© Cloudy Kitchen

Blaubeer-Rhabarber-Pie Ein Pie für alle Fälle

Es gibt zwei Schulen der Pie-Anbetung: die Füllungsfanatiker und die Krustenverfechter. Unsere süß-sauren Rezepte mit frischen Beeren machen beide Fraktionen glücklich. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

In Brooklyn gibt es eine Küche, in der Soundtracks aus Disney-Filmen und Broadway-Musicals laufen und ständig Kuchen gebacken wird. Diese Küche gehört Erin Clarkson. Früher lebte sie in Neuseeland, wo es ihr zufolge Kaffee von Weltklasse gibt. An dem New Yorker Stadtteil, in dem sie jetzt gemeinsam mit ihrem Ehemann und einigen Pflegekatzen lebt, mag sie besonders die Bäckereien. Kein Wunder also, dass es in ihrer Küche meistens nach süßen Speisen duftet. Wonach genau, beschreibt die Wahlamerikanerin auf ihrem Blog Cloudy Kitchen. Ginge es nach ihr, würde sie tagein, tagaus im Badeanzug sommerliche Nachspeisen essen, wie damals in ihrer Kindheit in Neuseeland, und anschließend etwas mit ihrer Großmutter backen. Bis heute ist diese Clarksons größte Inspiration. Sonst noch was? "Ja, das Backbuch der Bouchon Bakery und The Fearless Baker von Erin McDowell. Und, wenn es herzhaft sein soll, Ottolenghi." Hauptsache, nichts mit Blauschimmelkäse, denn den hasst sie.

Das Sonntagsessen von Cloudy Kitchen dreht sich um Pies, jene typisch amerikanischen Backwaren, die es in süßer und salziger Ausführung gibt, und deren deutsche Übersetzung "Pastete" ihnen nur bedingt gerecht wird. "Pies liegen mir wirklich am Herzen", schwärmt die Bloggerin. "Sie sind so herrlich variabel, je nach Anlass und Jahreszeit." Jetzt im Sommer entscheidet sie sich für einen gedeckten Blaubeer-Rhabarber-Pie. Wie man an dessen Verzierung sieht, hat sich Clarkson etwas Mädchenhaftes bewahrt; daher auch die Disney-Soundtracks. Eine ganz andere Sprache spricht hingegen ihr Lebensmotto: Go hard or go home.

Gedeckter Blaubeer-Rhabarber-Pie

Zutaten:

Für den Teig: 

  • 620 g Mehl
  • eine Prise Salz
  • 16 g Zucker
  • 450 g kalte Butter, gewürfelt
  • 240 ml kaltes Wasser
  • 240 g Eiswürfel
  • 60 ml Apfelessig


Für die Füllung:

  • 1 kg frische Blaubeeren, gewaschen
  • 500 g frischen Rhabarber, in kleine Würfel geschnitten
  • 300 g Zucker und ein wenig mehr für die Dekoration
  • 50 g Maisstärke
  • ½ TL Salz
  • 1 TL Vanillepaste

Außerdem:

1 Ei

Zubereitung:

Den Teig am besten am Vortag zubereiten, und zwar in zwei Etappen. Eis, Wasser und Apfelessig in einer Schüssel verrühren. In einer zweiten Schüssel die Hälfte des Mehls mit einer Prise Salz und zwei Teelöffeln Zucker vermischen. 225 Gramm Butter in Stücke schneiden und in die Schüssel mit der Mehlmischung geben, dabei die Butter leicht mit dem Mehl bestäuben. Dann mit dem Handrührgerät oder den Händen einarbeiten, bis nur noch erbsengroße Butterstücke übrig sind. Ein paar Teelöffel des Eiswassers zur Mehl-Buttermischung geben und mit einem Teigschaber oder den Händen einarbeiten. Jeweils einen Teelöffel Wasser zugeben, bis ein griffiger, aber nicht zu feuchter Teig entsteht – Clarkson empfiehlt acht bis zehn Teelöffel. Mit den Händen so lange weiterkneten, bis ein gleichmäßiger Teig entsteht. Zu einem Rechteck formen und fest in Klarsichtfolie wickeln.


Mit der zweiten Hälfte der Teigzutaten gleich verfahren. 


Die beiden Teigrechtecke für mindestens zwei Stunden in den Kühlschrank stellen, besser noch über Nacht.

Am nächsten Tag das erste Rechteck auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche etwa drei Millimeter dick ausrollen. Eine Backform damit auskleiden, dabei den Rand etwa zweieinhalb Zentimeter überhängen lassen. In die Gefriertruhe geben.

Für die Füllung Blaubeeren, Rhabarber, Zucker, Maisstärke, Salz und Vanillepaste in einer großen Schüssel mischen. Auf dem Teig verteilen und die Backform wieder in die Gefriertruhe geben.

Jetzt die zweite Teighälfte ausrollen. Diese nach Belieben ausstechen oder in eine Gitterform schneiden und damit den vorbereiteten Kuchen verzieren. Anschließend ein Ei mit einem Teelöffel Wasser verrühren und die Teigoberfläche damit bestreichen. Mit Zucker bestreuen. 

Bei 220 Grad für 20 Minuten backen, dann die Hitze auf 190 Grad herunterschalten und für weitere 40 bis 45 Minuten backen. Der Teig sollte eine goldbraune Farbe haben und die Füllung blubbern. Aus dem Ofen nehmen und auf einem Kuchengitter etwas auskühlen lassen.


Warm oder bei Zimmertemperatur servieren. Dazu passt Schlagsahne oder Vanilleeis.

Pfirsich drin, Muster drauf: Die Mini-Pies können nach Belieben verziert werden. © Cloudy Kitchen

Auch die Mini-Pfirsich-Pies können mit Teig-Gittern oder ausgestochenen Blüten verziert werden.

Süß, sauer, knusprig: Diese Sauerkirsch-Blaubeer-Rhabarber-Pies lassen keinen Wunsch offen. © Cloudy Kitchen

Wie wäre es mit einem Zopfmuster auf den Sauerkirsch-Blaubeer-Rhabarber-Pies?

Streusel heißen auf Englisch Streusel, wie wir von diesem Strawberry-and-Nectarine-Streusel-Pie lernen können. © Cloudy Kitchen

Streuselkuchen klingt sehr deutsch. Tatsächlich nennt Clarkson dieses Rezept im Original Strawberry-and-Nectarine-Streusel-Pie.

Die Erdbeer-Basilikum-Teigtaschen passen genau auf die Hand. Hand-Pies heißt diese Größe passenderweise auf Englisch. © Cloudy Kitchen

Hand-Pies ist der englische Begriff für Teigtaschen. Passenderweise sind die kleinen Halbmonde handtellergroß. Gefüllt werden sie mit Erdbeeren und Basilikum.

Kommentare

28 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren