Meine erste WM: Der Özil? Naja!

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Adrien Meurer, neun Jahre, Friedrichsthal in Hessen

Also einfach war es diesmal nicht. Die Deutschen hatten Chancen, aber die USA sind dann immer rein und haben sie aufgehalten. Klinsmann war ja früher deutscher Trainer, und der Löw war die Hilfe von ihm. Wann das war, weiß ich jetzt nicht. Ich glaube, das ist schon länger her.

Das Tor war toll. Ich habe mich von allen am meisten gefreut. Ich war mit meinem Vater und meinem Opa in der Faust-Arena. Das ist ein Garten mit einem Zelt drauf hier im Ort, da verkaufen die Bier und man kann Fußball gucken. Da waren so 20, 30 Leute.

Erst haben sie aufs Tor geschossen, dann kam der Ball noch mal raus, und dann hat der Müller das Tor gemacht. Der ist richtig gut, der sieht den Ball und haut dann richtig drauf. Er hatte sogar noch das Pflaster aus dem Ghana-Spiel im Gesicht. Ich habe selbst mal im Verein Fußball gespielt. Es gab da auch mal harte Trainingstage, aber so brutal wie bei der WM war es nicht.

Welche Spieler ich sonst noch gut fand? Ich kenne die alle, aber ich kann sie nicht aufsagen. Der Philipp Lahm war auch gut. Der Özil, naja, der hatte ja nicht so oft den Ball. Mein Lieblingsspieler ist der Neuer. Der läuft zwar nicht rum, aber er hält so viel.

Heute hab ich erst verstanden, wie das geht mit dem Weiterkommen bei der WM. Das haben die im Fernsehen erklärt. Ich dachte, wer einmal verliert, ist draußen. Aber das stimmt nicht, es geht darum, wer die meisten Punkte hat. Das finde ich viel besser.

In der Schule haben wir ein Schneckenorakel: eine Schnecke auf einem kleinen Spielfeld. Je nachdem, in welche Hälfte sie läuft, das ist der Gewinner. Diesmal ist sie in der Mitte geblieben, das wäre ein Unentschieden gewesen. Deshalb habe ich eins zu eins getippt. Ich habe den Deutschen auch nicht so viel zugetraut, weil der Klinsmann den Müller und die alle ja so gut kennt, da hat er bestimmt eine Gegentaktik, hab ich gedacht.

Wie weit die Deutschen kommen? Ins Finale auf jeden Fall. Aber ob sie Weltmeister werden? Die Niederlande ist schon auch gut, die könnten Probleme bereiten.

Protokoll: Jörg Burger

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