© Limon Rimon

Dorade Geteiltes Essen ist doppelte Freude

Gegrillte Dorade mit Salsa, Süßkartoffelsalat und gefüllte Aubergine, was soll man da zuerst essen? Am besten, alles kommt nach dem Mezze-Prinzip zusammen auf den Tisch. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Nicht alle Hungrigen teilen gern. Was bedauerlich ist, denn wer teilt, kann von allem etwas probieren – nennen wir es das Mezze-Prinzip. Mezze sind kalte und warme Vorspeisen, mit oder ohne Fleisch oder auch vegan. Am besten genießt man sie mit der Familie oder mit guten Freunden, für welche auch Naomi Meran am liebsten kocht. Die Zutaten, auf die sie dabei nicht verzichten kann, stehen schon im Namen ihres Blogs: Limon ist der hebräische Begriff für Zitrone, Rimon der für Granatapfel. 

Dass sich auf Limon Rimon überwiegend Rezepte aus dem Nahen Osten finden, liegt an Merans Sozialisation: Ihr Vater ist Israeli, geboren wurde sie in Tel Aviv, aufgewachsen ist sie in Basel. Seit 1996 lebt Meran mit ihrer Familie in Zürich. Obwohl sie viel Zeit in der Schweiz verbracht hat, ist Israel ihr sehr nah. "Jedes Jahr hat uns mein Großvater aus Tel Aviv eine Kiste mit Grapefruits geschickt", sagt sie, "außerdem wurde viel mit Granatäpfeln und Pomelos gekocht. Dann wieder klassische Schweizer Gerichte wie Geschnetzeltes mit Rahmsauce mit Rösti." Heute achtet sie auf Regionalität, macht allerdings bei Datteln und Granatäpfeln eine Ausnahme. 

Hauptberuflich arbeitet Meran als Kommunikationsberaterin und Geschäftsführerin einer Marketingagentur für Influencer. Wann immer es geht, probiert sie nach Feierabend neue Rezepte aus, ihre Vorbilder sind Yotam Ottolenghi, Sami Tamimi, Eyal Shani und der deutsche Koch Tom Franz. Viel mehr als auf Mengenangaben verlässt sie sich dabei auf ihr Gefühl: "Basilikumblätterzählen mag ich nicht." Über ihr Sonntagsessen, eine gegrillte Dorade mit Tomaten-Granatapfel-Salsa, sagt die 47-Jährige: "Ein leichtes, erfrischendes Sommergericht für einen Abend mit Freunden. Durch die Tomaten-Granatapfel-Salsa kommen verschiedene Komponenten zum Ausdruck, frisch und fruchtig, sauer, salzig, süß, scharf und herb." Es darf und soll natürlich geteilt werden.

Rezept für gegrillte Dorade mit Tomaten-Granatapfel-Salsa

Zutaten für 2 Personen:

Für die Dorade:

  • 300-400 g Dorade
  • 1 Knoblauchzehe
  • ½ rote Zwiebel, in Ringe geschnitten
  • ½ Zitrone, in Scheiben geschnitten
  • etwas Petersilie
  • etwas Dill
  • etwas Koriander
  • 1 TL Kümmelsamen
  • Salz
  • Pfeffer
  • etwas Olivenöl

Für die Tomaten-Granatapfel-Salsa:

  • 4-6 rote und grüne Tomaten
  • ½ Granatapfel
  • 1 rote Zwiebeln
  • 4-6 Stängel Petersilie hacken (nur die Blätter)
  • 1-2 Stängel Koriander hacken (nur die Blätter)
  • einige Blätter Marokkanische Pfefferminze
  • je 2 EL Pinienkerne und Pistazien rösten
  • Saft einer halben Zitrone
  • 4 EL Olivenöl
  • 2 EL Granatapfelmelasse
  • ½ TL Sumach
  • Salz
  • Pfeffer
  • etwas Chili (optional)

Zubereitung:

Den Bauch der Dorade mit Knoblauch, roten Zwiebeln, Zitronenschnitten, Petersilie, Dill und Kümmelsamen füllen. Dann den Fisch ringsum mit etwas Olivenöl einpinseln und mit Salz und Pfeffer bestreuen. Für 20 Minuten auf den Grill legen. Je nach Größe nach etwa acht bis zehn Minuten wenden.

Für die Salsa den Granatapfel entkernen. Tomaten klein schneiden. Petersilie und Koriander von den Stängeln befreien und hacken. Rote Zwiebeln und marokkanische Pfefferminze ebenfalls hacken. Pinienkerne und Pistazien rösten. Alles mischen.

Aus Zitronensaft, Olivenöl, Granatapfelmelasse, Sumach, Salz und Pfeffer ein Dressing machen und über die Tomaten-Salsa geben.

Fisch vom Grill nehmen und filetieren. Mit Tomaten-Granatapfel-Salsa anrichten und servieren.

Bei dieser Kombination von rauchiger Aubergine, erdigen Pilzen und süß-saurer Granatapfelmelasse vermisst man kein Fleisch. © Limon Rimon

Vieles Gefüllte erinnert die Bloggerin an ihre Kindheit. "Zu Hause hat meine Mutter verschiedene Gemüsesorten mit Hackfleisch und Reis gefüllt und im Ofen mit etwas Käse überbacken. Meine Variante ist vegan. Ich mag die Kombination von rauchiger Aubergine, erdigen Pilzen und Tahini und der süß-sauren Granatapfelmelasse."

Diese Schawarma ist Street Food für zu Hause. © Limon Rimon

Woran denkt Meran bei Schawarma zuerst, jenem Street Food, das man in der Heimat ihres Vaters an jeder Ecke bekommt? "An den Duft der einzigartigen Gewürzmischung. Eine Mischung, die sich leicht zu Hause zubereiten lässt."

Durch das Koriander-Nuss-Dressing wird dieser Süßkartoffelsalat zu einem komplexen Geschmackserlebnis. © Limon Rimon

Auch der Süßkartoffelsalat mit Koriander-Nuss-Dressing fordert das Geschmacksempfinden heraus mit seiner Kombination von süßen, sauren, salzigen, herben und nussigen Aromen.

Zum Abschluss des Sonntagsessens gibt es ein Grünes Tahini mit Koriander. © Limon Rimon

"Als Beilage zu einem kalten Abendbrot gab es bei uns früher häufig Tahini. Meist haben wir die Sesampaste von unseren Reisen nach Tel Aviv mitgebracht. Mein Vater mochte sie am liebsten mit viel Knoblauch, Petersilie und Koriander", erklärt Meran ihr letztes Gericht, Tahini mit Koriander.

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