Kolumne "Fehlerlesen" Eine tückenhafte Erinnerung

© Mónica Rodriguez
Aus der Serie: Fehlerlesen

Das ZEITmagazin interviewt die Schauspielerin Inka Friedrich und beginnt das Gespräch mit einer verbindlichen Frage:

Frau Friedrich, was verbindet Sie noch mit Freiburg im Breisgau?

Sinnliche Erinnerungen an Licht, Farben und Düfte, viel Sonne und Wärme in der Natur, aber auch im Elternhaus. Ich erinnere mich oft daran, wie ich als Kind bei gekipptem Fenster eingeschlafen bin, mit dem Duft von frisch gemähtem Gras. Ich finde es herrlich, wenn man mit dem Zug von Norden herfährt und sich neben einem der Schwarzwald hochzieht. Es ist dieses Altbekannte, was man wiedersieht, das Zuhause.

Kommentare

6 Kommentare Kommentieren

Sie hat´s ja gesagt, und nicht geschrieben. Die Kommasetzung im ersten Satz ist sehr unglücklich geraten. Durch das "und" in der Aufzählung ist der Satz meiner Ansicht nach zu beenden, selbst wenn Licht, Farben und Düfte sicherlich auch der Natur zuzuordnen sind. "mit dem Duft von frisch gemähtem Gras" hätte ich nicht hintenan gestellt. Wäre noch das Wort "herfährt". Ist mir nicht bekannt, deswegen "her fährt".

Redaktionsempfehlung Oliver Voß
#2.1  —  9. Dezember 2014, 17:01 Uhr

Das ist eine gute Frage.

Das ist eine gute Frage.
Und ich hab mich daraufhin gefragt: Wo kommt denn bitte die Headline "Eine tückische Erinnerung" her?
Abgemacht war nämlich "Eine tückenhafte Erinnerung". Und so sollte es demnächst auch wieder zu lesen sein, ich habe das gerade nachgeordert. Nicht dass sich die kommenden Leser über diesen Kommentar von Simplicio wundern.

Rein intuitiv würde ich sagen, hier spielt die Intonation eine entscheidende Rolle.

Sah die Betonung folgendermaßen aus: "Es ist dieses Altbekannte, was man WIEdersieht […]" – dann muss zweifellos "das" stehen.

Sollte Frau Friedrich allerdings gesagt haben "Es ist dieses AltbeKANNte, was man wiedersieht […]", dann finde ich "was" besser. Es träfe dann wohl das zu, was Sie, Herr Voß, am Ende Ihrer Erläuterung als zweite Möglichkeit in Betracht gezogen haben. Und so abwegig finde ich diese Lesart gar nicht.

Wie gesagt: rein intuitiv.