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Grünkohltarte mit Eiern und Kümmel Ein Gemüse von falscher Bescheidenheit

Grünkohl klang lange nach Kantinenmuff, doch er ist groß rausgekommen, etwa mit dieser Tarte. Auch die simple Möhre und der Kürbis kriegen eine Portion Glamour verpasst. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Schon erstaunlich, wie es ein Gemüse von der Resterampe zum Premiumplatz im Frischeregal geschafft hat. Grünkohl, das war doch mal Kantinenmuff und Omas Freitagsbeilage, deren Duft sich bis unters Dach verteilte. Heute hingegen: Detox-Shake, Pizzatopping und Grünkohlchips. Auf Englisch klingt das viel schöner, nicht nach Mief, sondern nach Frühlingshauch: kale. Auch Christina Hollender kann sich für dieses einheimische Gemüse begeistern. Denn aufgepasst: Wer gerne regional kocht, ist bei Brassica oleracea var. sabellica, wie es lateinisch korrekt heißt, genau richtig. Nur die Zubereitung kann einen in den Wahnsinn treiben. "Mittlerweile gibt es gelegentlich fertig geputzten, portionierten Grünkohl zu kaufen", sagt Hollender. "Zugegeben, ist er in Plastik verpackt, aber an faulen Tagen sehe ich darüber hinweg. Grünkohl putzen kann nämlich ganz schön undankbar sein."

Für ihr Sonntagsessen hat die Düsseldorferin noch einiges damit vor. Eine Grünkohltarte mit Eiern und Kümmel soll es geben. Die spiegelt gut die Idee ihres Blogs Feines Gemüse wider, den sie neben ihrer Arbeit als Social-Media-Managerin bei einem Wirtschaftsmagazin betreibt. "Das Besondere an den fünf Rezepten? Vermeintlich simples Gemüse verwandeln sie mit wenigen Handgriffen und raffinierten Gewürzen in etwas Besonderes", so die 34-Jährige. Und wenn wir eines vom Grünkohlhype gelernt haben, dann das: Bescheidenheit kann ganz schön glamourös sein.

Rezept für Grünkohltarte mit Eiern und Kümmel

Zutaten:

  • 1 Packung Blätterteig aus dem Kühlregal
  • 5 Eier
  • 200 g saure Sahne
  • 200 g Frischkäse
  • 350 g Grünkohl, geputzt und geschreddert
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 TL Kümmel, frisch gemörsert
  • ¾ TL Piment, frisch gemörsert
  • Salz

Zubereitung:

In einem großen Topf Wasser zum Kochen bringen. Kohl portionsweise etwa eine Minute lang blanchieren, danach abtropfen lassen und so lange ausdrücken, bis er sich trocken anfühlt.

Eine Tarteform mit 26 bis 28 Zentimetern Durchmesser leicht buttern und mit dem Blätterteig auslegen, dabei einen Rand hochziehen. Sollte Teig übrigbleiben, diesen anderweitig verwenden.

In einer großen Schüssel saure Sahne mit Frischkäse und zwei Eiern verrühren. Knoblauchzehe schälen, pressen und mit Sahne und Frischkäse verrühren. Abgekühlten Grünkohl unterheben und mit Gewürzen und Salz abschmecken.

Die Masse auf dem Blätterteig verteilen und im vorgeheizten Backofen 20 Minuten bei 200 Grad backen. Tarte aus dem Ofen holen und auf dem Belag drei Mulden formen. Jeweils ein Ei hineinschlagen, zurück in den Ofen geben und weitere 10 bis 15 Minuten backen.

Lauwarm servieren. Die Tarte schmeckt auch aufgewärmt sehr gut.

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