Erdbeertarte mit Tonkabohnencreme Das schreit nach Sommer

Fruchtig, beerig, vanillig: Dieses Sonntagsessen verlegt sich aufs Süße und schwelgt ausgiebig in Kuchen. Zur Abwechslung gibt es Wassermelone. Natürlich als Törtchen. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Mit Trends ist es so eine Sache. Nicht jeder mag sie, aber viele glauben, sie mögen zu müssen. Derzeit ist die Tonkabohne schwer angesagt. Hierbei handelt es sich um die Frucht des Tonkabohnenbaums, genau genommen um dessen getrocknete Samen. Überwiegend wächst der Baum, der zur Familie der Hülsenfrüchtler gehört, in Südamerika, Trinidad und Teilen Afrikas. Das Aroma seiner Bohnen erinnert an Vanille, weswegen sie sich gut für Süßspeisen eignen. Entweder man raspelt sie mit einer Muskatnussreibe oder kocht sie im Ganzen in Milch oder Sahne aus. Verfeinert wird damit neuerdings alles Mögliche, von Porridge über Crème Brûlée bis hin zur Sauce Hollandaise.

Auch Jasmin Ralbofski hat sich von der allgemeinen Begeisterung anstecken lassen und serviert eine Erdbeertarte mit Tonkabohnencreme. Ihr Blog Was du nicht kennst hat die 29-Jährige recht planlos während ihres Studiums gestartet, verwundert darüber, "dass es tatsächlich von Menschen gelesen wird". In ihrer Heimatstadt München fühlt sich die Juristin auch kulinarisch sehr wohl. Knödel, Lüngerl oder Schweinebraten schmecken ihr genauso gut wie Kaiserschmarrn und Apfelkücherl. Bei ihrem Sonntagsessen hat sie sich bewusst aufs Süße verlegt: "Es ist fruchtig, beerig und schreit nach Sommer."

In den USA ist die Zugabe von Tonkabohnen in Lebensmitteln wegen ihres Gehalts an Cumarin übrigens verboten. In Deutschland gelten Grenzwerte, und sowieso steckt in Zimt das Dreifache dieses sekundären Pflanzenstoffs. Für alle, die jetzt skeptisch sind oder sich den Trend nicht schmecken lassen wollen, hat Jasmin Ralbofski einen Tipp: Die Tonkabohnen einfach durch Vanilleschoten ersetzen. 

Erdbeertarte mit Tonkabohnencreme

Zutaten:

Für den Teig:

  • 100 g Butter
  • 200 g Mehl
  • 1 Ei
  • eine Prise Salz
  • 50 g brauner Zucker
  • ½ Tonkabohne
  • Hülsenfrüchte zum Blindbacken

Für die Füllung:

  • 250 ml Milch
  • 3 Eigelb
  • 1 Tonkabohne
  • 10 g Mehl
  • 10 g Stärke
  • 3 EL brauner Zucker
  • 250 g Erdbeeren

Zubereitung:

Für den Teig kalte Butter, Ei, Mehl und Zucker mit den Händen oder einer Küchenmaschine zu einem festen Teig verarbeiten. Salz und eine halbe geriebene Tonkabohne hinzufügen und verkneten. Anschließend den Teig zu einer Kugel formen und für mindestens eine Stunde abgedeckt im Kühlschrank ruhen lassen, besser über Nacht.

Den gekühlten Teig rund ausrollen, er sollte einen Durchmesser von etwa 30 Zentimetern haben. Eine entsprechend große Tarteform einfetten und mit Mehl bestäuben. Teig hineingeben, dabei den Rand leicht festdrücken. Mit Backpapier belegen und mit Hilfe der Hülsenfrüchte bei 200 Grad für etwa zwölf Minuten blindbacken. Tarte komplett auskühlen lassen.

Für die Creme Eigelb mit Zucker und geriebener Tonkabohne cremig aufgeschlagen. Mehl und Stärke hineinsieben. Milch vorsichtig erwärmen, sie darf nicht kochen. Nun die Eimischung langsam in die warme Milch einrühren. Alles unter ständigem Rühren auf niedriger Stufe so lange erwärmen, bis die Masse beginnt, fest zu werden. 
Creme auf den Tarteboden geben und komplett abkühlen lassen. Erdbeeren in dünne Scheiben schneiden und auf die Tarte schichten.

Die Johannisbeeren sind manchmal ganz schön sauer, aber in den Streuseln steckt genug Zucker.

Man muss die Feste feiern, wie sie fallen, sprich, in den warmen Monaten so viel Fruchtkuchen backen wie möglich. Zum Beispiel diesen Streuselkuchen mit Johannisbeeren.  

Ab in den Kühlschrank: Dieser Beerencheesecake kommt ganz ohne Backen aus.

Cheesecake geht immer, nie jedoch so erfrischend wie jetzt. Ralbofski belegt ihn mit Himbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren und Heidelbeeren. Sie muss dafür nicht mal den Ofen anschalten.

Die üppige Creme ist eine gute Tarnung: In diesen Torten steckt schlanke Melone.

Wer keine Lust hat auf Wassermelone pur oder eine mit Wodkafüllung, macht daraus mit Quark und Mandelplättchen verzierte Törtchen. Die erfrischende Wirkung bleibt erhalten.

Pfirsicheistee aus dem Tetrapak? Nicht doch, schließlich braucht man dafür nur Pfirsiche, Teebeutel und Wasser. Sollte zu schaffen sein.

Noch immer durstig? Abhilfe schafft selbstgemachter Pfirsicheistee.

Kommentare

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Schöne Rezepte, aber was die Erdbeertarte betrifft einige Anmerkungen.

Es gibt viele unterschiedlich schmeckende Erdbeersorten. Die Erdbeeren die man für gewöhnlich in den Supermärkten kaufen kann, sind auf Plantagen gezüchtete Turbobeeren, die geschmacklich nur wenig an das kleine, so vielfältige Geschmackswunder Fragaria erinnert. Hier macht man mit dem Zusatz von Tonkabohnen oder anderen Aromen nur wenig kaputt.

Wir haben in unserem Obstgarten eine Erdbeerwiese, die seit Generationen gepflegt und weiterentwickelt wurde und von deren Beeren ich seit meiner Kindheit jährlich einen schlichten klassischen Erdbeerkuchen zum Geburtstag bekomme. Ein einfacher Mürbeteig-Biskuitboden dicht belegt mit Erdbeeren mit etwas Tortenguss und als Beigabe nur Sahne. Die Erdbeeren sprechen für sich und benötigen keine geschmackliche Veränderung oder Zusatz.

Gute Erdbeeren sind leider nicht einfach zu bekommen und natürlich nicht so billig wie im Supermarkt. Selbst in guten Konditoreien werden oft nur billige Erdbeeren verarbeitet und deshalb wohl gerne mit anderen Aromen kombiniert.
Das fällt vermutlich nur denjenigen auf, die noch wissen, welchen reichen, vielfältigen Geschmack auch einheimisches naturbelassenes Obst hat.

Wer echten Erdbeergeschmack erleben möchte, dem empfehle ich, sich eimal eine Schale einer alten Erdbeersorte, z. B. Marie Charlotte aus Bioanbau zu gönnen.

Es besteht dann allerdings die Gefahr, dass man danach die 'normalen Erbeeren' nicht mehr essen mag.