© Christina Basafa-Pal

Persischer Hühnereintopf Der gelbe Faden

Oh, in Österreich wächst Safran? Die heimische Ernte setzt eine burgenländische Bloggerin mit iranischem Ehemann sehr inspiriert von Hühnereintopf bis Reispudding ein. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Deutschland soll jetzt ein Heimatministerium bekommen, und auch anderswo gilt die Regel: Vergiss nie, wo du herkommst. Das gelingt Christina Basafa-Pal schon mit ihrem Blognamen Steppe und Stadt. Die Steppe steht für ihre Heimat, die Gegend rund um den Neusiedler See. Beim Anblick des flachen Burgenlandes kommt einem tatsächlich der Begriff Steppe in den Sinn, außerdem ist die pannonische Tiefebene Teil des eurasischen Steppengürtels. Bei der Stadt wiederum handelt es sich um Wien, wo die Bloggerin seit einigen Jahren lebt und ein historisches Archiv leitet.

Ihren Nachnamen verdankt Christina Basafa-Pal ihrem iranischen Ehemann. Er war es auch, der in ihr die Leidenschaft fürs Kochen weckte. Und die Liebe zu Sushi und Co. "Lange bevor die japanische Küche in Mode kam, aß er schon Misosuppe oder Ramen zum Frühstück", erzählt die 41-Jährige. Auswärts essen geht sie in Wien besonders gerne bei Mochi, einem asiatischen Fusion-Lokal mit Fokus auf japanischer Küche.

Wenn sie selbst kocht, hält sie sich gerne an die iranisch-amerikanische Köchin Najmieh Batmanglij und ihr Buch Food of Life. Oder an Saghar Setareh, eine in Rom lebende Iranerin, die das Blog Lab Noon betreibt. Neben Kochen und Schreiben beschäftigt sich die Österreicherin mit Fotografie. Leicht mache es einem die persische Küche nicht, findet sie: "Vor allem die Eintöpfe sind meist nicht besonders fotogen."

Als Motto ihres Sonntagsessens schlägt sie "Pannonia meets Persia" vor. Bei allen Gerichten handelt es sich um Klassiker der persischen Küche, die sie im Geiste ihrer österreichischen Heimat neu interpretiert. Der Hauptgang, ein traditioneller Hühnereintopf in Granatapfel-Walnuss-Soße, wird deshalb mit burgenländischem Rotwein verfeinert.

Viele der Zutaten für solche Gerichte stammen aus Christina Basafa-Pals "multikulturellem" Garten in Neusiedl am See: "Dort wachsen Quitten, Ringlotten und Sauerkirschen, die in zahlreichen Gerichten der persischen Küche Verwendung finden. Gleiches gilt für das teuerste Gewürz überhaupt: Bei uns wächst es als pannonischer Safran. Es gibt so viele Gemeinsamkeiten zwischen Österreich und dem Iran. Findet man Gemeinsamkeiten, findet man den Dialog." Heimat, wir ahnten es bereits, ist Ansichtssache.

Persischer Hühnereintopf in Granatapfel-Walnusss-Soße

Zutaten:

  • 4 Hühnerfilets (große Hühnerbruststücke ohne Haut), in Würfel geschnitten
  • 1 große rote Zwiebel
  • 300 g Walnüsse, frisch gerieben
  • 170 ml Granatapfelsirup
  • 475 ml Wasser
  • 1–2 EL Tomatenmark 
  • 2 EL Zitronensaft
  • 2 EL Zucker
  • 1–2 Zimtstangen
  • ¼  TL Safranfäden
  • 1–2 EL Rotwein, zum Beispiel Merlot
  • Salz und Pfeffer
  • Olivenöl

Zubereitung:

Hühnerfilets salzen und pfeffern. In einer Pfanne goldbraun anbraten und zur Seite stellen. Zwiebel hacken. In etwas Öl anbraten und die geriebenen Walnüsse hinzufügen. Unter ständigem Rühren leicht rösten.

In der Zwischenzeit Granatapfelsirup in Wasser auflösen. Sobald die Nüsse zu duften beginnen, den Granatapfelsaft in die Pfanne geben. Tomatenmark, Zitronensaft, Zucker, Zimtstangen und Safran beimengen und kurz aufkochen lassen.

Schließlich die angebratenen Hühnerfilets in die Soße legen. Erst bei mittlerer, darin geringer Hitze eine Stunde köcheln lassen, bis das Fleisch weich ist. Mit etwas Rotwein und nach Belieben mit mehr Tomatenmark, Zitronensaft und Zucker abschmecken. Mit Reis servieren.

Das Kräuteromelette wird mit Berberitzen und Kurkuma gewürzt. © Christina Basafa-Pal

Wenn ihr Mann morgens mal wieder Lust auf Misouppe hat, greift Basafa-Pal auf ein Kräuteromelette namens Kuku Sabzizurück.

"Ramen auf Persisch" nennt die Bloggerin diese gehaltvolle Suppe. © Christina Basafa-Pal

Auch für eventuell aufkommende Ramen-Lust hat die Bloggerin ein Gegenmittel parat. Ash-e reshteh ist der Name einer nahrhaften Suppe mit zweierlei Bohnen und Kichererbsen. Selbst Yotam Ottolenghi kann sich dafür begeistern. 

In die Paprikafüllung kommen Rosinen und getrocknete Limetten. © Christina Basafa-Pal

Gefüllte Paprika kennt man auch in Ungarn. Bei diesem Rezept mit dem Namen Dolmeh-ye felfel ba tarkhun wa keshmesh sorgen Rosinen, Kurkuma und getrocknete Limetten für den speziellen Twist.

Bildschön: Auf den Reispudding mit Safran werden getrocknete Rosenknospen gestreut. © Christina Basafa-Pal

Der Iran ist einer der Hauptproduzenten von Safran. Weiter oben haben wir bereits darauf hingewiesen, dass es auch eine burgenländische Version davon gibt. Sie eignet sich ebenso für süße Gerichte wie diesen Pudding, der auf Persisch Sholeh Zard heißt.

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