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Invasive Arten: Alle aufessen

Bouillabaisse von der Wollhandkrabbe, Gulasch vom Waschbären: Kann der Mensch das ökologische Gleichgewicht wiederherstellen, wenn er zum Fressfeind invasiver Arten wird? Eine Reportage von

Für einen ökologischen Problemfall schmeckt die Wollhandkrabbe überraschend köstlich. Das feine weiße Fleisch zwischen Panzer, Beinen und Scheren geht aromatisch leicht ins Nussige. Streng, muffig oder schmierig gar, wie mitunter behauptet wird, ist nichts an diesem Krebs, der in China schon seit Jahrhunderten als Delikatesse gehandelt wird. Nur in Deutschland hat noch immer kaum jemand von der Wollhandkrabbe gekostet – obwohl sie seit Anfang des 20. Jahrhunderts auch in unseren Flüssen lebt, als invasive Art.

Damals gelangte der Krebs mit dem bis zu zehn Zentimeter breiten Panzer im Ballastwasser von Segelschiffen aus China nach Hamburg. 1912 wurde er zum ersten Mal in der Aller entdeckt. Seitdem breitete er sich nach Informationen des Bundesamtes für Naturschutz etwa in Elbe, Weser, Ems und Rhein aus – "invasionsartig", wie es im Management- und Maßnahmenblatt Wollhandkrabbe heißt. Zwölf Kilometer weit können Wollhandkrabben mit ihren kräftigen stark behaarten Beinen, die ihnen einst ihren Namen gaben, über Flussgründe und Festland wandern. Bis in die Havel nach Sachsen-Anhalt und Brandenburg haben es die Tiere mittlerweile geschafft. 40 Kilogramm Wollhandkrabben gehen einzelnen Fischern dort mitunter in nur einer Nacht in die Reusen. Zusammen mehr als zehn Tonnen wurden laut Jahresbericht Binnenfischerei des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft im Jahr 2017 in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt gefangen.

Vom Fischer geht es für die lebenden Krebse meist in eines der zahlreichen chinesischen Restaurants Berlins oder auf den vietnamesischen Großmarkt im Stadtteil Lichtenberg. Ein überschaubarer Teil allerdings gelangt mittlerweile auch in die Küche einer noch recht kleinen Unternehmung, die sich ein großes Ziel gesetzt hat. Das Berliner Food-Start-up Holycrab will Tiere, die deutsche Ökosysteme bedrohen, auf die Speisekarte bringen: Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte, die man guten Gewissens essen könne, so das Versprechen: weil die Tiere, von denen sie stammen, in Deutschland nichts zu suchen haben und deshalb aus ökologischen Gründen eh gefangen oder geschossen werden müssen.

Andreas Michelus mit einer im Ganzen gekochten Wollhandkrabbe © Ferdinand Dyck

Ein Donnerstagabend in "Vom Einfachen das Gute", einer Feinkosthandlung in Berlin-Mitte. Hinten ist ein Holztisch gedeckt. Zwölf Gäste haben sich für die Veranstaltung angemeldet. Für jeweils 69 Euro bekommen sie nun Wein und unter anderem zweimal Wollhandkrabbe serviert, erst als cremige Bouillabaisse, dann im Ganzen gekocht.

Im kleinen Lagerraum des Ladens hat Andreas Michelus seine provisorische Küche eingerichtet. Als er den Deckel einer der Edelstahlwannen hebt, die er mitgebracht hat, beginnt es darin, wie wütend zu klappern. Vielleicht 25 Wollhandkrabben befinden sich in der Wanne, die oberen recken dem Koch nun ihre Scheren entgegen. "Man sollte nicht zu nah herangehen", sagt Lukas Bosch, neben Michelus einer der drei Geschäftsführer von Holycrab. "Die haben richtig miese Laune."

Eine halbe Stunde später sind die Krebse nicht mehr grau, sondern rot, gekocht im großen Topf. Und in Deutschland gibt es einige Dutzend Wollhandkrabben weniger.

