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Pflaumenzeit: Diese Pflaumen kann man einrollen

Wenn die Tage kurz und die Blätter welk werden, setzt die Herbstdepression ein. Diese Rezepte kontern mit gesunder Süße – und sind ein Superfood für Traditionalisten. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Adaeze Wolf, deren Vater Nigerianer ist, schwärmt von der Vielseitigkeit der afrikanischen Esstradition. Zu jeder Jahreszeit veredelt die 42-Jährige ihre Eintöpfe mit Zimt, auch herzhafte mit Hackfleisch. "Zimt verleiht nicht nur jedem Gericht eine aufregende Note, sondern funktioniert als natürliches Süßmittel und regt den Stoffwechsel an."

Hungrig, aber keine Zeit? Unsere Video-Serie "Mahlzeit" empfiehlt schnelle saisonale Gerichte. Klicken Sie auf das Foto, um alle Rezepte zu entdecken. © Brooke Lark/​unsplash.com

Mit ihrem Mann, zwei Kindern und einem Hund lebt Wolf in der Nähe von Heidelberg. Gekocht hat sie immer schon. Zu ihren Vorbildern zählen Sterneköche wie Tim Raue und Christian Jürgens ebenso wie ihre Tante, die bis heute in einem nigerianischen Dorf für die Familie kocht. Nachdem sie einige Jahre im Marketing gearbeitet hatte, machte Wolf eine Ausbildung zur ganzheitlichen Ernährungsberaterin und gründete 2015 ihren Blog Naturally Good, von dem sie inzwischen leben kann. Wie der Name schon sagt, achtet sie auf unverarbeitete Zutaten, die möglichst saisonal sein sollen.

Aber jetzt ist Pflaumenzeit. Die Bloggerin widmet ihr Sonntagsessen komplett dieser mittlerweile urdeutschen Herbstfrucht, die ursprünglich aus Asien nach Griechenland und von dort aus nach Mitteleuropa gelangte. Als Hauptgericht schlägt sie Buchweizen-Crêpes mit Pflaumenmus vor. "Buchweizen gehört zu den Pseudogetreiden und ist ein willkommener Ersatz für herkömmliches Weizenmehl", erklärt Wolf. "Er ist proteinreich und enthält viele Nährstoffe wie Eisen, Magnesium, Kalium und Calcium sowie Vitamin B1, B2 und E. Durch seinen leicht nussigen Geschmack eignet er sich ausgesprochen gut für Süßspeisen." Viele Länder haben ihre eigene Variante des Rezeptes. In der Bretagne werden Buchweizenpfannkuchen herzhaft gegessen, dort heißen sie Galettes. Manche russischen Bliný bestehen aus Buchweizenmehl. In den USA isst man sie als Pancakes mit Ahornsirup zum Frühstück. 

Rezept für Buchweizen-Crêpes mit Pflaumenmus

Zutaten für vier Personen: 
Für die Crêpes:

  • 80 g Buchweizenmehl
  • 200 ml pflanzliche Milch, z. B. Mandelmilch
  • 2 Eier
  • etwas Öl
  • 1 Prise Kurkuma
  • Naturjoghurt
  • 1 Banane, in Scheiben geschnitten
  • 4 EL Müsli

Für das Pflaumenmus:

  • 500 g reife Pflaumen
  • 1 Zimtstange
  • 1 EL Chia-Samen

Zubereitung:
Für das Mus Pflaumen waschen, entsteinen, klein schneiden und zusammen mit der Zimtstange und etwas Wasser in einen Topf geben. Bei mittlerer Hitze etwa zehn Minuten weich kochen. Kurz abkühlen lassen, dann Chia-Samen einrühren. Zimtstange entfernen und das Mus anschließend mit einem Mixer oder Pürierstab fein pürieren. Im Kühlschrank hält es sich fünf bis sechs Tage.


Für die Crêpes Mehl, pflanzliche Milch, Eier und Kurkuma in einer Schüssel zu einem glatten Teig verrühren. Anschließend etwa 15 Minuten ruhen lassen. Eine beschichtete Pfanne erhitzen und jeweils einen halben Esslöffel Öl hineingeben. Etwas Teig in die Pfanne geben und dünn ausbacken. Mit dem Rest des Teigs ebenso verfahren.
 Die gebackenen Crêpes mit Joghurt und Pflaumenmus bestreichen, mit Bananenscheiben und Müsli garnieren und sofort servieren.

Die Blätter fallen, die Tage werden kürzer und die Winterdepression setzt ein. Aber dieses warme Pflaumenkompott mit Haferflocken macht, dass alles gut wird. © Naturally Good

Besonders in der kalten Jahreszeit versorgt ein warmes Frühstück einen mit dringend benötigter Energie. Eine Idee sind Overnight Oats mit warmem Pflaumenkompott.

Süß und warm: Dieser Hirsebrei mit Pflaumen und Walnüssen ist eine herbstliche Alternative zum Frühstücksei. © Naturally Good

Wolf hat noch mehr süße, warme Frühstücksrezepte zu bieten, etwa Hirsebrei mit gekochten Pflaumen und Walnüssen.

Man merkt erst, wie sehr man Kürbisbrot das ganze Jahr über vermisst hat, wenn es wieder auf der Speisekarte steht. © Naturally Good

Dass Pflaume auch herzhaft kann, beweist dieses Kürbisbrot mit Pflaumen-Chutney.

Und wem es jetzt noch nicht süß genug war, der kann sich mit diesem britischen Crumble den letzten Kick geben. © Naturally Good

Zum Abschluss wird es noch mal süß. Crumbles, eine Art Fruchtauflauf, stammen aus Großbritannien. Sie sind der Inbegriff von Saisonalität, weil sie praktisch mit jeder Frucht funktionieren. Hauptsache, sie werden mit einer großzügigen Streuselschicht bedeckt. Die Bloggerin schlägt eine glutenfreie Version vor – natürlich mit Pflaumen. 

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