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Tarte Tatin: Die große Liebe zum Gemüse

Jetzt hat der Garten Hauptsaison: Tarte mit Roter Bete, Zucchinipuffer oder fruchtige Tomatensuppe schmecken mit Gemüse aus eigener Ernte am allerbesten. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Auch das soll es geben: Im Gegensatz zu ihren Eltern mochte Natalie Friedrich Gemüse immer schon. Diese Liebe ist mit einem Geräusch verbunden, dem eines an den Heizkörper klopfenden Holzlöffels. Mit diesem signalisierte die Großmutter, dass das Essen fertig war. Wenn es im Obergeschoss des niedersächsischen Familienhauses also mal wieder Spaghetti Bolognese gab und unten, bei den Großeltern, Ratatouille, war die Entscheidung für Natalie Friedrich gefallen.

Vor zehn Jahren wurde die heute 32-Jährige Vegetarierin und kocht seither mit Leidenschaft. Besonders gerne Dinge aus dem eigenen Garten in Stuttgart, wo sie mittlerweile lebt. Naturnah nennt sie ihn, eine liebevolle Umschreibung für "verwildert", wie sie gesteht. "Dort wachsen Himbeeren, Johannisbeeren, Kirschen, Trauben und so viele Kräuter und Gemüse, dass mein Freund und ich von Juli bis Ende September nichts kaufen müssen." Was sie mit der reichhaltigen Ernte anfängt, beschreibt sie auf ihrem Blog Holunderweg 18.

Alle Rezepte ihres Sonntagsessens lassen sich entweder mit klassischem Gartengemüse zubereiten oder mit Gemüse, das es jetzt saisonal und regional zu kaufen gibt. Als Hauptgang setzt die Wahlschwäbin auf eine Tarte Tatin mit Roter Bete. Ausgangsidee ist der gleichnamige französische Dessertklassiker, der, wie so viele berühmte Gerichte, wohl zufällig entstanden ist. Kurz vor dem Servieren, so die Legende, fiel der Apfelkuchen den Schwestern Tatin aus den Händen, woraufhin sie ihn umdrehten und noch mal buken. Dass Natalie Friedrich daraus eine Gemüsevariante macht, liegt daran, dass Rote Bete ihr Lieblingsgemüse ist. Woher sie das wohl hat?

Tarte Tatin mit Roter Bete

Zutaten für 4 Personen:

  • 1 Portion frischer Blätterteig (aus dem Kühlregal)
  • 1 mittelgroße rote Zwiebel oder 3 Schalotten
  • 3 EL Butter
  • 4 Zweige Thymian
  • 8 Gewürznelken
  • 1 TL gemahlener Zimt
  • 1 Zimtstange
  • 600 g Rote Bete
  • 5 TL brauner Zucker
  • 3 EL dunkler Balsamico
  • 100g Feta
  • Salz

Zubereitung:

Zwiebel in feine Ringe schneiden. Zusammen mit Butter, Thymian, Nelken, gemahlenem Zimt und Zimtstange in einer Pfanne bei mittlerer Hitze anschwitzen.

Rote Bete schälen und in drei bis fünf Millimeter dicke Scheiben schneiden. In die Pfanne geben und etwa zehn Minuten lang köcheln lassen, dabei ab und an vorsichtig umrühren.

Anschließend Thymian, Nelken und Zimtstange entnehmen und braunen Zucker über die Rote Bete geben. Schmelzen lassen, umrühren und mit Balsamico und Salz abschmecken.

Rote Bete in einer Tarte- oder Quicheform mit 24 Zentimetern Durchmesser verteilen und mit der Butterreduktion übergießen. Mit dem ausgerollten Blätterteig belegen, die überstehenden Enden abschneiden. Eventuell überlappenden Teig nach innen einklappen.

Bei 200 Grad 20 bis 25 Minuten im Ofen backen, bis der Teig gebräunt ist. Aus dem Ofen holen und fünf bis zehn Minuten abkühlen lassen.

Anschließend Tarte- oder Quicheform mit einem großen Teller bedecken und stürzen.

Zerkrümelten Feta auf der Tarte verteilen und servieren.

