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Revolver: Ein Drink für schlaflose Nächte

Kaffee macht wach, Wodka – na ja, irgendwann blau. Der Revolver ist ein Drink mit zwei Gesichtern. Und eine Fusion aus den Klassikern Espresso Martini und Old Fashioned. Von
Aus der Serie: Absacker

Ist ein Mojito ein Longdrink? Muss bei einer Margarita immer ein Salzrand ans Glas? Und wie viel Zitrone gehört in einen Whiskey Sour? Unsere Serie "Absacker" beantwortet diese Fragen und verrät Ihnen, wie Sie sich selbst den richtigen Drink für einen perfekten Abend mixen können. Denn hinter jedem Drink verbirgt sich ein Lebensgefühl.

Milch macht müde Models munter? Von wegen: Noch besser funktioniert ein starker Drink. Ende der Achtzigerjahre soll ein junges, später weltberühmtes Model Fred’s Bar in London betreten und folgende Bestellung aufgegeben haben: "Something that wakes me up and then fucks me up." Auf Deutsch also etwas, das sie zunächst aufweckt und dann betrunken macht. Bartender Dick Bradsell improvisierte, indem er Wodka mit Kaffeelikör, Zuckersirup und einem starken Espresso mischte, mit Kaffeebohnen garnierte und in einem schicken Martiniglas servierte. Das verlieh dem Drink seinen Namen, Espresso Martini, obwohl er nichts mit dem Gin-und-Wermut-Klassiker gemein hat. Heute gilt er als ein moderner Cocktailklassiker beziehungsweise als sogenannter New Era Drink. Manch Neugierigem hat die Frage, welches Supermodel Bradsell zu seinem Drink inspirierte, vielleicht schlaflose Nächte bereitet. Er selbst, ganz Gentleman, hat sich nie dazu geäußert.

Ein Ort, an dem die Etikette gewahrt wird, ist auch das seit 1982 bestehende Schumann’s in München. Dafür, dass die Zeit dort nicht stehen bleibt, sorgt beispielsweise Nouri Elmoussaoui. Inspiriert vom Espresso Martini kreierte er den Revolver, dessen Name zurückgeht auf den gleichnamigen Film des Regisseurs Guy Ritchie aus dem Jahr 2005. So wie dessen Hauptdarsteller hat auch der Drink zwei Alter Egos: hier der Espresso Martini, dort der Whiskeycocktailklassiker Old Fashioned. Im Gegensatz zum Klassiker wird er auf Eis und ohne Kaffeebohnen serviert. "Die Kaffeenote des Revolvers kommt durch den mit Kakaonibs infusionierten Wodka besonders gut zur Geltung, während ein weicher Whiskey das Old-Fashioned-Thema aufgreift", erklärt der 30-jährige Barkeeper. "Er funktioniert als Single Sipper, also ein Drink, der keine Begleitung braucht, genauso wie als Abschluss eines üppigen Dinners." Warum also nicht mal einen Kaffeecocktail zum Dessert servieren? Er könnte der Startpunkt einer langen Nacht sein. Ganz im Sinne müder Supermodels.

Revolver

Zutaten:

  • 3 cl Cocoa Nib infused Grey Goose
  • 2 cl japanischer Whiskey
  • 1 cl Patron Xo Cafélikör
  • 1 Spritzer Salzlösung
  • 2 Spritzer Angostura Bitter

Cocoa Nib infused Grey Goose

Zutaten:

  • 35 g Kakaonibs
  • 1 l Grey Goose Wodka
  • Für die Salzlösung:
  • 20 g Fleur de Sel
  • 200 ml Wasser

Zubereitung:

Für den Cocoa Nib infused Grey Goose Kakaonibs 24 Stunden lang im Wodka ziehen lassen.

Für die Salzlösung Salz in Wasser auflösen.

Alle Zutaten in ein Rührglas geben, kalt rühren und im Tumbler auf Eis servieren.

Kommentare

20 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren
Eclairage
#4  —  vor 2 Wochen

Das Schumann’s in München ist leider wie die ganze Stadt eine Enttäuschung und mehr Fassade.

Einen White Russian im Shotglas zu servieren, dazu gehört schon Verve.

Leider reine Abzocke und Herr Schumann hat sich auch um Jahrzehnte überlebt. Interessante Literatur, schrottig umgesetzt und nicht mehr als ein Schmunzler wert, wenn man die Papageien an der Bar stehen sieht.