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Schweizer Küche Das Käsebrot kann auch anders

Solide, nahrhaft, sättigend, so soll in der Schweiz die Alltagsküche sein. Aus Butter, Brot, Käse wird schon eine warme Mahlzeit. Chäs-Schoope heißt das im Original. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

So sehr wir es uns auch wünschen, der Winter will einfach nicht gehen. Statt sich zu beschweren, sollten wir uns ein Beispiel nehmen an unseren Nachbarn, die anhaltende Kälte zum Anlass für deftige Gerichte nehmen. Bekannt ist die Schweiz ja nicht nur für Schokolade, sondern auch für Käsefondue, Schinken und Speck. Für Gerichte, die schlicht, solide, nahrhaft, sättigend sind. Auf Schweizerdeutsch heißt das "währschhaft". 

Dieser Philosophie des Einfachen frönt Ursula Lüthi auch auf ihrer Website. Auf die Frage, für welchen Anlass sie am liebsten koche, antwortet sie: "Für den Alltag." In aller Bescheidenheit hat sie auf ein Porträtfoto und Endlosanekdoten aus ihrem Bloggerleben verzichtet. Stattdessen findet sich ein kurzer Text, in dem sie ihre Kochprinzipien erklärt: Schweizer Alltagsküche, simple Zutaten, auch für Anfänger machbar. Einfach essen heißt ihr Blog. Sie betreibt ihn nebenbei, hauptberuflich ist die 46-Jährige Informationsspezialistin. Der Content, sagt sie, entstehe "praktisch von allein". Als Mutter von drei Kindern kocht sie sowieso jeden Tag, außerdem sucht sie in ihrer Freizeit gern nach vergriffenen Kochbüchern. Sie selbst sei als Kind selten auswärts essen gewesen, höchstens das Salatbuffet bei Migros "war ein Highlight". Kulinarisch geprägt haben sie und ihre beiden Geschwister stattdessen Kaninchenbraten aus dem Römertopf, Schweinsschnörrli, -öhrli und schwänzli und Cervelatplätzli, eine Nudelspezialität mit Schweizer Brühwurst.

Als Hauptgericht ihres Sonntagsessens schlägt sie die Appenzeller Spezialität Chäs-Schoope vor. Sie besteht aus Butter, gebratenem Käse und Würfeln aus Ruchbrot, das in der Schweiz eine simple dunkle Brotsorte bezeichnet. Mit diesem Geschmack im Mund kann man sich auch über den hartnäckigen Winter hinwegtrösten. 

Rezept für Chäs-Schoope

Zutaten:

  • 400 g altbackenes Graubrot
  • 50 g Butter
  • 350 g Appenzeller Käse
  • 100 ml Sahne
  • Pfeffer
  • Muskat
  • frischer Schnittlauch

Zubereitung:

Brot in etwa zwei Zentimeter große Würfel schneiden. In einer beschichteten Bratpfanne goldgelb rösten, Butter dazu geben und weiter rösten. Für die Käsemasse den Käse reiben und mit Pfeffer und einer Prise Muskatnuss würzen. Anschließend mit Sahne zu einem Brei mischen. Die Masse in die Pfanne geben und so lange schwenken, bis die Brotwürfel mit Käse überzogen sind.

Auf Tellern anrichten und mit fein geschnittenem Schnittlauch bestreuen. Heiß servieren.

Ziemlich nahrhaft: In die Kressesuppe kommen Reis und Frischkäse. © Einfach essen

Als Vorspeise gibt es Kressesuppe. Dank Risottoreis und zerkrümeltem Frischkäse ist sie weitaus nahrhafter, als man vermuten würde. Außerdem erinnert sie, wenigstens von der Farbe her, an den kommenden Frühling.  

Etwas verschlankt: In diesen Zwiebelkuchen kommt kein Speck und auch beim Käse wird gespart. © Einfach essen

Weiter geht es mit einem Zibelechueche. In Lüthis Heimatstadt Bern wird einmal im Jahr Zibelemärit gefeiert, ein Volksfest zu Ehren des Zwiebelkuchens.

Aus Nudeln, Kartoffeln, Sahne, Käse und Zwiebeln werden Älplermagronen. Der Name setzt sich zusammen aus Älplern – den Sennen in den Alpen – und Magronen, abgeleitet vom italienischen Wort "maccheroni". © Einfach essen

Auch das zweite Hauptgericht ist nichts für Veganer. "In der Schweiz sind Milchprodukte ein Grundnahrungsmittel, Handwerk und Kulturgut in einem", erklärt Lüthi. Ihre Älplermagronen, eine Spezialität aus Kartoffeln, Nudeln, Sahne und Bergkäse, werden im ganzen Land zubereitet.

Hat nichts mit Hasen zu tun: Der Haslikuchen kommt aus dem Haslital. © Einfach essen

Aus dem Berner Oberland, genau genommen dem Haslital, stammt das Rezept dieses Haslikuchens. Lüthi empfiehlt, die Haselnüsse vorher zu rösten. Bleibt die Frage, was es mit dem Reichsadler aus Puderzucker auf sich hat? Er ist historisch bedingt: Bis zum 14. Jahrhundert unterstand das Haslital dem deutschen Kaiserreich.

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