In Sachen Populationskontrolle ist das natürlich nur ein kleiner Schritt. Doch könnte die Sache etwas bringen, wenn man sie im größeren Maßstab denkt? Könnten wir invasive Arten aufessen und dabei Genuss und ethisches Handeln im ökologisch-kulinarischen Win-win-Szenario vereinen?

Einer der ersten, der auf die Idee kam, war Joe Roman, ein Biologe und Umweltschützer der Universität von Vermont im Nordosten der USA. 2004 veröffentlichte Roman seinen Essay Eat the Invaders, zu Deutsch: "Esst die Eindringlinge auf". Eine Armee sei im Anmarsch, schrieb der Wissenschaftler damals. Invasive Pflanzen- und Tierarten hätten in den USA bereits 405.000 Quadratkilometer – eine Fläche größer als Deutschland – befallen und verursachten jährlich Schäden in Höhe von knapp 140 Milliarden Dollar. Die Autoren einer Studie, die 2016 in Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht wurde, schätzten allein die Kosten der Ernteausfälle, die invasive Insekten und Pilze weltweit verursachen, auf "viele Milliarden Dollar" jährlich.

Umweltschützer und Behörden hätten das Problem trotz großer Anstrengungen nicht lösen können, schreibt Joe Roman. Doch warum, so die Logik des Wissenschaftlers, solle dem Menschen nicht gelingen, was er ja bereits mehrfach vorgemacht habe: ganze Arten durch seinen "Mordshunger" auszulöschen nämlich. Fünf Milliarden Wandertauben habe es zum Beispiel einst in den USA gegeben. Als die Menschen in ihnen eine Delikatesse entdeckten, wurden die Vögel geräuchert, gebraten, gebacken, frittiert und geschmort. In weniger als 100 Jahren war die Art komplett ausgelöscht. Und beim Atlantischen Kabeljau, dem Bison, dem Grönlandwal und bestimmten Muschelarten hätte der Mensch es beinahe auch geschafft.

Mittlerweile gibt es in den USA eine Reihe von Projekten, die versuchen, Romans Theorie in die Praxis umzusetzen. Michael Snyder stellte 2017 einige davon in einem Artikel für das Wissenschaftsmagazin Scientific American vor: Bun Lai etwa, ein heute landesweit bekannter Koch aus New Haven, erfand vor 14 Jahren das "Invasive-Arten-Sushi", unter anderem zubereitet mit Europäischen Schnecken, der Asiatischen Strandkrabbe und bestimmten Seegras-Arten. Für andere Gerichte verarbeitet er zudem Blaue Katzenwelse und verwilderte Hausschweine.

Die Nationale Ozean- und Atmosphärenbehörde startete 2010 eine Kampagne namens "Esst den Rotfeuerfisch" – die ursprünglich im indopazifischen Raum heimische Art breitet sich seit Jahren an der US-Ostküste und in der Karibik aus und gilt als eine der aggressivsten invasiven Arten der Welt. In einer konzertierten Aktion der Verwaltung des Bundesstaates Illinois wurden 2012 rund 22.000 Tonnen Karpfen gefangen und für 20 Millionen Dollar nach China verkauft. Der Karpfen stammt aus Asien, nach Mitteleuropa brachten ihn die Römer. Anders als in Deutschland bedroht er unter anderem in Australien und den USA die Ökosysteme vieler Flüsse und Seen. Auf Webseiten wie eattheinvaders.org oder invasivore.org findet man deshalb heute Karpfenrezepte, aber auch welche für "Ochsenfrosch-Schenkel-Piccata", "Popcorn von der Asiatischen Strandkrabbe" oder "Pulled Nutria".

