© Ayses Kochblog

Kebap: Ein schöner Döner

Immer nur Fleisch im Fladenbrot? Die türkische Küche hat sehr viel mehr zu bieten als das. Mit Rote-Linsen-Dip und Grüne-Bohnen-Eintopf macht sie sogar Veganer froh. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Türkische Küche kann so viel mehr als Döner. Wer sich jemals in ein traditionelles türkisches Grillrestaurant gewagt hat, weiß, dass dort Köfte brutzeln, Pide rösten, Pansensuppe simmert und Ayran nicht aus dem Plastikbecher kommt, sondern frisch angerührt wird, inklusive frischer Minze. Abgesehen davon trinkt man stark gesüßten Schwarztee aus winzigen Gläsern. Auch Vegetarier kommen auf ihre Kosten, vor allem in Form von Meze, kleinen Vorspeisen zum Teilen. Favabohnenpüree zum Beispiel, Hummus oder Auberginensalat. Ganz zu schweigen von den herrlichen Desserts! Siruptriefende Baklava, die aus Sesammus bestehenden Halva oder frisch in der Pfanne gebackene Künefe mit Käsefüllung, serviert mit Milchrahm, dem sogenannten Kaymak. Ayse Manteuffel kennt sich mit dieser Art Küche gut aus, schließlich stammen ihre Eltern aus der Türkei. Von ihnen hat sie auch die typische Gastfreundschaft vererbt bekommen. "Ich koche wahnsinnig gern für Gäste – sofern sie sich drei Tage im Voraus ankündigen", gesteht die 27-Jährige lachend. Auf Ayses Kochblog finden sich süße und herzhafte Rezepte, die alle denkbar weit entfernt sind von fleischgefüllten Fladenbroten mit Kräuter-Knoblauch-scharf-Soße. Was nicht heißt, dass die Kölnerin nicht auch mal gerne auf diesen Imbiss zurückgreift, in ihrer Heimatstadt am liebsten in der Keupstraße. Was viele nicht wissen: Der Döner als Auf-die-Hand-Mahlzeit ist eine deutsche Erfindung. Erstmals soll er Anfang der Siebzigerjahre in Berlin aufgetaucht sein, zuverlässige Quellen gibt es allerdings nicht. In der Türkei, wo er üblicherweise aus Lamm- oder Hammelfleisch besteht, isst man ihn als Tellergericht namens Adana Kebap. Manteuffel serviert dazu Kizartma, frittiertes Gemüse mit Tomatensoße.

Rezept für Adana Kebap mit Kizartma

Zutaten für 2 Personen:

Für die Kebapspieße:

  • 400 g Hackfleisch
  • 1 Topf Petersilie
  • 1 Zwiebel, fein gerieben
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1 TL Olivenöl
  • 1 rote Chili
  • 1 grüne Peperoni
  • einige Spritzer Zitronensaft
  • 1 EL Wasser
  • 2 TL Salz
  • 1 TL Paprika, geräuchert
  • 1 TL Paprika, edelsüß
  • 1 TL Oregano
  • 1 TL Paprikaflocken
  • frisch gemahlener Pfeffer
  • 1 große Tomate
  • Oregano
  • Salz

Für das Kizartma:

  • 250 g Kartoffeln
  • 250 ml neutrales Öl
  • 150-200 g türkische grüne Peperoni
  • ½ Dose Tomaten
  • ½ Knoblauchzehe
  • einige Stängel Petersilie
  • ¼ TL Salz

Zubereitung:

Ungeschälten Knoblauch zusammen mit Olivenöl in Alufolie einwickeln und zehn Minuten lang bei 180 Grad im Ofen backen. Anschließend Knoblauch aus der Schale lösen, zerquetschen und zusammen mit Zwiebel in eine Schüssel geben. Chili, Petersilie und Peperoni sehr fein hacken und zusammen mit dem Hackfleisch ebenfalls in die Schüssel geben. Mit Zitronensaft, Wasser und Gewürzen von Hand vermischen.

Tomate halbieren, salzen und mit Oregano bestreuen.

Hackfleischmasse vierteln und um vier Holzspieße wickeln. Zusammen mit Tomaten für zwanzig Minuten bei 200 Grad im Ofen backen.

Für das Kizartma Kartoffeln in daumengroße Würfel schneiden. In einem hohen Topf Öl heiß werden lassen. Hitze etwas zurückschalten und Kartoffeln knusprig frittieren, das dauert etwa sieben bis zehn Minuten. Auf einem Küchenpapier kurz abkühlen lassen.

Peperoni in drei bis vier Zentimeter lange Stücke schneiden und ebenfalls frittieren, das dauert etwa drei bis vier Minuten.

Petersilie fein hacken.

Abgekühlte Kartoffeln mit Petersilie und Salz vermengen.

Dosentomaten zusammen mit gehacktem Knoblauch und Salz anbraten.

Auf einem Teller jeweils zwei Kebapspieße zusammen mit einer Tomatenhälfte, Kartoffeln, Peperoni und Tomatensoße verteilen. Wer möchte, serviert dazu Reis oder Bulgur.

Bohnendip © Ayses Kochblog

Hülsenfrüchte sind sehr gesund, wenigstens einmal die Woche gehören sie auf den Speiseplan. In Form eines Dips schmecken sie zu Gemüse, Brot – oder auf deutschen Brezeln.

Baguettes mit Hackfleisch und getrockneten Tomaten © Ayses Kochblog

Eine weitere leckere Vorspeise sind Baguettes mit Hackfleisch und getrockneten Tomaten.

Yesil Fasulye © Ayses Kochblog

Yesil Fasulye ist der Name eines veganen Bohneneintopfs, der zur Vorspeise gereicht werden kann oder als Hauptgericht, serviert mit Reis.

Künefe © Ayses Kochblog

Käse im Dessert? Wissen viele Kulturen zu schätzen. Im arabischen Raum spricht man von Knafeh oder Kunafah, in der Türkei von Künefe. Manteuffel macht daraus eine deutsche Version – mit einem Aufstrichklassiker, der auf vielen Frühstückstischen steht.

Kommentare

44 Kommentare Seite 1 von 5 Kommentieren