Grillhähnchen: Das Huhn kommt rum

Peruanisches Grillhähnchen? Thailändische Hühnerspieße? Japanisches Barbecue-Chicken? Süß, sauer, scharf? Unser Sonntagsessen stellt Rezepte mit Huhn aus aller Welt vor. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Einen halben Tag Zeit haben, um ein Rezept zu entwickeln, es nachzukochen und ein ansprechendes Foto davon zu machen – das ist die eine Sache. Die andere ist, in einer engen, glutheißen Restaurantküche zu stehen, mit den Bestellungen im Nacken und dem cholerischen Chef gegenüber. Jennifer Segal kennt beide Welten, die der Profiköchin und die der Bloggerin. Nach dem Besuch einer Kochschule arbeitete sie in mehreren Restaurants, bevor sie 2003 ihr erstes Kind bekam. 

Dass es so wenige Frauen in gehobenen Küchen gibt, liegt zum großen Teil an der – vor allem zeitlichen – Unvereinbarkeit von Beruf und Familie. Auf diesen Spagat hatte Segal keine Lust. Ihr Blog Once upon a Chef startete sie 2009 aus pragmatischen Gründen, als Grundlage für ein Kochbuch, das neun Jahre später folgte. Heute ist sie zweifache Mutter, Hundebesitzerin und Fan einfacher Familiengerichte.

Ihr Sonntagsessen dreht sich um Huhn in allen Variationen. Pollo a la Brasa ist ein peruanischer Klassiker. Er geht zurück auf den Schweizer Roger Schuler, der in den Fünfzigerjahren in Lima die bahnbrechende Idee eines rotierenden Spießes hatte, auf dem mehrere Fleischstücke gleichzeitig gegrillt werden. Das, was wir heute als Grillhähnchen oder Broiler kennen, haben wir also einem Schweizer im Exil zu verdanken.


Klassischerweise wird dieses Huhn mit Ají verde, einer scharfen grünen Soße serviert, und in einem speziellen Ofen, dem Rotombo, zubereitet. Was wir von Jennifer Segal lernen können: Ein herkömmlicher Familienbackofen ohne Rotationssystem erfüllt denselben Zweck. Oder aber, man bereitet sein Pollo a la Brasa auf dem Grill zu – schließlich herrschen in Sachen Wetter hierzulande derzeit südamerikanische Verhältnisse.  

Pollo a la Brasa – Grillhähnchen mit Ají verde

Zutaten für 4 Personen:

  • 1,8 kg Huhn, im Ganzen

Für die Marinade:

  • 3 TL Olivenöl
  • 60 ml Limettensaft
  • 4 Knoblauchzehen, grob gehackt
  • 1 TL Kosher Salt (oder anderes Salz, dann etwas weniger)
  • 2 TL Paprikapulver
  • 1 TL schwarzer Pfeffer
  • 1 TL Kreuzkümmel
  • 1 TL getrockneter Oregano
  • 2 TL Zucker

Für die Ají verde:

  • 3 Jalapeño-Chilis
  • 25 g frischer Koriander
  • 2 Knoblauchzehen, grob gehackt
  • 120 g Mayonnaise
  • 60 g Sour Cream, ersatzweise Schmand
  • 1 TL frischer Limettensaft
  • ½ TL Salz
  • 1/8 TL Pfeffer
  • 2 TL Olivenöl

Zubereitung:

Alle Zutaten für die Marinade mithilfe einer Küchenmaschine cremig aufschlagen.

Vom Huhn die Innereien entfernen und die Außenseite mit einem Papiertuch säubern, dann mit der Brustseite nach oben in eine Schüssel legen. Mit einem Holzlöffel oder den Fingern die Haut vorsichtig vom Fleisch trennen, darauf achten, dass die Haut intakt bleibt. Zwei Drittel der Marinade gleichmäßig auf dem Fleisch verteilen, mit der Haut bedecken und den Rest der Marinade darauf verteilen. Mindestens sechs Stunden im Kühlschrank marinieren lassen, besser noch über Nacht.

