Gesellschaftskritik Eine empathische Granate

© Charles Rex Arbogast / dpa
Aus der Serie: Gesellschaftskritik

Donald Trump ist eine Granate im Bett. Das jedenfalls sagt Sandra Taylor, Schauspielerin, Model und Trump-Geliebte. Sie sagte gegenüber einer amerikanischen Zeitung über den Milliardär und Präsidentschaftsbewerber: "Omigosh, he was great." Weiterhin bekannte Taylor, dass sie hoffe, Trump werde Präsident. Damit ist eine ganz neue Dimension der Präsidentenbewertung beschrieben: Wie sind die eigentlich als Liebhaber? 

Von Obama ist völlig unbekannt, wie er im Bett ist. Ihm wurde zwar schon eine Affäre mit Beyoncé angedichtet, und die Rapperin Azealia Banks bekannte sich öffentlich dazu, gerne Sex mit Obama haben zu wollen. Aber es gibt nichts Konkretes. Der letzte Präsident, über dessen Sexualleben Nennenswertes bekannt wurde, war Bill Clinton. Er hatte Oralsex mit seiner Praktikantin Monica Lewinsky. Damals wurde ihm das allerdings nicht als außerordentliches Zeugnis der Eignung für das Präsidentenamt ausgelegt.

Doch die Zeiten ändern sich – und damit vielleicht auch die Ansprüche an Politiker. Donald Trump hatte immerhin eine Romanze mit Carla Bruni. Das hat keiner seiner republikanischen Mitbewerber zu bieten: Jeb Bush wurde zwar mal eine Affäre nachgesagt, ansonsten ist er sexuell eher unauffällig. Noch weniger ist darüber bekannt, wie Scott Walker oder etwa Rick Santorum sich im Bett anstellen.

Aber wann ist ein Mann eigentlich "great" beim Sex? Wenn man etwa eine Expertise im Internet zusammenstellt, lässt sich das wie folgt zusammenfassen: Zuallererst gibt der Mann der Frau ein gutes Gefühl. Er zeigt ihr, dass er sie wertschätzt. Dann soll er hingebungsvoll und geduldig sein, nicht etwa drängeln. Er soll zeigen, dass er Herr der Situation ist, aber seinen Willen nicht voranstellen. Er soll lernfähig sein und in der Lage, eigene Ideen zu formulieren. Er soll sich Zeit nehmen und Einsatzfreude zeigen. Außerdem muss er technisches Geschick besitzen.

Das sind im Grunde alles Eigenschaften, die man sich auch von einem US-Präsidenten wünschen würde. Qualitäten im Bett könnten also durchaus ein wichtiges Plus im Wahlkampf sein.

Seltsam ist nur, dass Donald Trump sein Empathievermögen noch nicht so recht unter Beweis stellen konnte. Stattdessen warf er einer Fernsehjournalistin, die unangenehme Fragen stellte, vor, ihre Tage zu haben. Vielleicht klappt das bei Trump ja nur im Bett. Er sollte sich beim nächsten Interview einfach vorstellen, er wäre nackt.

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