Gesellschaftskritik Nicole und die Nachbarn

© Theo Wargo/NBC/Getty Images
Aus der Serie: Gesellschaftskritik

Wenn man prominent ist, hat das auch Vorteile. Man kann sich zum Beispiel ein schönes Eigenheim leisten und es mit allerlei Ein-, An- und Umbauten ganz nach dem eigenen Geschmack gestalten. Unvergessen ist der Privatzoo von Michael Jackson auf seiner Neverland-Ranch. Es mag ein hartes Leben als The King of Pop gewesen sein, aber immerhin hatte er einen Elefanten, den ihm Liz Taylor geschenkt hatte.   

Legendär ist auch die Playboy-Villa von Hugh Hefner. Das Anwesen, wo der Außenpool eine Grotte hat. Leider liest man immer wieder, dass die Playboy Mansion in einem eher bedauerlichen Zustand ist und auch die Grotte nur noch wenig einladend ist. Die Neverland Ranch von Jackson wurde im August zum Verkauf angeboten, bislang ist nicht bekannt, dass dort ein neuer Superstar eingezogen wäre. 

Vielleicht wollen Stars nicht mehr in kitschigen Hundert-Betten-Burgen wohnen, wo sie einen schiffbaren Pool und einen Tennis-Court haben. Eine Wohnung in der Stadt scheint zeitgemäßer. So hat Nicole Kidman 2010 ein Luxus-Apartment im New Yorker Stadtteil Chelsea gekauft. Ein Gebäude, das sich dadurch auszeichnet, dass man mit einen Autoaufzug direkt zur Privatgarage auf der Wohnetage fährt. Wenn man von der eigenen Garage aus den Hudson River überblicken kann, kann das ein sehr erhebendes Gefühl sein.

Allerdings bietet ein New Yorker Apartment nicht die Möglichkeiten umfassender Anbauten. Nicole Kidman hat sich darauf beschränkt, zwecks besserer Bewässerung ein paar Kupferrohre auf der Terrasse zu verlegen. Das sind bescheidene bauliche Maßnahmen. Entsprechend weniger dramatisch klingt es, wenn etwas kaputt geht. Frau Kidman hatte vergessen, bei Frost das Wasser aus den Rohren zu lassen, es ist gefroren, die Kupferrohre platzten. Das scheint einfach wieder zu richten zu sein. Vermutlich hätte die Weltöffentlichkeit nie davon erfahren, wäre Nicole Kidman nicht von dem direkt unter ihr wohnenden Immobilienmakler Leonard Steinberg auf 46.000 Dollar Schadensersatz verklagt worden. Bei Steinberg kam das Wasser durch die Decke. Es gibt eben doch einen Vorteil von kitschigen Promi-Villen mit verrottenden Grotten: keine Nachbarn.

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