© Smitten Kitchen

Sonntagsessen Jetzt muss gefeiert werden!

2016 ist bald vorbei, darüber darf man sich ruhig freuen. Noch schöner freut es sich übrigens bei diesem Silvestermenü samt Vitaminen, Kohlenhydraten und Schwips. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Das eine Fest ist noch nicht einmal vorbei und wir planen bereits das nächste. In nicht einmal einer Woche geht das alte Jahr zu Ende. Wo könnte man Silvester also besser feiern als in New York, der heimlichen Hauptstadt jenes Landes, das 2016 so sehr geprägt hat? Kurz nach Weihnachten sind die Straßen dort noch immer festlich geschmückt und die Stadt leuchtet mehr als sonst. Selbst die dauergestressten New Yorker sind nach den Feiertagen wenigstens kurz entspannt. Deb Perelman, Autorin des Blogs Smitten Kitchen, lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern im East Village. Als Jüdin hat sie Weihnachten nicht gefeiert und kann sich voller Tatendrang den Vorbereitungen von New Year's Eve widmen.

"Nur Anfänger gehen an Silvester in New York aus", sagt Deb. Sie feiert privat bei Freunden, wenn sie einen Babysitter findet. Denn auch Babysitter wollen eigentlich ins neue Jahr feiern. Am letzten Abend des Jahres braucht Deb für ihr Glück vor allem Punsch, Snacks und Champagner. Und was hilft gegen den gefürchteten Neujahrskater? Deb zufolge ein großes Glas Wasser mit zwei Aspirin vor dem Schlafengehen und salzig-fettiges Essen am nächsten Tag. Dazu ein Ausflug in das Café Sabarsky in der Neuen Galerie sowie ein Spaziergang im nahe gelegenen Central Park und das neue Jahr kann beginnen.

Wir beginnen unser Silvester-Sonntagsessen bereits am frühen Abend, schließlich will auch die Köchin um Mitternacht etwas vom Feuerwerk haben. Den Anfang macht ein Fenchel-Blutorangen-Salat. Dazu Haselnüsse rösten und grob hacken. Fenchel in dünne Streifen schneiden und in einer Schüssel in Salz, Pfeffer und Zitronensaft wälzen. Blutorangen schälen, von den weißen Häuten befreien und über der Schüssel mit dem Fenchel in Stücke schneiden. Nur das Orangenfleisch verwenden, überschüssigen Saft aus den Hüllen pressen. Schalotten, frische Minze, Olivenöl und Nüsse über den Salat geben und mit Limettensaft verfeinern. 

Den nächsten Gang bezeichnet Deb als Kinderessen für Erwachsene. Zwar wirkt der knusprige Kartoffelbraten wie ein Gratin, er besteht aber vor allem aus selbst gemachten Kartoffelchips. Sollte etwas übrig bleiben, eignet er sich gut als Mitternachtssnack. Flüssige Butter und Öl in einer Schüssel mischen. Kartoffeln so dünn wie möglich schneiden. Eine ofenfeste Form mit der Butter-Öl-Mischung ausstreichen und mit Salz und Chiliflocken würzen. Die Kartoffelscheiben vertikal in der Form aufstellen. Mit Frühlingszwiebeln bestreuen und mit der restlichen Butter-Öl-Mischung übergießen. Wer möchte, krümelt jetzt noch Feta, Bacon oder Pancetta über die Kartoffeln. Salzen, pfeffern und im Ofen backen. Nach 75 Minuten ein paar Thymianzweige über die Kartoffeln geben und weitere 35 Minuten backen.