Jäger machen sich gern mal ein Waschbären-Gulasch. © Patrick Pleul/​dpa

Die Europäische Union setzte sich das Problem invasiver Arten vor fünf Jahren öffentlichkeitswirksam auf die Agenda. Damals verabschiedete die EU-Kommission ihre Verordnung über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten. Mittlerweile 66 solcher Arten werden in der EU heute gelistet. Nicht jede Pflanze oder jedes Tier allerdings, das an einem Ort neu auftritt, so Annika Tiesmeyer vom Bundesamt für Naturschutz, sei der Definition nach auch eine invasive Art. Zusätzlich müssen von ihr jeweils negative Auswirkungen für einzelne heimische Arten oder Ökosysteme ausgehen. Für manche Regionen seien die wachsenden Bestände von Waschbären problematisch, so Tiesmeyer. Die Tiere wurden einst ihrer Pelze wegen aus Nordamerika nach Europa eingeführt und entweder direkt für die Jagd ausgesetzt oder in Farmen gehalten, aus denen sie immer wieder in die Natur entwischten In Teilen Brandenburgs, in denen noch Vertreter der vom Aussterben bedrohten Europäischen Sumpfschildkröte vorkommen, ernähren sich Waschbären auch von Schildkröten.

Wenn aber die Waschbären gefährdete Schildkröten fressen, fragen sich nun manche: Warum isst der Mensch dann nicht einfach die Waschbären? Das Team von Holycrab jedenfalls hat genau das vor. Wenn mit dem ersten Frost die Krebssaison vorbei sei, sagt der Co-Geschäftsführer Lukas Bosch, werde er mit seinem Team das Thema invasiver Wildtiere angehen. Schon in der Vergangenheit hätten immer wieder mal Jäger Kontakt zu ihnen aufgenommen – und zum Beispiel Fotos von hausgemachtem Waschbär-Gulasch geschickt. Auf der Berlin Food Week wird das Holycrab-Team am 26. Oktober erstmals invasives Wild auf die Karte nehmen, neben Waschbär auch Nilgans und Nutria, ein dem Biber ähnliches Nagetier.

Allen Menschen in Deutschland dürfte die Sache nicht schmecken. Der Deutsche Tierschutzbund lehnt Tötungsmaßnahmen auch bei invasiven Arten strikt ab. Stattdessen brauche es "geeignete Lösungen, wie wir mit Tieren invasiver Arten umgehen, die bereits im Land sind". Der Naturschutzbund Deutschlands hält die Jagd nur in bestimmten Situationen für gerechtfertigt. Etwa, um die Sumpfschildkröten in Brandenburg zu schützen. Und Priska Hinz, die grüne Umweltministerin Hessens, verweist darauf, dass Waschbären sich in Deutschland ja auch in den vergangenen 70 Jahren ausgebreitet hätten, obwohl sie während der gesamten Zeit gejagt worden seien. Die Tiere könnten schlicht nicht mehr "mit vertretbaren Methoden aus der Umwelt entfernt" werden.

"Wir werden die meisten invasiven Arten realistischerweise nicht wieder vertreiben können", sagt Lukas Bosch von Holycrab. Den Thunfisch habe der Mensch zwar tragischerweise auch fast ausgelöscht, weshalb man sich schon fragen könne, warum es nicht auch bei invasiven Fischen oder Krebsen gelingen sollte. Er vertraue in der Sache aber der Einschätzung der Wissenschaft. Und danach seien Tiere oder Pflanzen, die sich in ihrer neuen Heimat über einen bestimmten Punkt hinaus vermehrt und verbreitet hätten, eben nicht mehr vollständig aus ihr herauszukriegen. "Für uns geht es daher neben dem positiven Beitrag zum Naturschutz auch eher darum", sagt der 30-Jährige, "wie wir uns in Zukunft möglichst ökologisch und nachhaltig ernähren können." Was Wasserverbrauch und CO2-Fußabdruck angehe, könne man doch wohl kein besseres Fleisch essen als das von Tieren, die ohnehin in unseren Wäldern und Flüssen lebten – dort aber gar nicht hingehörten. Weil Wollhandkrabbe und Waschbär bis zu ihrem Tod ein gutes, freies Leben geführt hätten, so Bosch, sei dem Tierwohl mehr gedient, als wenn man Fleisch von gezüchteten Schweinen oder Rindern esse.

