkühlen lassen. Butter und Zucker schaumig schlagen, Schokolade dazugeben, weiterschlagen. Vanilleextrakt und Whisky zugeben, dann nach und nach vier kalte Eier. Zwanzig Minuten weiterrühren. Glücklich schätzen können sich die Besitzers eines Standmixers. Die Masse über den vorgebackenen Teig gießen, mindestens eine Stunde kalt stellen. In der Zwischenzeit Eiweiß mit Salz steif schlagen. Zucker unterheben, danach erst erwärmten Maissirup und Vanilleessenz. Die Mischung auf der gekühlten Pie verteilen. Damit der Geschmack auch wirklich hervorkommt, muss die Oberfläche noch mit einem kleinen Gasbrenner angeröstet werden.

Nachdem wir schon ein bisschen beschwipst sind vom Whisky im Dessert, rundet ein Cocktail auf Bourbonbasis den Abend ab und entspannt die müden Muskeln. Bei Sangria denken Laurens deutschen Gäste zwar eher an Sommer am Ballermann als Herbst in Colorado, aber glücklicherweise sind solche Assoziationen spätestens nach dem zweiten Glas Bourbon-Apfel-Sangria vergessen. Drei Sorten Äpfel in Scheiben schneiden, mit Apfelsaft, Zitronensaft und Bourbon mischen und mindestens eine halbe Stunde kaltstellen. Mit Cider auffüllen und auf Eis servieren.

Apfel-Ingwerkeks-Pancakes © Lauren Grier
Kürbispasta mit Kräutern und knusprigem Speck © Lauren Grier
Whisky-Karamell-Kuchen © Lauren Grier
Bourbon-Apfel-Sangria © Lauren Grier

Kommentare

12 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Gerichte, die lecker klingen. Aber unter der Überschrift Wegzehrung? Eine Suppe ist ganz sichern nicht typische Wanderkost. Wenn überhaupt müsste es eine sein, die sich als Trinksuppe eignet. Was soll dann eine Suppe, deren Pfiff würzige Brotkrümel sind, die man weglassen müsste, wenn es um eine Wegzehrung geht. Wenn schon Suppe - was für herrliche Rezepte gibt es, die man aus einer Thermoskanne in Tassen kippen könnte, woraus man sie dann problemlos trinken könnte. Das geht übrigens mit einer Suppe mit dicker Einlage wie hier nur sehr schlecht. Da wird schon das Eingießen aus der Kanne schwierig und zum Löffeln müsste man neben Löffeln auch noch Teller haben.
Ähnliches gilt für die Pancakes. Für unterwegs müsste man den Ahornsirup weglassen, sonst klebt es wie blöd. Dann ist es aber auch wieder ein Rezept, bei dem man einen Teil weglassen müsste, um es auf das Thema zu trimmen.
Die Pasta ist dann vorsichtshalber gleich als Nach-Wander-Speise deklariert, weil sie sich überhaupt nicht als Speise eignet, damit "unterwegs die Kraft nicht ausgeht". Selbst wenn man die nötige Warmhaltevorrichtung hätte, warm gehaltene Pasta ist ... örks. Und einen Käse überbackenen Pastaauflauf kalt aus der Lunchbox? Da fallen mir aber zich Rezepte ein, die kein solch ein Notlösungskrampf sind.
Last not least dann noch der Pie, den man bei uns wohl Torte nennen würde. Eine Torte als Wegzehrung? Wird deshalb gar nicht erst als solche vorgeschlagen.
Ergo: NULL Rezepte als Wegzehrung.

"Andouille ist der Name einer französischen Wurstspezialität aus Innereien." (Eva Biringer)

"Französische Auswanderer brachten die Andouille in die Südstaaten der USA nach Louisiana. Dort ist sie fester Bestandteil der kreolischen und vor allem der Cajun-Küche und eine pikante, kräftig geräucherte Schweinswurst, die im Gegensatz zur französischen Variante nicht aus Innereien hergestellt wird." (Wikipedia)

Was stimmt denn nun? Und welche Sorte haben Sie verwendet, Frau Biringer? Und haben Sie einen Tipp, welche Wurst man als Ersatz nehmen könnte, wenn man (außerhalb einer Großstadt) keine amerikanische Andouille bekommt?

Frau Biringer verwendet keine Wurst und behauptet auch nicht, zu kochen.
Frau Biringer schreibt Kochblogs anderer Leute ab.
Wegen der Wurst, fragen Sie Ihren Metzger- oder Fleischersmeister,, vermutlich werden Sie (wenn man das Wiki-Bild betrachtet) bei einer geräucherten Schinkenwurst oder Krakauer als Ersatz nicht ganz falsch liegen, das engl. Wiki gibt da einen Eindruck
"... it is a coarse-grained smoked sausage made using pork, garlic, pepper, onions, wine, and seasonings. The pork used is mostly from a smoked Boston shoulder roast. Once the casing is stuffed, the sausage is smoked again (double smoked)."
Also ordentlich deftiges Fleisch und nichts von Schweinedarm und -magen des erwähnten französischen Originals.
So kanns gehen, wenn man nur (ab)schreibt, aber nicht kocht.