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Berberitzenfleischbällchen Fleischbällchen sind Kosmopoliten

Man muss sich nicht auf eine Küche festlegen. Mit diesem Sonntagsessen geht es rund um die Welt, mit Berberitzenfleischbällchen und gegrillten Pfirsichen zum Dessert. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Türkei, Iran, Australien, London, Dubai, da kann man schon mal durcheinanderkommen. All das sind Orte, an denen Sophie und Xenia von Oswald entweder gelebt haben oder zu denen es einen familiären Bezug gibt. Kein Wunder, dass ihre Küche nach so vielen verschiedenen Kräutern und Gewürzen schmeckt. Mittlerweile sind die Schwestern in Berlin anzutreffen. Xenia von Oswald arbeitet dort als Foodstylistin, Köchin und Rezeptentwicklerin, Sophie von Oswald veranstaltet Foodevents, entwickelt Rezepte und gastronomische Konzepte.

Gemeinsam betreiben sie den Blog Rocket & Basil. Auf die Frage, wer sie inspiriert, fallen ähnlich viele Namen wie zuvor Orte: Julia Child, Nigel Slater, Donna Hay, Honey and Co, vor allem aber der ihrer persischen Mutter. "Sie ist die begabteste Köchin, die wir kennen, und prägt uns bis heute. Alles, was wir können, haben wir ihr zu verdanken", schwärmt die 33-jährige Sophie von Oswald. Ihre ein Jahr jüngere Schwester hat aber auch eine Kochausbildung absolviert.

In ihrer Wahlheimat Berlin gehen die beiden gerne auswärts essen. Empfehlen können sie die Restaurants Lode & Stijn, Kin Dee, Mrs. Robinson's und Kanaan. Und, wenn es um Drinks geht, die Bar Zentral, Nathanja & Heinrich und Stagger Lee. Wenn sie selbst kochen, dann einen bunten Mix aus all den Küchen, mit denen sie aufgewachsen sind. Manchmal gibt es, in der Tradition ihres deutschen Vaters, auch Schnitzel mit Bratkartoffeln und Gurkensalat. Heute kochen Sophie und Xenia von Oswald aber türkische Berberitzenfleischbällchen in Safrantomatensoße.

Berberitzenfleischbällchen in Safrantomatensoße

Zutaten für vier Personen:

Für die Berberitzenfleischbällchen:

  • 500 g Hackfleisch von Pute oder Hähnchen
  • 1 Ei, mittlere Größe
  • 1 kleiner Bund glatte Petersilie, fein gehackt
  • 1 kleiner Bund frischer Dill, fein gehackt
  • 1 kleiner Bund frischer Schnittlauch, geschnitten
  • 1 kleiner Bund frischer Koriander, fein gehackt
  • 50 g Pinienkerne
  • 1 TL gemahlener Kurkuma
  • 1 TL Kreuzkümmelsamen
  • 2 TL Zimt
  • 1 TL geräuchertes Paprikagewürz
  • 1 Zwiebel, fein gehackt
  • 120 g Berberitzen
  • Olivenöl zum Braten

Für die Safran-Tomatensoße:

  • 1 Zwiebel, in feine Ringe geschnitten
  • 2 TL Tomatenpüree
  • 2 Dosen gehackte Tomaten à 400 g
  • 1 TL Zucker
  • 3 Knoblauchzehen, zerdrückt
  • 1 TL Safran, um 2 TL Safranessenz herzustellen
  • Salz und Pfeffer

Für den Estragonjoghurt:

  • 150 g griechischer Joghurt
  • 1 kleiner Bund Estragon, fein gehackt

Zubereitung:

Für die Safranessenz Safran im Mörser zu sehr feinem Pulver mahlen, mit einer Prise Salz geht es leichter. Mit zwei Teelöffeln kochendem Wasser übergießen und abkühlen lassen.

Ofen auf 180 Grad vorheizen. Pinienkerne gleichmäßig auf einem Backblech verteilen und etwa fünf Minuten lang goldbraun rösten. Abkühlen lassen und beiseitestellen.

In einer Schüssel Hackfleisch mit Kräutern, Gewürzen, Zwiebel, gerösteten Pinienkernen, Berberitzen, dem Ei und Salz und Pfeffer vermengen. Zu kleinen Bällen formen, etwa sechs Zentimeter im Durchmesser. Sollte die Mischung zu feucht sein, zwei bis drei Teelöffel Brotkrumen einarbeiten.

In einer feuerfesten Bratpfanne oder flachen Kasserolle zwei Teelöffel Olivenöl stark erhitzen. Fleischbällchen darin goldbraun ausbacken. Aus der Pfanne nehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Hitze zurückschalten und Zwiebelringe mit einer Prise Salz weich kochen. Tomatenpüree, gehackte Tomaten, Zucker, Knoblauchzehen und Safran-Essenz mit 100 Millilitern Wasser zugeben und die Soße auf die Hälfte reduzieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

In der Zwischenzeit Joghurt mit dem fein gehackten Estragon vermischen und großzügig salzen und pfeffern. Beiseitestellen.

Jetzt die Fleischbällchen zur Soße geben und im vorgeheizten Backofen weitere 15 bis 20 Minuten lang backen.

Am besten, man serviert die Fleischbällchen zusammen mit dem Estragonjoghurt direkt aus der Pfanne heraus. Dazu passt gedämpfter Basmatireis, persischer Reis, Kartoffelstampf oder frisches Baguette und Salat.

Für die Farbe dieser Limonade sorgen Granatapfelkerne und Himbeeren. © Rocket & Basil

Granatapfelkerne finden sowohl in der türkischen als auch in der persischen Küche Verwendung. Die Bloggerinnen machen daraus eine erfrischende Limonade in Pink, in die auch Himbeeren kommen.

Bulgur schmeckt leicht nussig, zubereiten lässt er sich so vielseitig wie Reis. © Rocket & Basil

Bulgur schmeckt der ganzen arabischen Welt. Diese Version kommt mit Rosinen, herzhaftem Kraut und, wie schon das vorangegangene Gericht, mit Safran auf den Tisch.

Zu den Ofenkartoffeln mit Feta gibt es Adschika, eine pastöse Würzsoße mit Öl, Zwiebeln, Knoblauch und Kräutern. In die grüne Adschika kommen unreife, in die rote Variante reife Peperoni. © Rocket & Basil

Auch auf Ofenkartoffeln können sich viele Kulturen einigen. Warum nicht mal eine exotische Variante probieren? Adschika ist der Name einer aus Peperoni und Kräutern bestehenden Würzsoße, die hervorragend zu salzigem Feta passt. Für noch mehr Aroma haben die beiden Schwestern einen Tipp: Gewürze immer im Ganzen kaufen, selbst mahlen und kurz vor der Verwendung ohne Fett in einer Pfanne rösten.

Zu den gegrillten Pfirsichen gibt es salziges Pistazienkrokant und eine Creme mit Vanille und Kardamom. © Rocket & Basil

Süß, salzig, Vorspeise, Dessert? Diese gegrillten Pfirsiche mit Basilikum und salzigem Pistazienkrokant wollen sich ebenso ungern auf ihre Heimat festlegen wie Sophie und Xenia von Oswald. Warum auch?

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