© Sabrina Sue Daniels

Wirsing-Kürbis-Päckchen Grün mit Stiel

Wirsing ist super zum Kürbis-Einwickeln, und die Ravioli sind dank Rote Bete leuchtend pink: Wenn eine Foodfotografin das Sonntagsessen kocht, muss es bildschön sein. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Gebürtige Frankfurter sind der Grünen Soße verfallen, das ist ein Naturgesetz. Auch auf Sabrina Sue Daniels trifft das zu. Als Tochter eines Amerikaners und einer Deutschen ist eine gewisse Weltoffenheit für sie allerdings selbstverständlich. Ausleben kann sie die auf Reisen oder im Bahnhofsviertel ihrer Heimatstadt, wo sich eine exotische Küche und ein Geschäft mit ausgefallenen Zutaten und Gewürzen an das andere reiht. Besonders das Restaurant Im Herzen Afrikas hat es ihr angetan: "Deren vegetarische Platte ist unglaublich", sagt sie.

Vegetarisch ist auch ihr Blog Sabrina Sue. Beim Kochen hört die 38-Jährige keine Weltmusik, sondern bevorzugt Krimihörspiele. Als Agatha-Christie-Fan würde sie gerne einmal für deren Detektiv Hercule Poirot kochen.

Sabrina Sue Daniels arbeitet hauptberuflich als Foodfotografin, frische Kräuter hat sie deshalb immer vorrätig. Sie verleihen nicht bloß jedem Gericht Frische und Aroma – ihre kräftigen Farben machen auch so richtig hungrig beim Betrachten der Bilder. Außerdem kann sie sich mit den Kräutern in petto jederzeit ihr Lieblingsessen zubereiten: Kartoffeln mit Grüner Soße.

Ihr Sonntagsessen sieht ebenfalls farbenfroh aus. Als Hauptgericht schlägt sie Wirsing-Kürbis-Päckchen mit Tsampa vor. Tsampa ist ein aus Tibet stammendes Mehl, meistens aus Gerste. In gerösteter Form wird es mit Tee übergossen und dann mit den Händen weiterverarbeitet. Es eignet sich für Porridge, als Suppeneinlage und Dessert. Zugegeben, dessen Beschaffung dürfte nicht überall ganz leicht sein. Aber Tsampa ist ein guter Grund, mal wieder mehr Exotik im Alltag zu wagen.

Wirsing-Kürbis-Päckchen mit Tsampa

Zutaten:

  • 350 g Hokkaido-Kürbis
  • ¼ Teelöffel Salz
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 Esslöffel Butter
  • 50g Tsampa
  • 2 Eier (Größe M)
  • 60 g geriebener Greyerzer
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 Messerspitze Muskat
  • 8 Wirsingblätter

Zubereitung:

Hokkaido-Kürbis waschen, mit einem Löffel entkernen und in grobe Stücke schneiden. In einem Topf mit Wasser und Salz gar kochen.

Zwiebel schälen und fein würfeln. Butter in einer Pfanne erhitzen und Zwiebelwürfel glasig andünsten.

Den gekochten Kürbis fein pürieren, mit Zwiebeln, Tsampa, Eiern und Greyerzer zu einer homogenen Masse verarbeiten. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken und zur Seite stellen.

Wirsingblätter waschen und auf einem Küchentuch trocknen. Strunk entfernen.

Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen. Zwei Wirsingblätter für jeweils zwei Minuten blanchieren, anschließend in Eiswasser abschrecken und auf einem Küchentuch abtropfen lassen.

Backofen auf 200 Grad vorheizen.

Wirsingblätter auf einem Küchenbrett auslegen und mit einem gut gehäuften Esslöffel Kürbisfüllung belegen. Den unteren Teil der Blätter über die Füllung legen, die beiden Seitenteile einschlagen und fest aufrollen. Anschließend die Wirsingpäckchen in eine Auflaufform legen, mit 500 Milliliter Gemüsebrühe auffüllen und für 25 Minuten im Backofen schmoren. Zwischendurch mit Gemüsebrühe übergießen, damit die Päckchen nicht austrocknen.

Grüne Kiwis, weißer Rum: Das ist der Kiwi-Berry-Mojito. Für die alkoholfreie Variante nimmt man Tonic Water. © Sabrina Sue Daniels

Keine Grüne Soße, sondern ein grüner Aperitif ist dieser Kiwi-Berry-Mojito. Zubereitet wird er nicht mit gewöhnlichen Kiwis, sondern sogenannten Kiwi-Berrys, einer Miniversion mit essbarer Schale.

Rote Bete stecken als Füllung in den Ravioli – ihre Blätter bilden die Salatbeilage. © Sabrina Sue Daniels

From root to stalk heißt eine Bewegung, die, ähnlich wie nose to tail bei Tieren, jeden Teil einer Pflanze verwertet. Bei Daniels Rote-Bete-Pasta machen erst die Blätter der pinkfarbenen Rübe das Gericht perfekt. Einerseits, weil sie viel Calcium, Magnesium und Vitamin C enthalten, andererseits, weil das Auge noch mehr zu sehen hat.

Mit Grünkohl-Pesto werden die Süßkartoffel-Waffeln herzhaft. © Sabrina Sue Daniels

Grünkohl und Brunnenkresse erinnern bei diesen Süßkartoffelwaffeln daran, dass auch dieser Winter einmal enden wird. Versprochen.

Für die edle Frühstücksvariante: Strawberry-Quinoa-Sushi © Sabrina Sue Daniels

Ein Dessert der ungewöhnlichen Art ist dieses Strawberry-Quinoa-Sushi. Mit Joghurt und frischen Früchten machen sich die Bällchen auch gut als Frühstück.

Kommentare

18 Kommentare Kommentieren

Irgendwie wird mir da an (unnötig) exotischen Zutaten gerade schwindlig. Das -völlig falsche- Gleichsetzen von "Selbstkochen" mit "Aufwand" kriegt da nur noch mehr Rückenwind.

Klar - der Artikel hat ne andere Zielsetzung - aber ne 10-Minuten-Kochecke mit Zeugs, was man zuhause hat oder ohne Studium im Supermarkt um die ecke einkaufen kann, wäre vielleicht auch mal was. Undvor allen Dingen OHNE supertoll und raffiniert - gesund, einfach und gut würde völlig ausreichen.

Aber jetzt solls auch noch perfekt aussehen? Sorry, es gibt unzählige Gerichte, die super schmecvken, aber bescheiden bis zweifelhaft aussehen. Lustigweise zähle ich da die gezeigten "flamingofarbenen" Ravioli durchaus dazu.