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Heidelbeer-Pie: Die Beeren aus dem eigenen Garten

Pies sind ein uramerikanisches Backwerk, das mit allen Arten von Früchten zum perfekten Kuchen werden kann. Vorausgesetzt, man verhält sich kühl zu der Butter darin. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Das klingt schön: Ein Amerikaner und eine Hessin lernen sich 1982 bei einem französischen Kochkurs kennen. Seither kochen, essen und leben sie zusammen, in einem hundert Jahre alten Haus, im rund 70 Kilometer südlich von Kassel gelegenen Antrifttal. Dessen Renovierung, sagen die beiden, kommt einer Lebensaufgabe gleich. Abgesehen davon widmen sich Karin Pfeiff-Boschek und Bruce Boschek mit Hingabe ihrem Blog Our Delicious Food.

Schnell wird klar, worum es dort geht: um Pies. Dieses uramerikanische Backwerk ist in der Herstellung recht simpel. Teig vorbereiten, mit Früchten belegen, backen. Auf die Details kommt es an, die richtige Temperatur der Zutaten etwa. Auch die Kochbuchautorin Samin Nosrat widmet in ihrem bereits jetzt zum Grundlagenwerk avancierten Band "Salz Fett Säure Hitze" dem Pie viel Aufmerksamkeit. "Weil er nur mit Butter gemacht wird, braucht er ein wenig Planung und Sorgfalt – kühlen Sie alles gründlich, arbeiten Sie schnell, nehmen Sie nicht zu viel Butter und achten Sie besonders darauf, den Teig nicht zu lange zu kneten. Das Verarbeiten von Butter kann manchmal eine knifflige Angelegenheit sein, aber das Ergebnis ist ein unvergleichlich aromatischer Teigboden." Nosrat hat jahrzehntelang am perfekten Rezept gefeilt. Der Mensch braucht Aufgaben. Sei es die nie wirklich abgeschlossene Verschönerung eines alten Hauses zwischen Schrecksbach und Mücke oder die Perfektionierung eines Kuchens.

Heidelbeer-Pie

Zutaten:

Für den Teig (ergibt vier Teigplatten):

  • 700 g Mehl
  • 2 TL Zucker
  • 2 TL Salz
  • 400 g kalte Butter, in 1 cm große Würfel geschnitten
  • 140 ml eiskaltes Mineralwasser
  • 2 Eier (Größe L)
  • 1 EL Essig

Für den Belag:

  • 800–1.000 g Heidelbeeren plus ca. 100 g für die Verzierung
  • 200 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 35 g Speisestärke
  • 2 EL Zitronensaft
  • 1 Eigelb

Zubereitung:

Für den Teig Wasser, Eier und Essig vermischen. In einer Rührschüssel Mehl, Zucker und Salz vermengen. Butterwürfel hinzugeben und mit Hilfe einer Küchenmaschine oder von Hand zu Streuseln verarbeiten. Wasser dazugeben. Teig aus der Schüssel nehmen, zu einem Ball formen, vierteln und die Teile separat in Klarsichtfolie einwickeln. Im Kühlschrank für mindestens eine Stunde kühlen.

Eine Pie-Form fetten. Ein Viertel des Teigs ausrollen und in die Form legen. 

Heidelbeeren mit Zucker, Salz, Speisestärke und Zitronensaft in einem Kochtopf bei mittlerer Hitze aufkochen und abkühlen lassen. Die Mischung in die vorbereitete Pie-Form geben und glattstreichen.

Zwei weitere Teigkugeln zu Platten ausrollen und in einen Zentimeter breite Streifen schneiden. Die vierte Teigkugel lässt sich gut einfrieren. Teigplatten zwischen den Arbeitsschritten kühlen. Jeweils fünf Teigstreifen zu einem Muster anordnen. Zwischenräume mit den restlichen Heidelbeeren füllen. Vor dem Backen mindestens eine Stunde kühlen.

Backofen mit Rost im unteren Teil des Ofens auf 200 Grad vorheizen.

Pie aus dem Kühlschrank holen, mit Eigelb bestreichen und im vorgeheizten Backofen backen. Nach 15 Minuten die Temperatur auf 175 Grad reduzieren und weitere 45 Minuten backen. Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

Mit Vanillesoße servieren.

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