© Ruby Josephine

Bissara Marokkanische Mahlzeiten sind kein Fast Food

Mit einer Erbsen-Bohnen-Suppe beginnt das Sonntagsessen einfach, günstig und köstlich. Danach wird es zur Teestunde, mit Zitronentarte und Apfelkuchen mit Kardamomcreme. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Marokko ist vieles – ein Paradies für Veganer eher nicht. Folglich hat Ruby Josephine Smith wieder mit Fleischessen angefangen, als sie vor vier Jahren der Liebe wegen nach Tanger gezogen ist. Ursprünglich stammt sie aus dem US-amerikanischen Minneapolis, wo sie mit dem "Hippie-Food" ihrer Eltern aufwuchs. "Als Künstler hatten die beiden weder Zeit noch Lust, stundenlang in der Küche zu stehen", erzählt die 26-Jährige. "Meist gab es Pasta oder Hühnchen mit Gemüse und Gesundes wie Gerste, Hirse, Nüsse und Saaten. Nicht zu vergessen das Lieblingsdessert meines Vaters, einen German Chocolate Cake."

Eine Künstlerin wurde auch aus der Tochter. Ruby Josephine Smith praktiziert und unterrichtet zeitgenössischen Tanz und Yoga. Abgesehen davon reichen ihre vielfältigen Interessen von Lesen über ausgedehnte Spaziergänge bis hin zu Musikhören, Schreiben, Reisen und natürlich der Pflege ihres Blogs Ruby Josephine.

Mit dem Wohnortwechsel hat sie sich auf die Küche ihrer Wahlheimat verlegt. "Manche betrachten Marokko als eines der spannendsten kulinarischen Ziele der Welt. Das Land ist bekannt für warme Gewürze, das Schmorgericht Tajine, Couscous und die perfekte Balance aus süßen und salzigen Aromen. Seit ich dort lebe, spare ich jedenfalls nicht an Gewürzen und Olivenöl." Viel gelernt hat sie von ihrer Schwiegermutter. Smiths Lieblingsmahlzeit, das Frühstück, vereint das Beste aus beiden Welten: vor Sirup triefende amerikanische Pancakes mit Früchten und M’smen, ein gebuttertes, flaches Brot mit Käse und Honig, dazu gebratene Eier und Oliven.

Gleich im Anschluss passt diese Bissara, eine marokkanische Suppe mit Schälerbsen und Fava-Bohnen. "Diese Suppe gehört zu den günstigsten und gleichzeitig köstlichsten Mahlzeiten, die ich kenne", erklärt die Bloggerin. "Oft wird sie zum Frühstück serviert. Dieses Rezept stammt von meinem Mann, der es wiederum von seiner Mutter gelernt hat."

Marokkanische Suppe mit Schälerbsen und Fava-Bohnen

Zutaten für vier Portionen:

  • 125 g getrocknete grüne Schälerbsen
  • 125 g getrocknete Fava-Bohnen
  • 1 Knoblauchknolle, geschält und zerdrückt
  • 1,6 l Wasser oder Hühnerbrühe oder vegetarische Brühe
  • ½ TL Cumin
  • 4 TL Olivenöl
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung:
Wasser oder Brühe in einem großen Topf auf mittlerer Flamme zum Köcheln bringen. Sobald es zu sieden beginnt, alle Zutaten einrühren.

Gut vermischen und zugedeckt für 45 Minuten kochen lassen, dabei gelegentlich umrühren. Die Erbsen und Bohnen sollten weich sein und zerfallen. Mit einem Mixer pürieren. Sollte die Suppe zu dick sein, mehr Flüssigkeit zugeben. Ist sie zu dünn, kann man sie etwas länger kochen.

Portionsweise verteilen, mit Cumin und Olivenöl toppen und servieren. Dazu passen Weißbrot und Oliven.



Die Briouats können süß oder salzig sein, hier sind die Teigtäschchen in der typischen Dreiecksform mit Ei gefüllt.

Zum Mittagessen gibt es marokkanisches Hühnchen und mit Ei gefüllte Briouats. Bei Letzterem handelt es sich um süße oder herzhafte knusprig ausgebackene Teigtaschen.

Mindestens so sehr wie das Frühstück liebt die Amerikanerin die merinda, die marokkanische Form der Teezeit. Traditionell wird dazu Minztee gereicht sowie Kekse, Brote und Kuchen. Dementsprechend sind drei von fünf Rezepten dieses Sonntagsessen für diese Zeit des Tages gedacht.

Der Apfelkuchen wird mit Orangenblüten-Kardamom-Creme kombiniert – mit typischen Aromen der arabischen Küche. © Ruby Josephine

Los geht es mit einem umgedrehten Apfelkuchen mit Orangenblüten-Kardamom-Creme namens Basbousa. Der Grießkuchen Basbousa ist kein klassisches marokkanisches Gericht, sondern ebenso verbreitet im arabischen und nordafrikanischen Raum. Smith kombiniert ihn mit Elementen des amerikanischen Apple Pie. 

Für die Zitronentarte braucht man keinen Backofen, nur einen Kühlschrank. Der Boden besteht aus zerbröselten Graham-Crackern oder Spekulatius. © Ruby Josephine

Ebenfalls auf der merinda-Tafel steht eine Zitronentarte. Man braucht dafür nicht mal einen Ofen. 

Kürbis geht auch süß, das beweist er als Füllung dieser Teekekse. © Ruby Josephine

Zum Schluss reicht Smith mit Kürbis, Datteln und Mandelbutter gefüllte Teekekse.

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