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Bohnenstampf Kochen kann so einfach sein

Vegetarisch, gute Zutaten und vor allem keine verrückten Utensilien: Diesen beiden Foodbloggern reichen zwei Pfannen in der Küche – sie sind Profis ohne Profiausrüstung. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Ohne Muskatreibe und Mandolinen-Feinhobel ergibt das Dasein keinen Sinn? Quatsch, sagen Iwan Hediger und Yves Seeholzer. Materialmangel gilt nicht als Ausrede, um das Kochen zu lassen. Zwei Pfannen, ein Schneidebrett und ein Messer, mehr braucht man ihnen zufolge nicht. Die freiwillige Reduktion erklärt sich aber auch daraus, dass die beiden leidenschaftlich gern unterwegs sind; bekanntlich reist es sich besser mit leichtem Gepäck.

Besonders für "weit weg" kann sich das Duo begeistern. "Indien ist für Vegetarier und Veganer der Himmel auf Erden", schwärmt Seeholzer. Hediger träumt von Freemantle, einem Stadtteil des australischen Perth. "Das Raw Kitchen wird mir immer in Erinnerung bleiben."

Ihre Homebase befindet sich in Luzern beziehungsweise im unweit davon gelegenen Merlischachen. Beide haben in der Schweiz eine Kochausbildung hinter sich gebracht, bevor sie mit Kochbuchschreiben und Bloggen begonnen haben. Seeholzer arbeitet zudem als Yogalehrer, Hediger studiert Grafikdesign. Bekannt geworden sind sie durch die ihnen eigene Beschränkung aufs Wesentliche: Zwei Pfannen heißt ihr Blog.

Eins kann man ihnen nicht absprechen: Bescheidenheit. Dafür spricht schon ihr Rezept für Bohnenstampf mit mediterranem Gemüse und Kräutern. Auf die Frage nach ihrem  Lieblingsessen antworten die beiden 28-Jährigen allerdings: "Eine Packung Chips auf dem Sofa ist schon etwas Feines." Ihr Notfallrezept? "Falafel beim Türken um die Ecke." Und fügen hinzu: "Wir hängen nicht besonders an den Rezepten auf unserem Blog oder unserem Buch. Wichtiger ist es uns, Menschen Lust aufs Kochen zu machen." Auch und vor allem ganz ohne Profiausrüstung.

Bohnenstampf mit mediterranem Gemüse und Kräutern

Zutaten für 2 Personen:

  • ¾ Tasse (ca. 160 g) Borlotti-Bohnen
  • 1 rote Zwiebel, geschält
  • 1 Zucchini
  • 1 Aubergine
  • 1 Handvoll Blattpetersilie
  • 1 Handvoll Basilikum
  • 1 TL Kümmelsamen
  • 1 EL Tomatenmark
  • 10 ml Weißwein
  • 150 ml ungewürzte Tomatensoße
  • 100 ml Gemüsebrühe
  • 1 EL feiner Senf
  • 1–2 TL Sambal Oelek oder Chilipaste
  • 2 EL Tahin
  • ½ Handvoll Kürbiskerne
  • 1 Handvoll Sonnenblumenkerne
  • 10 ml Cashew- oder Reisdrink
  • ½ TL Zimt
  • ½ Handvoll geröstete Hanfsamen
  • Kokosfett
  • Meersalz
  • schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • Muskatnuss
  • Vollrohrzucker

Zubereitung:

Bohnen über Nacht in reichlich kaltem Wasser einweichen. Am nächsten Tag abschöpfen und in einen Topf mit kaltem Wasser geben. Zum Kochen bringen und so lange kochen, bis die Bohnen weich sind.

Zwiebel halbieren und in feine Würfel schneiden. Zucchini und Aubergine waschen und in grobe Würfel oder Scheiben schneiden. Blattpetersilie und Basilikum waschen, trockentupfen und samt Stiel grob hacken.

Etwas Kokosfett in einer Pfanne oder Wok erhitzen und Zwiebeln darin andünsten. Zucchini, Auberginen und Kümmel hinzugeben, dann Tomatenmark. Hitze erhöhen und alles ein bis zwei Minuten lang rösten. Mit Weißwein ablöschen, einköcheln lassen, dann Tomatensoße dazugeben.

Gemüsebrühe, Senf und Sambal Oelek ebenfalls zum Gemüse geben und alles so lange köcheln lassen, bis das Gemüse gar und die Soße etwas eingedickt ist. Zum Schluss Tahin, Kürbis- und Sonnenblumenkerne sowie Basilikum dazugeben und alles gut umrühren. Mit Vollrohrzucker abschmecken.

Bohnen abschöpfen, kurz ausdämpfen lassen, zurück in die Pfanne geben und mit einer Gabel oder einem Kartoffelstampfer zerstampfen. Cashew- oder Milchdrink, Zimt und geröstete Hanfsamen dazugeben. Alles gut vermischen, dann Blattpetersilie dazugeben. Der Bohnenstampf sollte fest und leicht cremig sein. Nach Belieben etwas mehr Cashew- oder Reisdrink dazugeben. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen und, nach Bedarf, mit mehr Zimt.

Auf einem Teller Bohnenstampf anrichten, Gemüse darüber geben und mit gehackten Kräutern und Kürbis- und Sonnenblumenkernen garnieren.  

Kann man, bis auf die Kiwi, auf Vorrat produzieren: Müsli mit ofengeröstetem Getreide und Kastanien-Kiwi-Crème. © Zwei Pfannen

Dreierlei Haferflocken, Nüsse und ein paar Gewürze, mehr braucht man nicht für ein köstliches selbst gemachtes Müsli. Dazu serviert das Duo Kastanien-Kiwi-Crème.

Schwarzwurzel und Rote Bete können etwas öde schmecken – dagegen helfen Sternanis und Garam Masala. © Zwei Pfannen

Zugegeben, jeder, der Schwarzwurzeln schält, freut sich über Handschuhe – schließlich sind die dabei entstehenden Flecken sehr hartnäckig. Ist dieses Problem gelöst, ist es nicht mehr weit bis zur Schwarzwurzel-Kokos-Suppe mit orientalischem Randen-Apfel-Birnen-Kompott. Rande ist übrigens der Schweizer Ausdruck für Rote Bete.

Echt winterlich, der Maroni-Kartoffel-Walnussstampf – für die knallgrünen Akzente sorgt Grünkohlpesto. © Zwei Pfannen

Auch der Ausdruck Baumnuss sorgt in Deutschland erst mal für Verwirrung. Gemeint sind Walnüsse. In Kombination mit Maroni und Kartoffeln ergibt sich ein weiteres Winterwohlfühlessen.

Die Zwiebeln muss man über Nacht einlegen, aber mit dem scharf gebratenen Reis verliert man ansonsten keine Zeit. © Zwei Pfannen

Beim Rezept für scharf gebratenen Reis mit eingelegten Zwiebeln bleiben Hediger und Seeholzer ihren Grundsätzen treu: vegetarisch, mit guten Zutaten und vor allem ohne Zuhilfenahme verrückter Kochutensilien.

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