Wie mit den bereits weitverbreiteten invasiven Art im Einzelnen umzugehen ist, ist in den länderübergreifend abgestimmten Managementplänen zusammengestellt, die auf Grundlage der EU-Verordnung verfasst werden. Die Beseitigung der Tiere sei dabei zwar nur eine Maßnahme unter mehreren, sagt Annika Tiesmeyer vom Bundesamt für Naturschutz. Wichtig sei vor allem Präventionsarbeit. So ist die Einfuhr invasiver Arten in die EU, egal, ob als Haus-, Schmuck- oder Nutztier, mittlerweile grundsätzlich verboten. "Sofern dies den Zielen der EU-Verordnung dient", erklärt Tiesmeyer, "ist bei einigen weitverbreiteten invasiven Arten unter bestimmten Voraussetzungen auch eine Nutzung möglich." Dabei seien jedoch je nach Einzelfall auch rechtliche Vorgaben des Tierschutzes, Fischerei und Jagd sowie zur menschlichen Gesundheit zu erfüllen.

Abhängig von den Bestimmungen im jeweiligen Bundesland werden invasive Arten in Deutschland deshalb zwar womöglich längst bejagt. Fleisch und Fell der Tiere werden aber nur selten verwertet. Wenn doch, geht es meist auf einzelne Initiativen zurück. Der deutsche Jagdverband etwa startete 2016 gemeinsam mit den Landesjagdverbänden das Projekt "Fellwechsel": In einer Abbalgstation in Baden-Württemberg können Jäger erlegte Füchse, Marderhunde, Waschbären, Stein- und Baummarder, Iltisse, Minks, Nutrias und Bisams abgeben. Das Fell der Tiere wird weiterverarbeitet, die Jäger erhalten eine Vergütung. In Ostdeutschland, etwa in Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt, bieten einige Metzgereien und Gasthöfe noch immer Nutriafleisch an. Die Tiere waren zu DDR-Zeiten wegen ihrer Pelze gehalten worden und kamen damals recht häufig auf den Teller.

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft empfiehlt für die Nilgans: bei geschlossenem Deckel ausdauernd im Ofen garen. © Franziska Kraufmann/​dpa

Für staatliche Behörden scheint das Thema einer nachhaltigen Nutzung invasiver Arten allerdings bislang keine große Rolle zu spielen. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) immerhin führt auf ihrer Homepage das "hochwertige Wildbret" von Wildgänsen an. Nicht nur junge Tiere "schmecken hervorragend", heißt es dort, auch "Gänse mit mehr Flugstunden" hätten bei richtiger Zubereitung das Zeug zum exzellenten Braten. Stefan Falkensteiner, Mitarbeiter der LfL-Arbeitsgruppe "Wildtiere in der Agrarlandschaft", erklärt erst, dass die stark gestiegenen Bestände der invasiven Kanada-, Grau- und Nilgänse in Teilen Bayerns, etwa im Maintal und in den Landkreisen Bamberg und Haßberge, zu Konflikten mit Landwirtschaft und Naherholung führten. Dann empfiehlt er zum Erhalt der Saftigkeit, die Vögel wegen ihrer vergleichsweise dünnen Fettschicht bei geschlossenem Deckel und ohne Zeitdruck im Ofen zu garen.

Einen Hinweis, dass sich die kulinarische Verwertung einer invasiven Art auszahlen konnte, liefert wiederum ein zweiter Fall aus Berlin. 2016 wurde der Rote Amerikanische Sumpfkrebs von Parkbesuchern in den Gewässern des Tiergartens und auf den Wegen drum herum gesichtet. Als Reaktion setzte die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz rund 5.000 Jungaale aus, die den Nachwuchs der Krebse fressen sollten, die bis zu zwölf Zentimeter groß werden können. Das möge in kleinerem Maßstab funktioniert haben, sagt Derk Ehlert, der Sprecher der Senatsverwaltung. Wirklich geholfen habe es nicht. 2017 hätten Mitarbeiter des Berliner Fischereiamts deshalb zunächst selbst mehr als 4.000 Tiere gefangen, die damals noch in der Biogasanlage entsorgt wurden.

