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Gefüllte Kürbisse: Ein Kürbis macht noch keinen Herbst

Patisson und Rondini zählen zu den Sommerkürbissen – im Gegensatz zum Hokkaido gibt es sie nicht rund ums Jahr. Passend zur Erntesaison werden sie mit Pilzen kombiniert. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Die Blätter färben sich rot-gelb-braun, die Kastanien warten nur darauf, zu Kastanienmännchen zu werden – das sind Indizien dafür, dass die Kürbiszeit beginnt. Auch wenn lagerfähige Sorten wie Hokkaido mittlerweile fast das ganze Jahr über in der Gemüseabteilung bereitliegen: Es gibt sie noch, die Menschen, die pünktlich zu Herbstbeginn ein regelrechter Kürbiswahn packt.

Anna Warnow ermutigt alle saisonal denkenden Menschen dazu, auch mal andere Sorten zu entdecken. Sie betreibt den Blog From Hand to Mouth und arbeitet nebenbei für die Berliner Markthalle Neun. "Selbst mitten in der Stadt bekomme ich all die kleinen Veränderungen zwischen den Jahreszeiten mit", erzählt sie. "Sind die ersten Klaräpfel schon mehlig? Gibt es schon Quitten? Wie lange halten sich die Tomaten noch?" Im Garten habe man ja mindestens fünf Jahreszeiten, sagt die 32-Jährige: "Den Frühling, der in Brandenburg im Hinblick aufs Gemüse doch irgendwie immer später kommt, als man hofft, Frühsommer, Hochsommer, Herbst und Winter. Jede Zeit hat ihre ganz besonderen Schätze – ich freue mich jedes Jahr am allermeisten auf die Dicken Bohnen und die Brandenburger Tomaten –, aber gerade im Übergang zum Herbst gibt es alles in Hülle und Fülle."

Für ihre gefüllten Kürbisse greift die Berlinerin auf zwei seltenere Sorten zurück. Besser bekannt ist der Patisson unter dem Namen Ufo-Kürbis. "Viele stellen sich den als Zierde vor die Haustür. Dabei erinnert sein zartes Aroma an jenes von Zucchini", sagt Anna Warnow. Genau wie der kugelförmige Rondini zählt auch der Patisson zu den Sommerkürbissen. Geerntet werden sie im unreifen Zustand von Juni bis Oktober, und sie sollten bald danach verzehrt werden. So gesehen erinnern sie uns daran, dass Jahreszeiten für Gemüse doch noch Bestand haben.

Gefüllte Patisson- und Rondini-Kürbisse

Zutaten für 6 Personen:

  • 3 kleine Patisson
  • 3 Rondini
  • 200 g Buchweizen
  • 400 g Pilze, am besten Pfifferlinge, ersatzweise Champignons
  • 1 rote Zwiebel
  • 130 g Gruyère
  • 1 Bund glatte Petersilie
  • 1 Handvoll Walnüsse
  • Oliven- oder Kokosöl
  • Salz
  • Pfeffer
  • Muskatnuss

Zubereitung:

Buchweizen über Nacht einweichen. Am nächsten Tag abgießen und abtropfen lassen. Auf ein Backblech geben und bei niedriger Temperatur für etwa eine halbe Stunde rösten, bis die Körner trocken sind. Wer wenig Zeit hat, kann den Buchweizen auch einfach kochen, bis er weich, aber noch bissfest ist – allerdings schmeckt er dann weniger nussig und crunchy.

Pilze putzen und klein schneiden. Zwiebel fein hacken. Kürbisse vom Deckel befreien, diese aufbewahren. In jeden Kürbis eine Öffnung schneiden und mit einem Löffel aushöhlen. Kürbisfleisch fein schneiden. Zwiebel in etwas Öl glasig dünsten, dann Kürbisfleisch und Pilze dazugeben, mit Salz und Pfeffer würzen und etwa fünf Minuten lang anbraten.

Walnüsse grob hacken und in einer Pfanne ohne Öl rösten. Petersilie hacken. Käse reiben.

Walnüsse, Petersilie, Käse, Kürbisfleisch und Buchweizen in einer Schüssel vermengen und mit Salz, Pfeffer und reichlich Muskatnuss abschmecken. Ausgehöhlte Kürbisse gleichmäßig mit der Masse befüllen, mit Deckeln verschließen und mit ein wenig Öl beträufeln. Auf ein Backblech setzen und mit Alufolie bedecken.

Backofen auf 160 Grad vorheizen. Auf die unterste Schiene eine ofenfeste Form voll Wasser stellen. Das Blech mit Kürbis darüber schieben und für 45 bis 60 Minuten backen, je nach Größe. 20 Minuten vor Ende die Alufolie entfernen.

Mit einem leicht bitteren Salat wie Rucola, Löwenzahn oder Radicchio und einem Spritzer Zitronensaft und Olivenöl servieren.

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