The One-Hit Parade Tanz, Trans!

Mit einem Paillettentraumtänzer gegen das Patriarchat: Die Jolly Goods spielen in der Berghain-Kantine ihren Song "If I Were A Woman". Die neue Folge der One-Hit Parade
Aus der Serie: The One-Hit Parade

"If I Were A Woman" von Jolly Goods

Fast zwölf Jahre gibt es nun schon die Jolly Goods. Die in der Presse gern zitierte Heimat im sagenumwobenen Odenwald wurde längst gen Berlin verlassen, von wo aus sich die beiden Schwestern Tanja Pippi und Angy Lord mit zwei Alben und zahlreichen Kollaborationen zu umtriebigen Figuren der feministischen Musik- und Kunstszene diesseits wie jenseits des Atlantiks entwickelt haben. Das Duo beherrscht dabei den ungebremsten Krach genauso wie dichte Psychedelik.


Die Hitparade im Internet

Das Musikfernsehen ist tot – es lebe die One-Hit Parade! Nach dem Vorbild legendärer Hitparadenformate wie Formel Eins oder Top of the Pops stellt die One-Hit Parade auf ZEITmagazin ONLINE zehn Talente aus der Berliner Musikszene vor. Jeder Künstler hat genau einen Song lang Zeit, um sich und seine musikalische Vision mit einem einzigartigen Auftritt der Weltöffentlichkeit des Internets zu präsentieren. Was zählt ist die Performance, der Rest ist Playback. Das ist Retro in seiner modernsten Ausprägung: extravagant, schamlos und auch ein bisschen postironisch.

In der Kantine des Berliner Clubs Berghain wurden zehn Folgen der zweiten Staffel der One-Hit Parade gedreht. Präsentiert wird die zeitgeistige Neuerfindung der Hitparade von dem Musikkurator und Journalisten Martin Hossbach, der die Künstler nicht ohne Fragen von der Bühne entlässt. Mit dabei sind die Pop-Goth-Diva Anika, der Jazz-Rapper Black Cracker, die jungen Wilden Chuckamuck, der mysteriöse Bevich Vvond, das herzergreifende Jungmännerquartett Isolation Berlin, der Pianist und Techno-Künstler Christian Naujoks, die überirdisch klingenden Fenster, das Riot-Grrrl-Duo Jolly Goods, die Nischenliebhaber und -lieblinge Skiing, das minimalistische Multimedia-Projekt Wellness  – und in ganz besonderer Form eine Band, die es bereits in den Popolymp geschafft hat: Die Pet Shop Boys haben den Jingle für diese Staffel komponiert, inspiriert von einem ihrer allerersten Songs, den sie in den frühen Achtzigern aufgenommen haben.

Neue Trends in der Popmusik entstehen nicht in den Aufnahmestudios großer Musiklabels entstehen, sondern in den kleinen Clubs der Städte. Die Karrieren vieler großer Musiker haben in dem Moment begonnen, als sie in eng gedrängten Räumen gegen die Hörgewohnheiten ihres Publikums anspielten. Falls also eines dieser zehn Berliner Ausnahmetalente in ein paar Jahren Stadien füllt, können Sie sagen: Ich war damals dabei! Und nun ziehen Sie sich warm an und folgen uns in die Berliner Subkultur, ZEITmagazin ONLINE präsentiert jeden Tag einen neuen Künstler.


Die vollständige Staffel von The One-Hit Parade ist ab dem 28. Februar 2015 auf www.theonehitparade.com zu sehen.


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