Pulpo Kochen mit acht Händen

Lieber Saumagen als Chiasamen: Die Foodistas sind ein eingespieltes Küchenquartett, das es herzhaft liebt. Zum Sonntagsessen gibt es Pulpo. Der hat ebenfalls acht Arme. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Viele Köche, heißt es, verderben den Brei. Wie gut ein Gericht werden kann, wenn acht Hände daran beteiligt sind, beweisen Tanja und Carina Farwick sowie Jasmin und Marie-Christin Sotta. Aufgewachsen sind sie alle in Osnabrück, wo zwei von ihnen noch immer leben. Carina Farwick ist aus beruflichen Gründen nach Mainz gezogen, ihre Schwester Tanja nach Münster. Gemeinsam betreiben die vier den Blog Foodistas, eine Zusammensetzung der Wörter Food und Sistas, also Schwestern. Dort geht es bodenständig zu, von Königsberger Klopsen über Gulasch bis hin zu Grünkohl. "Der gehört natürlich zum Boßeln dazu", erklärt Tanja Farwick mit Blick auf die anstehende Boßelsaison. 

Für alle, die nicht aus Norddeutschland stammen, kurz die Erklärung: Es handelt sich um ein Spiel (manche sagen: eine Sportart), bei dem ungefähr tennisballgroße Hartgummikugeln mit möglichst wenig Würfen ein Ziel erreichen müssen. Austragungsort ist die Straße, die Teammitglieder sind Familie und Freunde, die Ausrüstung besteht aus einem Bollerwagen, warmen Getränken und Doppelkorn. Anschließend gibt es Grünkohl, der von November bis März Saison hat, mit Pinkel, einer groben Schweinswurst.

Man sieht: Die Foodistas haben ein Herz für Tradition. Und für herzhafte Gerichte – erst kürzlich haben sie den Saumagen für sich entdeckt. Acht von zehn Food-Bloggern würden auf die Frage "Was käme bei dir nie auf den Tisch?" Innereien angeben – da geht es bei diesem Kochquartett aber erst so richtig los. Dementsprechend fiel die Wahl ihres Sonntagsessens auf Pulpo. Auch der hat bekanntlich acht Arme – und ist oftmals eine zähe Angelegenheit. Mit ihren acht Händen machen die Bloggerinnen daraus ein zartes, spätsommerliches Hauptgericht. Man braucht dafür nicht unbedingt einen Grill, aber einen Sous-vide-Garer. Wer den nicht hat, greift ganz traditionell auf ein Wasserbad zurück. 

Pulpo mit Röstkartoffeln, geflämmtem Lauch und Paprikacreme

Zutaten für 4 Personen:

  • 1 kg Pulpo
  • 400 ml Rotwein
  • 300 ml Wasser
  • 1 TL fermentierter Pfeffer
  • 1 Lorbeerblatt

Für die Röstkartoffeln:

  • 500 g festkochende Kartoffeln
  • 4 Zweige Rosmarin
  • 1 TL Meersalz
  • 4 EL Olivenöl

Für den geflämmten Lauch:

  • 3 dünne Stangen Lauch
  • 3 EL Butter
  • Salz

Für die geräucherte Paprikacreme:

  • 40 g geröstete Pinienkerne
  • 10 g frische Semmelbrösel
  • 1 große Knoblauchzehe
  • 150 g geröstete rote Paprika aus dem Glas
  • 2 TL süß geräucherte Paprika
  • 50 ml Olivenöl
  • einige Spritzer Zitronensaft

Zubereitung:
Pulpo zusammen mit Rotwein, Wasser, Pfeffer, Lorbeer und Kreuzkümmel in einen Vakuumbeutel geben und verschweißen. Darauf achten, dass keine Flüssigkeit in die Naht kommt. Bei 78 Grad sechs Stunden sous-vide-garen, alternativ im Wasserbad.

Lauch waschen und in mundgerechte Stücke schneiden. Mit Butter in einen Vakuumbeutel geben und eineinhalb Stunden vor Ende der Garzeit zum Pulpo geben.
 In der Zwischenzeit Kartoffeln schälen und würfeln. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Kartoffeln darin zehn Minuten lang knusprig anbraten. Rosmarinzweige und Salz zufügen und weitere fünf bis zehn Minuten braten. Rosmarinzweige entfernen und beiseitestellen.
 Für die Creme alle Zutaten bis auf den Zitronensaft in einen Standmixer geben. Auf höchster Stufe pürieren, bis eine homogene Masse entsteht.

Zitronensaft unterrühren.
 Lauch und Pulpo aus dem Vakuumbeutel nehmen. Pulpo auf einem Grill oder in der Pfanne von jeder Seite für 15 Sekunden knusprig braten.
 Mit Röstkartoffeln, Lauch und Paprikacreme anrichten und sofort servieren.

Das Hühnerfrikassee wird grün durch Lauch, Kerbel und Spinat. © Foodistas


Hühnerfrikassee verbinden viele mit ihrer Kindheit. Warum sie nicht wieder aufleben lassen? Wer das Rezept seiner Mutter oder Großmutter nicht kennt, greift auf dieses zurück.

Mit Pastinaken und Rosenkohl wird der Rollbraten herbstlich begleitet. © Foodistas

Der Sommer sieht seinem Ende entgegen, es naht die Zeit der deftigen Rezepte, von denen man gern eine zweite Portion nimmt. Zum Einstieg schlagen die vier einen Schweinerollbraten mit Pastinakenpüree und Rosenkohl vor. 

Den Pfannkuchen begleitet ein Pilz-Dreierlei mit Pfifferlingen, Kräutersaitlingen und Shiitake. © Foodistas

Leichter, aber nicht weniger herbstlich schmeckt der Pfannkuchen mit dreierlei Pilzen.

Die Quiche schmeckt heiß aus dem Ofen am besten – aber sie lässt sich auch sehr gut zu einem letzten Sommer-Picknick mitnehmen. © Foodistas

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