2018 übernahm Klaus Hidde. Der Rentner und Hobbyfischer aus Spandau fängt die Sumpfkrebse in Tiergarten und Britzer Garten seitdem nicht nur, er vermarktet sie auch. Nachdem eine vom Senat in Auftrag gegebene Untersuchung ergeben hatte, dass das Fleisch der bis dahin gefangenen Krebse unbelastet und somit essbar sei, verkaufte Hidde die Krebse, die in ihrer Heimat im US-Bundesstaat Louisiana meist in einem scharfen Eintopf landen, sowohl an Privatpersonen als auch an Händler und Gastronomen. Mittlerweile nimmt ein Großmarkt Hidde alle seine Krebse ab. In Berlin waren sie in schon als "Berlin Lobster" zu haben, in einem Restaurant wurden sie in Hälften gegrillt und mit Nussbutter serviert, in einem anderen landeten sie gemeinsam mit Schweinskopf, Erbsen und Buttersauce im "Gourmetfrikassee".

Der Rote Amerikanische Sumpfkrebs wurde erstmals 2016 im Berliner Tiergarten gesichtet. © Britta Pedersen/​dpa

Nur kommt man mittlerweile deutlich schwerer an einen echten Berliner Sumpfkrebs als noch im vergangenen Jahr. Hatte Klaus Hidde 2018 knapp 40.000 Krebse gefangen, rechnet er in diesem Jahr nur noch mit gut der Hälfte. Erst am Samstag habe er seine Reusen im Tiergarten geleert, erzählt der Fischer. Nach sechs Stunden Arbeit sei er mit gerade einmal 14 Kilogramm Krebsen zurück nach Hause gekommen. Beim Kilopreis von gut zwölf Euro lohne sich das hinten und vorne nicht. Jedenfalls, wenn man die Zeit mitrechne, die er damit verbringe, die Reusen zu reparieren – und die Ausfälle, die er immer wieder hinnehmen muss. Seit 2018 wurden ihm bereits 13 Reusen gestohlen.

Hidde hat sich nun an die Senatsverwaltung gewandt. Er hofft, dass die seine Arbeit künftig bezuschussen wird. Er mache das alles zwar vor allem, weil er der Umwelt etwas Gutes tun wolle und die Arbeit ihm Spaß bereite. Größere Verluste wolle er mit der Sache dann allerdings auch nicht einfahren. Das Grundproblem bleibt nun mal: Ein profitables Geschäftsmodell auf den Handel einer Art zu gründen, die man gleichzeitig auszulöschen versucht, kann – rein betriebswirtschaftlich gesehen – nicht wirklich zielführend sein.

Doch vielleicht werden im kommenden Jahr ja wieder mehr Krebse in den Berliner Gewässern auftauchen. In der Spree wurden sie bereits gesichtet. Wahrscheinlich sei die Reaktion auch in diesem Fall zu spät gekommen, gibt Derk Ehlert, der Sprecher der Senatsverwaltung, zu bedenken. Und selbst für den hypothetischen Fall, dass es doch gelingen sollte, alle Sumpfkrebse aus den Berliner Gewässern zu fischen, sei ja nicht garantiert, dass das Problem nicht erneut entstehe.

Verantwortlich für die Situation sei – wie bei allen invasiven Arten – schließlich nicht der Krebs, sondern der Mensch, sagt Ehlert. Letztendlich sei zwar nicht klar, ob die ersten Tiere, von denen die heutigen Populationen abstammen, aus Aquarien freigelassen oder vielleicht durch Toiletten in die Kanalisation heruntergespült worden seien.

Aus Louisiana nach Berlin herübergeschwommen sind sie aber ziemlich sicher nicht.

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