© Theresa Baumgärtner

Süßkartoffel-Quinoa Süßkartoffeln haben immer Saison

Sommersachen wie Lemon Cake und Ginger Beer schmecken auch im Winter. In Luxemburg gibt es vorher noch was Warmes vom Schwein – ganz vollwertig auf Quinoa gebettet. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Essen beginnt für Theresa Baumgärtner nicht erst mit dem ersten Bissen, auch nicht beim Gemüseschnippeln, sondern viel früher, bei den Produzenten ihrer Lebensmittel. Herz, Liebe, Lächeln, Dankbarkeit sind deshalb Lieblingsworte, wenn sie sie über das Kochen und das Bloggen spricht. Aufgewachsen ist sie in einer badischen Feinschmeckerfamilie. Als Kind begleitete sie ihre Mutter, eine Journalistin, zu Bauern wie dem österreichischen "Paradeiser-Kaiser" Erich Stekovic, der über 200 Tomatensorten anbaut. Auch als Erwachsene hält Baumgärtner vom Strauch geklaubte Kirschtomaten für eine Delikatesse, ebenso einen Tomatensalat mit Basilikum, Olivenöl und Fleur de sel.

Ihre luxemburgische Wahlheimat hat sie sich auf ganz eigene Weise erschlossen, indem sie von Produzent zu Produzent fuhr. "Zu wissen, wo meine Zutaten herkommen, schafft ein wunderschönes Gefühl von Heimat", erklärt Baumgärtner, die ihren Lebensunterhalt als Autorin, Kolumnistin, Fernsehmoderatorin und Bloggerin verdient. Noch wohler als in Luxemburg fühlt sich die 30-Jährige nur auf der französischen Insel Noirmoutier, wo sie jedes Jahr drei Wochen Familienurlaub verbringt, den man sich so vorstellen muss: Kochen mit lokalen Produkten von morgens bis abends. "Schon als Kind habe ich die Quarkspeise mit Gänseblümchen und Walderdbeeren aus dem Garten dekoriert", sagt sie. "Zum Essen gehört für mich immer auch ein liebevoll gedeckter Tisch."

Gerade ist die Betreiberin des Blogs Theresas Küche zum zweiten Mal schwanger, ihren ersten Sohn nennt sie einen "wahren Genießer". "Ich habe das große Glück, von zu Hause arbeiten zu können, und auch mein Mann arbeitet nur wenige Minuten von uns entfernt. Mittags essen wir gemeinsam, im Sommer draußen im Garten unter einem alten Pflaumenbaum." Kein Wunder, dass sie Nigel Slater ihr Vorbild nennt. Der Brite, der seit über zwei Jahrzehnten eine Koch-Kolumne für den britischen Observer schreibt, ist ein Hausmann im allerbesten Sinn. Er beschäftigt sich am liebsten rund um die Uhr mit Einwecken, Abschmecken und Bananenkuchen-Backen. Wenn er nicht am Herd steht, dann in der Speisekammer oder im Kräutergarten. Alles zum Wohl der Familie.

Ihr Sonntagsessen versteht Theresa Baumgärtner als Sammlung versöhnlich stimmender saisonaler Gerichte, die gleichzeitig Lust auf den bevorstehenden Frühling machen: "Meine Gäste sollen strahlen!" Wir wünschen allen vom Winterblues Geplagten eine Gastgeberin wie Baumgärtner. Und eine große Portion dieses Flotten Schweinchens.

Flottes Schweinchen mit Süßkartoffel, Quinoa und karamellisierten Haselnüssen

Zutaten:

Für die Süßkartoffel-Quinoa:

  • 80 g Haselnüsse
  • 500 g Süßkartoffeln
  • 1 Knoblauchzehe
  • 5 Salbeiblätter
  • 1 EL Olivenöl
  • Fleur de sel
  • 150 g Quinoa
  • 1 EL Ahornsirup

Für das Flotte Schweinchen:

  • 3 Schalotten
  • 1–2 EL Olivenöl
  • 2 Bio-Schweinemedaillons (ca. 320 g)
  • 1 gehäufter TL Senf
  • 14 frische Salbeiblätter
  • 8 Scheiben feiner roher Schinken (z. B. San Daniele oder Parma)
  • 250 ml Sahne
  • 130 g würziger Greyerzer
  • 1 Knoblauchzehe

Zubereitung:

Backofen auf 175 Grad vorheizen. Zwei ofenfeste Formen bereitstellen, die beide nebeneinander in den Backofen passen.