Erst mal die Tomaten in Ruhe im Ofen schmoren lassen, bevor sie zur Suppe werden. © Holunderweg 18

Dass wir Tomaten von Januar bis Dezember zu uns nehmen, ist eigentlich skandalös. Jetzt haben sie Saison, sind fruchtig und müssen nicht Hunderte Kilometer reisen, bevor sie auf dem Teller landen. Natalie Friedrich nutzt ihr süßes Aroma für eine Suppe.

Zucchini wachsen meist sehr reichlich, wenn man sie im Garten hat. Zur Abwechslung gibt es sie geraffelt in Pufferform. © Holunderweg 18

Ein wunderbar sättigendes, vegetarisches Hauptgericht ergeben diese Zucchinipuffer. Dazu passt ein grüner Salat oder Pellkartoffeln.

Tomate, Paprika, Aubergine, Zucchini: Stimmt, das sind die Zutaten für Ratatouille. Man kann aber auch Pesto daraus machen! © Holunderweg 18

Öfen haben etwas Magisches an sich: Vieles, was drin war, schmeckt hinterher besser. So auch das Gemüse aus dem Garten der Stuttgarterin, das sie zu einem Ratatouille-Pesto verarbeitet. 

Dieser Beerenkuchen lässt sich auf dem Blech oder in der Auflaufform backen – ganz easy. © Holunderweg 18

Dieser Beerenkuchen vom Blech punktet durch Anpassungsfähigkeit. Er schmeckt mit Himbeeren, Brombeeren oder Heidelbeeren, sortenrein oder in wilder Mischung.

Kommentare

14 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Wirklich lecker. Zu manch einem Gericht benötigt es keine Fleischbeilage, es sättigt auch ohne.
Seien es die Gemüsepuffer mit Sauerrahm, Gemüsenudeln oder auch nur Reis mit Rosinen,Honig und Nüssen. Gerne auch scharf salzig/süss.
Es gibt dutzende Kartoffelgerichte, die ohne Fleisch auskommen.
Eine schier unerschöpfliche Quelle von Genüssen, auch herstellbar ohne schlechtes Gewissen.
Nur Mut.

Gelöschter Nutzer 7973

#1.1  —  vor 6 Monaten

Absolut richtig!

Ich finde es immer drollig, wenn Leute irgendwie "Angst" vor vegetarischer Küche haben. Man wüsste dann gar nicht was man kochen soll. Man müsste dann extra Sachen einfkaufen und spezielle Rezepte raussuchen ...

Jedes olle Kochbuch aus den 50er Jahren hat standardmäßig 50% vegetarische Rezepte. Nicht weil die alle Vegetarier waren, sondern weil Fleisch tatsächlich mal teuer war und man das nicht jeden Tag gegessen hat. Und bei weiteren 20% der Rezepte kann man ohne größere Probleme das Fleisch bzw. die Fleischeinlage einfach weglassen (z.B. Eintöpfen).

Tolle Rezepte!
Mein Tip beim Schälen der Roten Rüben: Einweghandschuhe verwenden, dann hat man nicht tagelang rote Hände.

Wären wir uns doch nur auch in anderen Bereichen so nahe, wie hier, lieber Wildbader...
Mal ein Schmunzler..

Und ich Idiot dachte immer, dass sich eine Tarte tatin dadurch auszeichne, dass Karamell und Pektin der Äpfel eine Art Glasur bilden.

Den Tarte Tatin mit roter Beete werde ich sogleich nachmachmachen. Das Rezept hört sich wirklich sehr lecker an. Bisher kannte ich ebenfalls nur die Variante mit den Äpfeln. Die Zucchinipuffer habe ich bisher fast genauso gemacht, aber ohne Feta, was auch mal eine Variante wäre. Backpulver wäre meiner Meiung nach nicht notwendig. Statt Mehl verwende ich auch lieber Semmelbrösel, damit man nicht so einen mehligen Geschmack im Mund hat. Die Ratatouille auch mal als Pesto zu machen, find ich ebenfalls super und werde das Rezept ebenfalls gleich mal nachmachen! Freu mich schon jetzt drauf!

Das Ratatouille-Pesto hat mich auch angesprochen. Wird probiert.