© Sophia Hoffmann

Resteverwertung in der Küche: Restlfest mit Ofenpommes

Mit übrig gebliebenem Brot wird der Bratling zum Brotling: Sophia Hoffmanns Zero-Waste-Rezepte zeigen, wie sich Nachhaltigkeit in der Küche umsetzen lässt. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

Beim Wort Resteverwertung läuft einem nicht unbedingt das Wasser im Mund zusammen. Zum Glück gibt es dafür mittlerweile einen Namen, der gleich viel hipper klingt: Zero Waste Cooking. In Berlin existiert mit dem Frea ein erstes veganes, abfallfreies Restaurant, bei Isla Coffee wird das Konzept der Nachhaltigkeit auf ein Café ausgeweitet. In Letzterem arbeitet Sophia Hoffmann in Teilzeit – und plant gleichzeitig die Eröffnung eines eigenen Restaurants.

Bekannt wurde die 39-Jährige mit Supper Clubs und veganen Kochbüchern, inzwischen engagiert sie sich politisch in vielerlei Hinsicht: für mehr Frauen in Küchen über Gender Sensibility bis hin zum Umweltschutz. Gerade ist ihr Kochbuch Zero Waste Küche erschienen. Dort gibt sie jede Menge Tipps, wie jede und jeder Einzelne weniger Müll verursachen kann. Zum Beispiel: Bienenwachstücher statt Alufolie, Einkaufen mit dem eigenen Jutebeutel und das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht als Verfallsdatum ansehen.

Außerdem finden sich im Buch Rezepte für Übriggebliebenes. Hoffmanns Highlight sind die Brotlinge mit knusprigen Ofenpommes – Brotlinge sind eigentlich Bratlinge. Auch an Hoffmanns Arbeitsplatz, dem Isla Coffee, gibt es einen Bread Pudding aus Zimtschneckenresten, der sozusagen weggeht wie warme Semmeln. "Die Brotlinge sind wohl das am meisten nachgekochte Rezept in meinem neuen Buch", mutmaßt die Köchin, Autorin und Aktivistin. Kein Wunder: Altes Brot sammelt sich überall an. Statt es an Enten zu verfüttern oder, und das passt nun wirklich nicht mehr zum Zeitgeist, wegzuwerfen, wird daraus eine köstliche Resteverwertung. In den eigenen Worten der geborenen Münchnerin: ein "Restlfestl".

Brotlinge mit knusprigen Ofenpommes

Zutaten für 2 Portionen:

Für die Brotlinge: 

  • 200 g altbackenes Brot in Scheiben oder Würfeln
  • 1 mittelgroße Zwiebel oder 3–4 Frühlingszwiebeln
  • optional eine Handvoll Spinat, Rucola, Petersilie, Kapern, getrocknete Tomaten, Pilze, Oliven
  • 3–4 EL Semmelbrösel
  • Salz
  • Pfeffer

Für die Ofenpommes:

  • 250 g Biokartoffeln
  • 2 EL pflanzliches Öl (Sonnenblumen oder Raps)
  • 1 EL Polenta
  • 1 TL Paprikapulver
  • Salz
  • Pfeffer

Zubereitung:

Brot in einer Schüssel mit kochendem Wasser übergießen, bis es bedeckt ist. Fünf bis zehn Minuten einweichen lassen.

Kartoffeln waschen, gegebenenfalls schälen. Zuerst in Scheiben, dann in Stäbchen schneiden. Kartoffelstäbchen zusammen mit Öl, Paprikapulver, Polenta und etwas Salz und Pfeffer in eine Lebensmitteldose geben. Deckel auflegen und gut durchschütteln. Auf einem Backblech verteilen und im Backofen bei 200 Grad zehn Minuten backen. Anschließend mit einem Pfannenwender wenden und weitere zehn Minuten backen, bis die Pommes gebräunt und knusprig sind.

In der Zwischenzeit eingeweichtes Brot in einem Sieb abgießen. Zwiebeln beziehungsweise Frühlingszwiebeln fein würfeln. Zusammen mit Semmelbröseln unter die Brotstücke kneten. Mit Salz, Pfeffer und beliebigen weiteren Gewürzen abschmecken. Wichtig ist, dass die Masse nicht zu feucht ist und gut formbar. Nach Bedarf mehr Semmelbrösel dazugeben. Zu Brotlingen formen und in einer Pfanne mit reichlich Öl von beiden Seiten knusprig braten.

Zusammen mit den Pommes servieren.

Dazu passen frischer Salat, Pickles, Ketchup, Senf oder andere Soßen.

Bruschetta gibt es auch vegan, mit Bohnen-Rosmarin-Aufstrich und Auberginen-Prosciutto. © Sophia Hoffmann

Als Vorspeise reicht Sophia Hoffmann ebenfalls Brot. Bei ihren Bruschetta mit Bohnen-Rosmarin-Aufstrich und Auberginen-Prosciutto handelt es sich um eine vegane Variante des italienischen Klassikers. Wer keinen Dörrautomaten hat, röstet die Auberginen im Backofen.

Tagliatelle mit Tomaten und Aubergine – deren Raucharoma gibt dem Gericht etwas Besonderes. © Sophia Hoffmann

Es bleibt italienisch. Auch die Tagliatelle mit Tomaten und rauchiger Aubergine überzeugen durch ein fleischähnlich-intensives Aroma. Die geheime Zutat: Trüffelöl. Ihre Pasta macht die Food-Aktivistin übrigens selbst. 

Lila ist Trendfarbe, und zwar für Pesto. © Sophia Hoffmann

Dieses lila Pesto bekommt seine Farbe durch Rotkohl. Zu Nudeln passt es ebenso gut wie zu Hülsenfrüchten oder als Gemüsebeilage.

Rote Bete und Kresse sind hier sehr desserttauglich im Küchlein und im Eis untergebracht. © Sophia Hoffmann

Rote Bete und Kresse haben auch in Desserts ihre Daseinsberechtigung, findet die 39-Jährige. Sie macht daraus Lava-Küchlein mit Eis

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