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Tequila Eine sexy Spirituose!

Tequila übersteht Kombis mit Zimt, Orangen und Kaffee. Aber als Margarita kommt er am besten raus. In diese Variante wird, überraschend sanftmütig, Buttermilch gemixt. Von
Aus der Serie: Absacker

Ist ein Mojito ein Longdrink? Muss bei einer Margarita immer ein Salzrand ans Glas? Und wie viel Zitrone gehört in einen Whiskey Sour? Unsere Serie "Absacker" beantwortet diese Fragen und verrät Ihnen, wie Sie sich selbst den richtigen Drink für einen perfekten Abend mixen können. Denn hinter jedem Drink verbirgt sich ein Lebensgefühl.

Über eins sollte sich Trump im Klaren sein: Wenn er die Mauer baut, sitzt sein Volk bald auf dem Trockenen. Mehr als die Hälfte des weltweiten Tequilaertrags wird nämlich von Mexiko aus exportiert. Von diesem Export wiederum geht der Löwenanteil, nämlich rund 80 Prozent, in die USA. An zweiter Stelle kommt Deutschland, mit gerade mal zwei Prozent. 

Tequila ist eine Untergruppe des Mezcal, benannt nach der gleichnamigen Stadt im mexikanischen Bundesstaat Jalisco. Traditionell wird für die Herstellung das Innere von mindestens fünf Jahre alten Blauen Agaven dampfgegart, abgekühlt und zerkleinert. Durch Auspressen gewinnt man Agavensirup, den Veganer gern als Honigersatz benutzen. Damit daraus Alkohol entsteht, muss er fermentieren, dabei hilft Hefe oder das Bakterium Zymomonas mobilis. Der Alkohol wird anschließend zwei- oder dreifach destilliert, um klaren Tequila zu gewinnen. Nur wenn er aus reinem Sirup der Agave tequilana Weber, also ohne Zuckerzusatz, gemacht ist und in Mexiko in Flaschen abgefüllt wird, darf er sich Hundert-Prozent-Tequila nennen. Darüber wacht eine eigene Behörde, die Consejo Regulador del Tequila.

Bettina Kupsa im Hamburger Chug Club © Tim Gerdts

Für alle, die nun das Grauen packt, weil ihnen die bei Abiturfeiern gekippten Shots wieder einfallen: Auch die Mexikaner trinken ihr Heiligtum nicht immer pur, sondern zum Beispiel gemischt mit Grapefruitsaft oder in Kombination mit jeweils einem Glas Tomaten-Orangen- und Limettensaft, als Anlehnung an die mexikanische Flagge. Um den Geschmack von, leider oft minderwertigem, Tequila zu mildern, hat jedes Land seine Tricks. Wir Deutschen etwa mischen Tequila Gold mit Orange und Zimt, die Schweden die klare Version mit Zimt und einer Kaffeebohne. Allseits beliebt ist auch Tequila Sunrise mit Orangensaft und Grenadine.

Darüber kann Bettina Kupsa nur den akkurat geschnittenen Pagenkopf schütteln. "Für mich ist Tequila die mit Abstand spannendste Spirituose. Und ziemlich sexy!" In Hamburg betreibt die 41-Jährige den Chug Club, eine auf Agavendestillate spezialisierte Bar. "Bei hundertprozentigem Tequila hat die mittlerweile überstrapazierte Bezeichnung Hand Crafted ihre Berechtigung. Zugegeben war es allerdings auch bei mir erst Liebe auf den zweiten Schluck." Ihr signature drink ist eine Margarita mit Buttermilch und Quittengelee: eine kreative Variation des Klassikers, die bestimmt auch vielen Amerikanern schmecken würde. Ende letzten Jahres einigten sich die USA und Mexiko übrigens immerhin auf ein neues Freihandelsabkommen, die taz sprach vom Tequila-Deal. Dabei trinkt Trump gar keinen Alkohol.

Buttermilch-Margarita

Zutaten:

  • 6 cl Tequila Reposado (mindestens neun Monate im Eichenfass gelagert)
  • 3 cl Buttermilch
  • 2 cl Agavensirup
  • 2 cl Limettensaft
  • 1 cl Zitronensaft
  • 1 TL Quittengelee

Zubereitung:

Alle Zutaten im Shaker mischen. In ein Coupetteglas (eine geschwungene Cocktailschale) geben und servieren.

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