© Indian Simmer

Chicken Curry Happy Meal auf Indisch

Zu diesem Sonntagsessen hört man am besten einen Bollywood-Soundtrack: Zum Curry gibt es frittierte Kartoffelküchlein, scharfen Joghurt und Tapiokaperlen-Bällchen. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

"Indisches Essen ist mehr als Naan und scharfe Curries", sagt Prerna Singh. "Es steckt so viel Wissenschaft dahinter, Ayurveda, die Verbundenheit mit der Familie. Vor allem erzeugt es ein Gefühl von Geborgenheit." Auf Indisch spricht man von desi khana, was übersetzt Wohlfühlessen bedeutet. Die Küche ihrer Wohnung in Indien war winzig, erzählt Singh, die in der zentralindischen Stadt Rewa aufwuchs und vor zwölf Jahren nach San Francisco gezogen ist. "Wenn meine Mutter gekocht hat, saß ich vor der Tür, weil am Herd zu wenig Platz für uns beide war. Während ich Erbsen pulte oder Knoblauch schälte, erklärte sie mir die einzelnen Schritte und wie die Zutaten im Topf ihre Farbe veränderten. Es duftete köstlich und ich stellte mir vor, wie das Essen später schmecken würde. Oh, was für herrliche Gerichte aus dieser winzig kleinen Küche kamen!"

An Kalifornien schätzt Prerna Singh die große Auswahl frischer, hochwertiger Lebensmittel, vor allem von Früchten, frischem Fisch und Milchprodukten. Familie ist wichtig für die Autorin und Food-Fotografin, die ihr Hobby zum Beruf gemacht hat oder in ihren eigenen Worten: "Liebe, was du tust, und du kannst tun, was du liebst." Das Ergebnis sieht man auf ihrem Blog Indian Simmer.

Inzwischen ist sie selbst Mutter. "Meine dreijährige Tochter ist noch im Stadium des Erbsenpulens, genau wie ich damals. Ihre achtjährige Schwester kann einige Gerichte schon ganz gut allein zubereiten", sagt Singh. "Ich kann es kaum erwarten, dass sie ein wenig älter werden und wir unsere Rezepte teilen können." Singhs Sonntagsessen ruft Erinnerungen an ihre eigene Kindheit wach: "Sonntags hatten wir Kinder schulfrei und auch mein Dad musste nicht zur Arbeit. Schon am frühen Morgen duftete es nach Chai. Nachdem wir mit unserem Vater auf dem Markt einkaufen waren, half die ganze Familie bei der Zubereitung eines happy meals." Gemeint ist natürlich nicht das gleichnamige Einerlei bei Mc Donald’s, sondern eine Reihe aromatischer Gerichte mit einem Chicken Curry als Hauptgang. Dieses Gericht, sagt Singh, habe bis heute die Fähigkeit, sie von allen Sorgen zu befreien. Natürlich steckt hinter indischer Küche mehr als Naan und Currys.  Ein Klischee trifft allerdings zu: Beim Kochen hört die 36-Jährige am liebsten Bollywood-Soundtracks.

Dad’s Chicken Curry

Zutaten:

  • 1,2 kg Hähnchen, in 16–18 Stücke zerteilt
  • 225 g Zwiebeln, gehackt
  • 3–4 Knoblauchzehen
  • frische Ingwerknolle, etwa 5 cm lang
  • 2–3 scharfe grüne Chilli
  • 220 g gehackte Tomaten
  • 60 ml Zitronensaft
  • ½ TL Salz
  • ½ TL Pfeffer
  • 2–3 Lorbeerblätter
  • 3–4 Kardamomkapseln
  • 1 TL Kreuzkümmel
  • 5–6 Nelken
  • 2 ½ TL Korianderpulver
  • ½ TL Kurkuma
  • 1 ½ TL Garam-Masala-Pulver
  • 120 ml Senföl, alternativ Sonnenblumen- oder Olivenöl
  • 1 ½ TL Ghee (geklärte Butter)
  • eine Handvoll frischer, gehackter Koriander

Zubereitung:

Zitronensaft, Salz und Pfeffer mischen und das gewaschene Fleisch darin marinieren. Eine halbe Stunde ziehen lassen.

In der Zwischenzeit Zwiebeln, Ingwer, Knoblauch und Chili zu einer dicken Paste verarbeiten. Beiseite stellen.

In einer tiefen gusseisernen Pfanne oder einer Wokpfanne Öl erhitzen. Lorbeerblätter, Zimt, Kardamom, Kreuzkümmel und Nelken grob zerstoßen und ins heiße Öl geben. Umrühren, sobald die Gewürze zu springen beginnen. Kurkuma zugeben. Umrühren und die Zwiebelpaste hinzufügen. Die Hitze zurückschalten und unter ständigem Rühren so lange weiter kochen, bis die ganze Flüssigkeit verdampft ist und die Paste eine goldbraune Farbe angenommen hat. Dann Salz, Korianderpulver und gehackte Tomaten zugeben und alles gut verrühren, bis die Tomaten schmelzen und sich vom Öl trennen.

Anschließend erst Garam Masala zufügen, dann das Fleisch und alles gut verrühren. Zugedeckt 15 bis 20 Minuten köcheln lassen, dabei gelegentlich umrühren. Dann den Deckel vom Topf nehmen und für weitere 20 bis 25 Minuten köcheln lassen, bis das Fleisch gar und die Soße eingedickt ist.

Ghee und frischen Koriander einrühren. Zugedeckt weitere 15 Minuten ruhen lassen.

Mit Reis oder Brot servieren.

Dhokla-Küchlein werden aus Kichererbsenmehl angerührt und dann gedämpft, nicht gebacken. © Indian Simmer

Als Vorspeise serviert die Bloggerin Spinat Dhokla. Der Teig besteht aus Kichererbsenmehl und Joghurt.

Aloo Methi besteht eigentlich nur aus Kartoffeln – für die Raffinesse sorgt Bockshornklee als Gewürz. © Indian Simmer

Aloo Methi ist ein einfaches Gericht aus Indiens Norden. Es handelt sich um mit Bockshornklee gewürzte Kartoffeln.

Aus Tapiokoperlen und Kartoffeln werden diese Küchlein gerollt und dann frittiert. © Indian Simmer

Sabudana ist der indische Begriff für Tapiokaperlen. Singhs Mutter machte daraus Pudding, die Süßspeise Jalebi oder Sabudana Vana Tots, frittierte Kartoffelküchlein, die mit scharfem Joghurt und frischen Kräutern serviert werden.

Rote Bete verleihen den Weizenpfannkuchen ihre intensive Farbe. © Indian Simmer

Viele Blogger können von Roter Bete nicht genug kriegen. Die 36-Jährige verfeinert damit Parathas, kleine Weizenpfannkuchen, die sich gut als Beilage für ein Curry eignen oder pur mit einem Chutney schmecken.

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