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Ayurvedisches Reisgericht: Endlich entspannt essen

Wie ernährt man sich richtig? Darauf gibt es viele komplizierte Antworten. Oder eine simple: Hören Sie auf Ihren Bauch und lernen Sie die ayurvedische Küche näher kennen. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Von den vielen, vielen Ernährungsempfehlungen ist diese vielleicht die vernünftigste: Hören Sie auf Ihren Bauch! Er sagt Ihnen, wann er worauf Appetit hat und wann sein Hunger gestillt ist. Oder hören Sie auf die eigene Großmutter, die nicht auf die Idee gekommen wäre, Brot für sein Gluten oder die frisch gemolkene Milch für ihre Laktose zu verteufeln.

Tatsächlich wird intuitives Essen neben Intervallfasten und dem Verzicht auf alles Mögliche gerade als Trend gefeiert, dabei ist es eigentlich die natürlichste Sache der Welt. Das findet auch Jana Eisert. "Früher habe ich für meine Mahlzeiten einen Wochenplan genutzt, aber mich selten daran gehalten. Seit ich mit meinem Freund zusammenwohne, plane ich maximal zwei Tage voraus. Noch lieber entscheiden wir spontan, worauf wir Lust haben. Es ist so wichtig, auf sein Bauchgefühl beim Essen zu hören."

Eisert hat sich der ayurvedischen Ernährung verschrieben, die als besonders bekömmlich gilt. Einige Grundsätze: Drei verschiedene Ernährungstypen gibt es, mit jeweils verschiedenen Empfehlungen. Eine vollwertige Mahlzeit sollte süße, salzige, saure, scharfe, bittere und herbe Anteile enthalten. Auf Rohkost wird verzichtet, Gewürze sind das A und O. "Ich habe mehr davon, als ich zählen kann", gesteht die 29-Jährige, die in Berlin lebt. Mit ihrem Blog Apple & Ginger möchte sie Menschen für die aus Indien stammende Gesundheitslehre begeistern, aber keineswegs Zwang ausüben. "Die eine richtige Ernährungsform gibt es nicht. Ich wünsche mir, ein kleines Stück dazu beizutragen, dass mehr Menschen wieder zu einem entspannteren Umgang mit Essen finden."

Jana Eiserts Sonntagsessen ist pures Soulfood. Als Hauptgericht gibt es Zitronen-Cashew-Reis, zusammen mit Ofengemüse und einem fruchtigen Chutney. Alles, worauf man dann noch achten muss, ist, genug Platz im Bauch für die anderen Gänge zu lassen. Intuitiv eben.

Ayurvedischer Zitronen-Cashew-Reis

Zutaten für 4 Personen:

  • 200 g Vollkorn-Basmatireis
  • 80 g Cashewkerne
  • ½ TL Salz
  • 1 TL Kurkuma
  • 1 TL Ingwer
  • 1 EL Ghee
  • 1 Zitrone
  • ½ Bund Koriander

Zubereitung:

Ingwer schälen und fein hacken oder reiben. Cashewkerne grob hacken.

In einem Topf Ghee erhitzen und darin Ingwer, Kurkuma und Cashewkerne ein bis zwei Minuten anrösten. Reis dazugeben und eine Minute mit anrösten. Mit der doppelten Menge Wasser (etwa 450 bis 500 Milliliter) ablöschen und Salz dazugeben. 25 Minuten bei niedriger Temperatur köcheln lassen, dabei ab und zu umrühren. Bei Bedarf etwas mehr Wasser hinzufügen.

Koriander fein hacken. Zitrone auspressen.

Sobald der Reis weich ist, vom Herd nehmen, mit Zitronensaft und Koriander vermischen und sofort servieren.

Schon wieder Ofengemüse? Immer, vor allem, wenn es mit Zimt und Rosmarin aromatisiert wird! © Apple & Ginger

Eine typische ayurvedische Hauptmahlzeit besteht aus Kohlenhydraten, Gemüse und einem Dip. Als Beilage zum Cashew-Reis eignet sich ein herrlich nach Rosmarin und Zimt duftendes Blech Ofengemüse.

Chutney geht auch saisonal, vor allem jetzt – mit Äpfeln und Zwiebeln. © Apple & Ginger

Als Dip empfiehlt Jana Eisert ein Apfel-Zwiebel-Chutney.

Vegetarisch, vegan, gluten- und zuckerfrei – und sehr lecker: Milchreis mit Mangopüree © Apple & Ginger

Wer morgens schlecht rauskommt, sollte es mal damit probieren: Der ayurvedischen Lehre zufolge soll auch das Frühstück warm sein, zum Beispiel in Form von Milchreis mit Mangopüree. Wer mit frühem Aufstehen keine Probleme hat, beherzigt sogar eine weitere Empfehlung: aufstehen vor Sonnenaufgang.

Zu bitter, der Chicorée? Aber nicht mit Ziegenkäse-Granatapfel-Walnusstopping im Ofen gebacken. © Apple & Ginger

"Im Ayurveda sagt man, dass Essen, das mit Liebe gekocht wurde, mehr Energie, also Prana hat. Mahlzeiten ansprechend anzurichten ist für mich ein Akt der Selbstliebe", findet Eisert. Bei ihrer Vorspeise, gebackenem Chicorée mit Ziegenkäse-Granatapfel-Walnusstopping, ist ihr das hervorragend gelungen. Die im Chicorée enthaltenen Bitterstoffe sorgen übrigens dafür, dass der Magen die anschließenden Gerichte besser verdauen kann.

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