Gesellschaftskritik Denn Sie wissen nicht, wer ich bin

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Es ist immer wieder Gegenstand der Gesellschaftsforschung, ob Prominente prominent sind, weil sie bestimmte besondere Eigenschaften haben – oder ob sie sich nur bestimmte Eigenschaften aneignen, aus dem unstillbaren Willen, prominent zu sein. Damit verbunden ist die Frage, ob Menschen narzisstisch werden, weil sie eine exponierte gesellschaftliche Stellung innehaben – oder ob man eine narzisstische Störung haben muss, um prominent zu werden.

Für letztere These spricht, dass es für Celebrities immer wieder ein Problem darstellt, wenn sie nicht erkannt werden. Neulich hatte der amerikanische Schauspieler Shia LaBeouf einen Sie-wissen-wohl-nicht-wer-ich-bin-Moment. Der Herr, der unter anderem in Transformers gespielt hat, hatte während einer Broadway-Aufführung von Cabaret in New York geraucht und Zuschauer angepöbelt. Die Ordner wollten ihn des Theaters verweisen, er weigerte sich. Anschließend verbrachte er die Nacht in Polizeigewahrsam. Er soll gepoltert haben, er habe Millionen von Dollars und Anwälten und werde die Karrieren der Polizisten beenden. Leider war es den Polizisten sehr egal, wen sie da in Handschellen aus dem Theater führten.  

Es gibt nur eine Steigerung solcher Schmach, vom einfachen Volk verkannt zu werden: Wenn man von anderen Prominenten nicht erkannt wird. So musste es der Schauspieler Jeremy Jackson erleben. Es geschah in Malibu, im Strandhaus von Paris Hilton. Paris feierte dort eine Party. Laut der Website TMZ soll zu später Stunde Jeremy Jackson mit ein paar Freunden dort aufgetaucht sein und Einlass verlangt haben. Der wurde ihm verweigert, worauf Jackson geschimpft haben soll: "Wisst ihr nicht wer ich bin, ich habe bei Baywatch mitgespielt und war in der Show Celebrity Rehab zu sehen." Das machte offenbar nicht genug Eindruck. Die Szene endete damit, dass die ebenfalls anwesende Schauspielerin Jasmine Waltz eine Schnapsflasche auf den Kopf von Jeremy Jackson schlug und nach der anschließenden Prügelei Paris' Bruder Barron Hilton mit Verletzungen ins Krankenhaus musste. Jeremy Jackson wiederum zeigte sich im Netz mit einem blauen Auge. Tröstlich für ihn: Wenigstens weiß man jetzt wieder, wer er ist.  

Kommentare

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Unbedingt erkannt werden?

Stimmt nicht immer. Solange es "nach oben" geht, solange sie erfolgreich sind oder sich zumindest dafür halten, solange positiv über sie berichtet wird, kann es gar nicht genug Kameras und Mikrophone geben, die den "Stars" hingehalten werden. Wenn sie dann mal übersehen werden, sind sie gekränkt.

Ganz anders sieht es oft dann aus, wenn es nicht mehr so gut läuft. Wenn ein Skandal ruchbar, eine Anklage erhoben oder ein peinlicher Auftritt unter Drogen bekannt wird. Dann entdecken viele plötzlich das "Recht auf ihre Privatsphäre". Da werden Journalisten attackiert und angezeigt, da ist die eigene Medienpräsenz, auf die man bisher immer so geil war, auf einmal nicht mehr genehm. Was ist eigentlich so toll an diesen Leuten?