Für die Soße Chilis entkernen und grob hacken. Alle Zutaten bis auf das Olivenöl mithilfe einer Küchenmaschine zu einer cremigen Soße verarbeiten. Nach und nach das Olivenöl zugeben und weiterrühren. Bis zum Servieren kaltstellen.

Einen Bräter einfetten. Huhn hineingeben und die Beine mit Küchengarn zusammenbinden. Bei 220 Grad 20 Minuten goldbraun rösten. Hitze auf 190 Grad zurückschalten und weitere 70 Minuten rösten, bis der austretende Bratensaft durchsichtig ist. Sollte das Huhn zu schnell bräunen, mit Alufolie abdecken. Aus dem Ofen nehmen und mit Alufolie bedeckt 20 Minuten ruhen lassen. Im Bräter drehen, damit der Bratensaft abfließen kann, dann auf einem Brett in Stücke schneiden.

Zusammen mit der Soße servieren.

Hähnchen auf Kung-Pao-Art ist ein Takeaway-Klassiker, der sich ziemlich easy selbst rührbraten lässt.

Hähnchen auf Kung-Pao-Art ist ein chinesischer Klassiker aus der Provinz Sichuan.

Gegrillte Hühnerspieße mit Kokos-Erdnuss-Soße sind eine Erinnerung an die Garküchen Thailands.

Nach Thailand führt uns dieses Rezept für gegrillte Hühnerspieße mit Kokos-Erdnuss-Soße. Segals Sohn zufolge schmeckt die Soße auch zu Brokkoli.

Dieses Huhn wird nach Teriyaki-Art zubereitet – aber mit Garam Masala gewürzt.

Dieses Gericht ist eine Mischung aus japanischem Teriyaki und südostasiatischen Aromen. Segal nennt es schlicht asiatisches BBQ-Chicken.

Dem süßsauren Hähnchen verleihen Datteln aromatischen Tiefgang.

Sein süßsaures Aroma bekommt dieses geröstete Hähnchen durch Datteln. Karotten liefern Vitamine, Pistazien eine spannende Textur.

Kommentare

45 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Ich bin ja immer auf der Suche nach leckeren Erdnuss-Saucen - und habe da schon viele Enttäuschungen erlebt, gar nicht so einfach ein gutes Rezept dafür zu finden.
Bin jetzt mal gespannt auf diese, ich probiere sie immer aus - jedenfalls, vielleicht gibt es auch noch andere Menschen die sich mit den amerikanischen Maßeinheiten ein wenig schwer tun ;) - hier eine Umrechnungsseite: https://www.usa-kulinaris...

@sinta: Einmal im Jahr bin ich süchtig nach Erdnuss Sauce, koche diese seit über 30 Jahren nach folgenden, einfachen Rezept:

rote Zwiebeln ganz fein schneiden und anrösten

dazu etwas Knoblauch

fein gehackte Chili ( die "normalen Hollandchili" sind vollkommen okay)

wenn die Zwiebeln glasig sind

klein gewürfelte Tomaten

ein halbes Glas Erdnussbutter hinzu

mit Sojasosse

Sambal Oelek

Ketjap Manis (geht auch ohne)

mit Saft einer Limette abschmecken

das Ganze mit 1 Dose Kokosnussmilch auffüllen. etwas köcheln lassen.

Mengenangaben sind bei mir immer etwas schwierig, da alles Geschmackssache ist,aber ich versuche es Mal:

mittlere rote Zwiebel

1-2 Knoblauchzehen

1 grosse Chilischote

ca. 3 Cherrytomaten

1 grosszügiger EL Soja

Ketjap Manis dito

1-2 TL Sambal

Das ergibt ca. 4 Portionen, oder 2 für mich ;-) Schärfe , Säure, Soja muss jeder selber entscheiden. Wenn Die Sosse zu dick ist einfach mehr Kokosnussmilch dazu, die Konsistenz
sollte allerdings "zähflüssig" sein.

Guten Appetit! ;-)