Panzanella Resteverehrung auf Italienisch

Am ehrlichsten sind doch Rezepte, für die man nur durch seine Vorräte browsen muss. In diesem Salat kommt sogar altes Brot groß raus. Unser Video zeigt, wie es geht. Von
Aus der Serie: Mahlzeit

Wenn man sich unter Hobbyköchen und Profiköchinnen umhört, was ihnen in der Küche am meisten Spaß macht, dann ist die Antwort ziemlich oft: "Schnell was Einfaches zaubern." Sie alle meinen damit das Gleiche: einmal in Küche, Kühlschrank und Vorratsschrank nachschauen, was da ist, und aus den vorhandenen Zutaten zackig ein leckeres Gericht machen. So ist im Prinzip auch der Panzanella entstanden: ein einfache Arme-Leute-Essen, bei dem altes Brot angeröstet und mit allerlei Zutaten vermengt wurde. Mit dem, was man gerade so dahatte. Traditionalisten verwenden nur Tomaten, Brot, Olivenöl und Zwiebeln. Wir sind da aber nicht so streng.

Bei uns könnte man das Gericht also auch einfach Resteverwertung nennen, aber auf Italienisch hört sich das zehnmal leckerer an.  Was man im Endeffekt in den Salat gibt, bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Dieses Rezept darf man, im Prinzip wie Verkehrszeichen in Rom, als Empfehlung, nicht als Gebot verstehen. Denn sollten Sie etwas anderes im Kühlschrank haben, Tomaten, Gurken, Bohnen zum Beispiel – dann passt das alles auch ganz hervorragend in die Salatschüssel.

Panzanella

Zutaten für vier Personen:

  • 4 Scheiben dickes und eher festes weißes Landbrot
  • 1 Schalotte
  • 1 kleiner Kopf Radicchio
  • 1 Fenchelknolle
  • 120 g Manchego-Käse
  • 120 g harte Salami
  • 60 ml Olivenöl
  • den Abrieb einer Zitrone sowie ein wenig von ihrem Saft
  • 2 Esslöffel Rotweinessig
  • 1 Bund Basilikum
  • 1 kleine Dose grüne Oliven, entkernt und ungefüllt
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung:

Den Ofen auf 200 Grad vorheizen, das Brot in mundgerechte Stücke auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech zerrupfen. Den Abrieb der Zitrone und der Hälfte des Olivenöls vermischen und darüber geben. Salzen und pfeffern. Im Ofen rösten und gelegentlich umrühren oder die Brotstücke wenden, bis das Brot beginnt, an den Ecken knusprig zu werden. Das dauert 8–10 Minuten. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen.

Am besten eine Biozitrone nehmen, denn man benötigt den Saft und den Abrieb. © Sebastian Friedrich für ZEITmagazin ONLINE

Während der Backzeit die Schalotten schälen, fein würfeln und mit etwas Zitronensaft, Essig und dem Basilikum in einer großen Schüssel vermischen. Salzen und pfeffern, das restliche Olivenöl hinzugeben und verrühren. Die Salami in feine Scheiben schneiden und dazugeben.

Die Salami kann, aber muss nicht, denn beim Panzanella lassen sich die Zutaten ganz nach Vorratslage variieren. © Sebastian Friedrich für ZEITmagazin ONLINE

Radicchio waschen und in mundgerechte Stücke rupfen, den Fenchel in feine Streifen schneiden, den Käse hobeln. Die Oliven hinzufügen und alles gut miteinander vermengen. Zuletzt das Brot unterheben. Mahlzeit!

Kommentare

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ich kann den asiatischen Salat empfehlen, der ist leicht pfeffrig. Einfach das alte Brot in Essig und Öl ziehen lassen, dann die Tomaten hinzugeben, etwas Zucker und den Salat. Ich gebe gerne noch etwas Fischsauce hinzu und Zitronensaft, darüber noch frische Kräuter - was gerade da ist, ich bin da flexibel, mal ist es Frühlingszwiebelgrün, mal Basilikum, mal Oregano.

Aus trockenem Schwarzbrot lässt sich dann auch noch wunderbar ein GEtränk herstellen.