Um sicherzugehen, dass ihre Gäste eine Grundlage für die bevorstehende Nacht haben, serviert Deb ihnen als Hauptgericht einen Rindfleischeintopf mit Cognac und Dijon-Senf. Dazu gewürfeltes Schweinefleisch – entweder Pancetta oder Bacon – in einer ofenfesten Form oder Pfanne erhitzen, bis das Fett ausgelassen ist. Feste Teile beiseite nehmen (sie werden nicht mehr gebraucht, Deb verfeinert damit Salate). Im ausgelassenen Fett Zwiebeln und Schalotten dünsten und in eine Schüssel geben. Rinderkamm in mundgerechte Stücke schneiden, diese mit Mehl bestäuben, salzen, pfeffern und in der Pfanne mit dem ausgelassenen Fett anbraten. Eventuell etwas Butter hinzufügen. Die gebratenen Fleischstücke in die Schüssel zu den Zwiebeln geben. Cognac in Zwiebelpfanne erhitzen, dann mit Gemüsebrühe, glattem und körnigem Senf auffüllen. Anschließend die Fleischstücke mitsamt den Zwiebeln und Schalotten zurück in die Pfanne geben und köcheln lassen. Nach 75 Minuten Karotten einrühren. In einer zweiten Pfanne Pilze in etwas Butter sautieren und zum Eintopf geben. Mit Senf und Rotwein verfeinern, nochmals kurz aufkochen lassen und sofort servieren.

Sollten weihnachtliche Aromen jetzt nicht Pause haben? Nicht, wenn sie so fantastisch schmecken wie in diesem Gingerbread. Das Rezept stammt aus einem von Debs New Yorker Lieblingsrestaurants, der Gramercy Tavern. Eine Form großzügig buttern und mit Mehl bestäuben. In einer Pfanne Starkbier und dunklen Sirup erhitzen. Vom Herd nehmen, Natron einrühren und abkühlen lassen. In einer Schüssel Mehl, Backpulver, Ingwer, Zimt, Nelken, Muskat und Kardamom mischen. In einer zweiten Schüssel Eier mit braunem Zucker schaumig schlagen, dann Öl und die Sirupmischung dazugeben, zuletzt das Mehl unterheben. In die gebutterte Form füllen und backen. Nach dem Abkühlen mit Puderzucker bestäuben und mit Schlagsahne servieren.

Jetzt ist es Zeit, das Geschirr abzuräumen, die Küchentür zu schließen (aufräumen kann man auch noch mit einem hangover) und den Gästen Drinks zu servieren. Im Prinzip ist der Fairytale of New York ein Old Fashioned. Festlich wird er durch einen Sirup aus Nüssen und winterlichen Gewürzen. Dazu in einer Pfanne Wasser mit Zucker, Nelken, Muskat, einer in Stücke gebrochenen Zimtstange, Äpfel- und Birnenwürfeln und Walnüssen, erhitzen. Abkühlen lassen. In einem fest verschlossenen Glas hält sich der Sirup zwei Wochen. Den Sirup in ein Glas geben und mit Orangenzeste und bitters mischen. Mit Bourbon oder Whisky und einem Eiswürfel auffüllen. "Don't forget to share", mahnt Deb, also allen Lieben etwas abgeben und auf ein frohes neues Jahr anstoßen.

Fenchel-Blutorangen-Salat © Smitten Kitchen
Rindfleischeintopf mit Cognac und Dijonsenf © Smitten Kitchen
Gingerbread © Smitten Kitchen
Fairytale of New York © Smitten Kitchen

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6 Kommentare Kommentieren

Hi, I sent a commentary earlier noting Cafe Sabarsky/Neue Galerie are closed on New Year's Day. But it wasn't posted. Any reason? Seems helpful for readers who might try to follow this recommendation. Or do you need it to be in German?

Und was hilft gegen den gefürchteten Neujahrskater? Deb zufolge ein großes Glas Wasser mit zwei Aspirin vor dem Schlafengehen und salzig-fettiges Essen am nächsten Tag. Dazu ein Ausflug in das Café Sabarsky in der Neuen Galerie sowie ein Spaziergang im nahe gelegenen Central Park und das neue Jahr kann beginnen.