Bacon Jam Speck ist eine süße Versuchung

Baconmarmelade zum Frühstück und Blumenkohl mit Algen: Dieses Sonntagsessen verführt selbst Kinder mit neuen Geschmackserlebnissen. Wer braucht da noch Bärchenwurst? Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Kinder sind schwierige Gäste. Am liebsten essen sie Pfannkuchen mit Nutella und Gemüse höchstens in Form lachender Gesichter. Nur für sie wurde die Bärchenwurst erfunden. So ging es der Bloggerin Anne Beate Grüter zumindest mit ihrer ältesten Tochter. Die ist mittlerweile 25 Jahre alt und längst ausgezogen. Ihre beiden jüngeren zehn und 13 Jahre alten Töchter sind kulinarisch etwas anspruchsvoller. Das liegt in der Familie. Schon als Kind ließ Grüter sich von den Kochmagazinen ihrer Mutter inspirieren. "Meine Familie ist essensfixiert, Essen, Restaurantbesuche und Rezepte sind immer ein Thema." Heute lebt sie gemeinsam mit ihren zwei Jüngsten in Eutin, einem kleinen Ort in der Holsteinischen Schweiz, wo es "nichts gibt" außer einer Gaststätte namens Bachhuskeller und einer Weinhandlung, deren Betreiber Grüter ihre "Weintherapeuten" nennt. Die 46-Jährige liebt Linsen und Spätzle (das sind die Wurzeln mütterlicherseits) und Bielefelder Pickert (ihr Vater stammt aus Westfalen). Genauso wie Entenleberpastete mit Sauternesgelée – allerdings nur als Foie fine, was bedeutet, dass die Tiere nicht gestopft, sondern durch Temperaturregulierung zum Fressen angeregt werden. Dieses Sonntagsessen übernimmt Rezepte von Grüters Blog Kochen macht glücklich und bietet eine Menge ungewöhnlicher Geschmackserlebnisse. Die beginnen schon am Frühstückstisch: Die hausgemachte Marmelade schmeckt nach Speck. "Ich habe schon nachts Familienmitglieder mit dem Löffel am geöffneten Kühlschrank stehen sehen, mit einem Glas Bacon Jam in der Hand", sagt Grüter. Das ist auf jeden Fall besser als eine Scheibe Bärchenwurst. 


Rezept für Bacon Jam

Zutaten:

  • 500 g geräucherter Bacon
  • 30 g Butter
  • 5 kleine Zwiebeln, in dünne Scheiben geschnitten
  • 2 Knoblauchzehen, in dünne Scheiben geschnitten
  • 5 EL Rohrzucker
  • 2 EL geräuchertes Paprikapulver (süß)
  • ½ TL Chiliflocken
  • ½ TL Senfpulver
  • 1 kleines Stück Ingwer, gehackt
  • ½ TL Zimt
  • 200 ml Whiskey
  • 150 ml kräftiger Kaffee
  • 70 ml Balsamicoessig
  • 60 ml Ahornsirup
  • evtl. ½ TL Sambal Olek
  • Meersalz und Pfeffer

Zubereitung:

Baconscheiben in einer großen, schweren Pfanne etwa drei Minuten lang bei mittlerer Hitze anbraten. Aus der Pfanne nehmen und das Fett weggießen.


Butter zugeben und schmelzen lassen. Zwiebeln, Knoblauch, braunen Zucker, Gewürze und eine Prise Salz darin sechs Minuten schmoren lassen. Dann den Bacon zurück in die Pfanne geben und alles gut vermischen. Whiskey zugießen und drei Minuten einkochen lassen.

Restliche Zutaten zugeben und mindestens eine Stunde lang köcheln lassen. Ab und zu umrühren. Vom Herd nehmen und etwas abkühlen lassen. Einen Teil des überschüssigen, flüssigen Fetts abfließen lassen.

Alles im Mixer zerkleinern. Ob feiner oder grob, bleibt jedem selbst überlassen.


Warm oder kalt servieren. Übrige Marmelade in ein sauberes Glas geben. Im Kühlschrank hält sie sich etwa zwei Monate.

Für diesen Hummus braucht man keine Kichererbsen, die weißen Bohnen werden mit Knoblauch püriert. © Kochen macht glücklich

Auch in Deutschland ist Hummus inzwischen sehr beliebt. Grüter schlägt eine kreative Variante vor, mit weißen Bohnen und ordentlich Knoblauch. Nur Küssen ist danach verboten.

Die Blumenkohlsuppe mit Dulse-Algen schmeckt nussig und herzhaft. © Kochen macht glücklich

Zweifellos führt Blumenkohl die Liste der meistgehassten Kindergemüsesorten an. Was, wenn man ihn püriert und Algen hineinmogelt? "Dulse-Algen schmecken überhaupt nicht nach Meer und Fisch, sondern nussig und herzhaft, mit einem tollen Speckaroma", sagt Grüters, "außerdem sind sie gesund."

Dieses Wildragout köchelt in Primitivo, dazu schmecken Süßkartoffelgnocchi. © Kochen macht glücklich

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Wie wird ein Kuchen saftig? Zum Beispiel mit Öl als Geschmacksträger. Für ihren Rührkuchen mit Blutorangen verwendet Grüter Olivenöl.

Kommentare

55 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

Kinder und Spinat ist eine Welt für sich.
Als Kind war er für mich ein Greuel, heutzutage esse ich ihn gerne.
Wenn ich jedoch Algen als Nahrung lese bin ich skeptisch.
Davon hörte ich mehrfach, probiert habe ich sie nie.
Wenn man sie mir anböte, äße ich sie versuchsweise.
Man scheint wegen Knappwerden der Nahrungsmittel für das Zuviel an Menschen immer neue Wege gehen zu wollen.
So hatte man einst angedacht, die Walnahrung "Krill" publik zu machen, das Projekt scheint gescheitert zu sein.

Nach Eutin sind es für mich 12 KM- kann ich die Marmelade mal probieren, bevor ich sie (ohne Whisky) selber mache?
Algen können Gerichte geschmacklich sehr beleben, sein, auch wenn die Touristen am Strand sich das nicht vorstellen können.
Den Blumenkohl werde ich mal ausprobieren- allerdings nicht Algen vom nahen Strand. :)
Der Link zum Wildragout ist schon abgespeichert, mit der augenzwinkernden Anmerkung, dass es nicht unbedingt Hirsch(= männlich) sein muss, Fleisch von weiblichem Rot/ Damwild geht auch.