Haselnüsse auf ein Blech legen und so lange im Ofen rösten, bis die Schale beginnt, sich zu lösen, dann zum Abkühlen beiseitestellen.

In der Zwischenzeit Süßkartoffeln schälen, in etwa einen Zentimeter große Würfel schneiden und in eine der beiden Formen füllen. Knoblauchzehe schälen und in kleine Scheiben schneiden. Salbeiblätter waschen und mit Knoblauch, Olivenöl und etwas Fleur de sel mit den Süßkartoffelwürfeln vermengen.

Für das flotte Schweinchen Schalotten schälen, in feine Streifen schneiden, in der zweiten Form verteilen und gleichmäßig mit Olivenöl beträufeln. Die Schweinemedaillons jeweils in vier kleine Stückchen schneiden und von beiden Seiten dünn mit Senf bestreichen. Jedes Fleischstück jeweils mit einem Salbeiblatt belegen, mit einer Scheibe Schinken umwickeln und auf die Zwiebeln setzen.

Schweinemedaillons und Süßkartoffeln auf mittlerer Schiene für 20 Minuten im Backofen garen.

In der Zwischenzeit Quinoa nach Packungsanleitung kochen.

Die abgekühlten Haselnüsse zwischen den Händen reiben, damit sich die Schale löst. In einer kleinen Pfanne Ahornsirup aufkochen lassen und die Haselnusskerne darin schwenken, bis sich der Ahornsirup aufgelöst hat. Die karamellisierten Haselnüsse auf einem Backpapier abkühlen lassen.

Greyerzer grob reiben. Die restlichen gewaschenen Salbeiblätter in feine Streifen schneiden. Knoblauchzehe schälen und fein reiben. Alles zusammen mit der Sahne vermengen, auf dem Fleisch verteilen und weitere zehn Minuten backen.

Beide Formen aus dem Ofen nehmen. Süßkartoffeln herausnehmen und mit den Haselnüssen vorsichtig unter die fertig gegarte Quinoa heben.

Das flinke Schweinchen mit der Süßkartoffel-Quinoa auf vorgewärmten Tellern servieren.

Die Karotten-Süßkartoffel-Suppe wird mit Käsescones serviert. © Theresa Baumgärtner

Gut, von Karottensuppen hatten viele Leser wahrscheinlich schon einige Portionen. Diese Version wird mit einer Limetten-Koriander-Butter verfeinert, was zweifellos schon nach Frühling schmeckt.

Grün und rot: Der Chicorée bekommt mit Granatapfelkernen einen hübschen Kontrast verpasst. © Theresa Baumgärtner

Geerntet wird Chicorée zwischen September und November, dank Kühlung schmeckt er das ganze Jahr. Einen spannenden und auch optisch ansprechenden Kontrast in diesem Salat bieten Granatapfelkerne.

Pretty in Pink: Der Lemon Cake wird mit Roter Bete zart eingefärbt. © Theresa Baumgärtner

Ein frisch-zitroniges Aroma verbindet man eher mit der warmen Jahreszeit. Spielen wir unserem Gaumen doch einen Streich in Form dieser Lemon Cakes. Ihren pinkfarbenen Ton bekommen sie durch die Zugabe Roter Bete. Im Sommer, dem echten, kann man diese durch Zucchini ersetzen.

Wärmt und erfrischt zugleich: Limonade mit Ingwer und Limetten. © Theresa Baumgärtner

Ingwertee hilft im Winter wahre Wunder. Warum ihn nicht mal durch ein kühles Ginger Beer ersetzen? Sollte der Winterblues überhandnehmen: Es schmeckt auch gut mit alkoholischen Getränken.

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